Suchen

Preissteigerungen Klebstoffhersteller unter Kostendruck

| Redakteur: Alexander Stark

Seit Beginn des Jahres 2016 beobachtet die Klebstoffindustrie deutliche Preissteigerungen bei Basischemikalien und Zwischenprodukten, die die Ausgangsbasis für eine Vielzahl wichtiger Klebrohstoffe sind.

Firmen zum Thema

Der Industrieverband Klebstoffe meldet deutliche Preissteigerungen bei Basischemikalien und Zwischenprodukten.
Der Industrieverband Klebstoffe meldet deutliche Preissteigerungen bei Basischemikalien und Zwischenprodukten.
(Bild: Henkel )

Düsseldorf – Dem Industrieverband Klebstoffe (IVK) zufolge sind die Kontraktpreis für Ethylen in Europa in den vergangenen 24 Monaten um etwa 40 % angestiegen, der Preis für Propylen sogar um 70 %. Butadien, dessen Preis sich nahezu verdoppelt hat, und Styrol (+30 %) gehören in die Kategorie der sogenannten „volatilen Rohstoffe“, deren Preisniveau in Europa stark von der globalen Angebots- und Nachfragestruktur abhängen.

Bereits seit Mitte 2016 wirken sich die Mehrkosten für die Basischemikalien in Form spürbar deutlicher Preissteigerungen bei den Zwischenprodukten und den Spezialchemikalien aus.

Beim Vinylacetatmonomer (VAM), dem Hauptrohstoff für wässrige Dispersionsklebstoffe, sowie für sogenannte EVA Polymere, verzeichnet die Klebstoffindustrie seit Ende 2016 Preissteigerungen von 40 %. Ursache ist eine angespannte, von Importen abhängige Versorgungssituation aufgrund eines anhaltenden Nachfragesogs, insbesondere aus den asiatischen und US-amerikanischen Märkten.

Die Einstandskosten für die typischen Rohstoffe zur Herstellung thermoplastischer Schmelzklebstoffe – EVA Polymere, Polyolefine, Harze und Wachse – sind im gleichen Zeitraum entsprechend der vorgenannten Kostenentwicklung der Rohstoffe ebenfalls deutlich gestiegen.

Force Majeur führt zu Rohstoffengpässen

Dramatisch wirken sich laut IVK die eingeschränkten Verfügbarkeiten bei Polyestern und Isocyanaten aus; diese sind die Hauptbestandteile der Polyurethan-Schmelzklebstoffe. Die Preissteigerungen für Isocyanate betrugen in den vergangenen zwei Jahren um bis zu 70 %. Durch etliche Force Majeur Meldungen verschiedener Hersteller im Jahr 2017 ist die Verfügbarkeit auf dem Weltmarkt weiterhin eingeschränkt und die Klebstoffindustrie sieht sich mit deutlich gestiegenen Rohstoffkosten konfrontiert. Durch den sehr hohen Anteil an Isocyanaten in der Formulierung von Pur-Klebstoffen sind die Herstellkosten dieser Produkte besonders betroffen.

Die weiterhin eingeschränkte Rohstoffverfügbarkeit, verbunden mit einer andauernd starken globalen Nachfrage bei chemischen Grundstoffen und Spezialchemikalien, aus denen Klebstoffe hergestellt werden, führen letztlich zu weiteren Mehrbelastungen der Formulierungs- und Herstellkostenstruktur deutscher Klebstoffhersteller.

Darüber hinaus sei die gesamte chemische Industrie, zu der auch die Klebstoffindustrie zählt, mit einer Vielzahl nationaler und europäischer Gesetze und Verordnungen (EEG, BImschg, Reach, CLP, EU-Biozid VO, etc.) konfrontiert , welche in der gesamtem Wertschöpfungskette erhebliche administrative Zusatzkosten verursachen würden, so der Verband.

Eine gegenwärtig besondere Herausforderung stellen zudem die knappen Frachtkapazitäten in Europa dar, die unmittelbar auf den zunehmenden Mangel an qualifiziertem Fahrpersonal zurückzuführen seien, und in der Folge Transporte signifikant verteuert hätte.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45370037)