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Verbrennung von Chemieabfällen

Kein Hitzefrei für Chemieabfälle

| Autor / Redakteur: Karl-Heinz Maier / Anke Geipel-Kern

Blick in eine gekühlte Brennkammer eines Doppelmantelapparates, Bauart Caloric Anlagenbau. Die Innenwand ist mit Stützankern versehen, um eine Anhaften der Salzschicht zu erleichtern. Im unteren Bereich sind Abrisskanten von abgeplatzten Salzschichten zu erkennen.
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Blick in eine gekühlte Brennkammer eines Doppelmantelapparates, Bauart Caloric Anlagenbau. Die Innenwand ist mit Stützankern versehen, um eine Anhaften der Salzschicht zu erleichtern. Im unteren Bereich sind Abrisskanten von abgeplatzten Salzschichten zu erkennen. (Bilder: Dürr)

Wie erhöht man die Lebensdauer der Brennkammer? Wie sieht das Konzept einer Ablufterhitzung aus, und wie das der richtigen Rauchgaswäsche? Diese Fragen brennen allen auf den Nägeln, die sich mit der Verbrennung chemischer Rückstände beschäftigen müssen. Unser Autor gibt Antworten.

Bei Produktionsprozessen der chemischen und pharmazeutischen Industrie entstehen gasförmige und flüssige Rückstände, die bevorzugt in dezentralen Verbrennungsanlagen entsorgt werden. Bei diesen Rückständen handelt es sich meist um hochkalorische Gase und Lösungen mit hohen Konzentrationen an organischen Inhaltsstoffen. Die Komplexität der oft toxischen Inhaltsstoffe erfordert den Einsatz spezieller Konstruktionen im Bereich des Verbrennungsprozesses. Das gilt für die Brennkammer selbst, aber auch für die nachgeschaltete Rauchgaswäsche und die Wärmerückgewinnung. Die Firma Dürr kann für jeden Prozess- und Anwendungsfall die richtige Anlage planen und realisieren. Dies erfolgt bei speziellen Anwendungen auch durch die Einbindung von Kooperationspartnern. Bei der Verbrennung von Salzlösungen kooperiert Dürr mit der Caloric Anlagenbau; bei siliziumhaltigen Verbindungen ist die RVT Process Equipment mit im Boot.

Verbrennung von halogenierten Rückständen

Halogenhaltige Rückstände fallen u.a. in folgenden Produktionsprozessen an:

  • Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden,
  • Herstellung von Epoxidharzen,
  • Herstellung von Vinylchlorid und Dichlorethan,
  • Kältemittelproduktion,
  • Herstellung chlorierter Lösemittel wie Methylenchlorid oder Trichlorethylen.

Die EU-Richtlinie 2000/76/EG schreibt für die Verbrennung halogenhaltiger Rückstände eine Mindesttemperatur von 1100° C bei einer Verweilzeit von min-destens zweiSekunden vor. Beim Verbrennen von halogenierten Stoffen entstehen neben den normalen Oxidationsprodukten wie Kohlendioxid und Wasser auch anorganische Stoffe: Halogenwasserstoffe und elementare Halogene.

So funktioniert die Brennkammer

Zur Entsorgung halogenierter Abgase und Flüssigkeiten werden üblicherweise mit keramischen Steinen ausgekleidete Brennkammern eingesetzt. Da die kera-mische Auskleidung nicht diffusionsdicht ist, dringen die gebildeten Halogenwasserstoffe in das Mauerwerk der Brennkammer ein und kommen so auch mit dem metallischen Brennkammermantel in Kontakt.

Die innere Auskleidung und die äußere Isolierung der Brennkammer müssen deshalb so bemessen werden, dass eine Taupunktunterschreitung von Halogenwasserstoffen verhindert wird. Oft wird auf eine äußere Isolierung verzichtet und die Brennkammer außen nur mit einem metallischen Lochblech als Berührungsschutz versehen. Dieses Konzept ermöglicht eine einfache Temperaturüberwachung am Stahlmantel und damit eine frühzeitige Erkennung von Schäden an der Ausmauerung.

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