Digitalisierung mal drei Jumo wächst weiter und rüstet sich für die digitale Zukunft

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Das Fuldaer Familienunternehmen Jumo zieht Bilanz: Der Hersteller von Mess- und Sensortechnik ist in den letzten zehn Jahren um 43 % gewachsen und hat mittlerweile Tochtergesellschaften in 24 Ländern. Im letzten Jahr betrug der Umsatz 220 Millionen Euro. Beim Blick in die Zukunft, sehen die Fuldaer Herausforderungen durch die Digitalisierung, welche sie mithilfe von drei Ansätzen meistern wollen.

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Jumo-Geschäftsführer Michael Juchheim präsentiert, wie sich das Unternehmen in Zukunft aufstellen möchte.
Jumo-Geschäftsführer Michael Juchheim präsentiert, wie sich das Unternehmen in Zukunft aufstellen möchte.
(Bild: PROCESS)

Würzburg – Jumo blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und erwartet auch 2017 eine Umsatzsteigerung. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit rund 2300 Mitarbeitern weltweit 220 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein bedeutender Umsatztreiber war dabei das Ausland, die Exportquote der Unternehmensgruppe liegt bei über 50 %. „Das internationale Wachstum hilft uns, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern“, so Geschäftsführer Bernhard Juchheim.

Der Unternehmensleitung liege besonders die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern am Herzen, so Juchheim. Dem Thema „Nachwuchssicherung“ komme dabei besondere Bedeutung zu. Mit aktuell über 120 Auszubildenden liegt die Ausbildungsquote deutlich über dem Branchenschnitt.

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Weltpremiere für Kunststoff-Sensor

Große Erwartungen setzt die Geschäftsführung in die neue Kunststoffsensorik Jumo plastosens. Denn durch diese Technologie verfüge das Unternehmen über einen Innovationsvorsprung, mit dem weltweit neue Branchen und Märkte erschlossen werden können. Durch die Übernahme des Thermprozesstechnik-Unternehmens PGT ist es gelungen die Kunststoff-Sensorik zur Markt- und Serienreife weiterzuentwickeln. Die Sensoren werden bei der Herstellung nicht wie bisher üblich in einem Metallrohr vergossen, sondern im Spritzgussverfahren mit Kunststoff ummantelt.

Das größte Plus bei Sensorik aus Kunststoff sei die völlige Gestaltungsfreiheit. Die Sensoren passen sich an die jeweilige Einbausituation an. So könne zum Beispiel ein Temperatursensor komplett in eine Kunststoff-Rohrleitung integriert werden. Ein weiterer Vorteil neben dem geringen Gewicht sei die hohe Reproduzierbarkeit.

Aktuell sind ein Fühler mit einer Isolationsfestigkeit von 5 kV für den Einsatz in Transformatoren, ein vibrationsfester Einsteckfühler für das Medium Öl und ein wasser- und dampfdichter Fühler für Sterilisationsanwendungen in der Entwicklung.

Die Temperaturfühler eignen sich für Temperaturbereiche von -50 °C bis zu 200 °C. Durch den Einsatz von Spezialkunststoffen kann dabei eine vergleichbare Wärmeleitfähigkeit wie bei Metall erzielt werden, so das Unternehmen. Die Verwendung spezieller Additive ermögliche die Entwicklung maßgeschneiderter Kunststoffe für eine Vielzahl von Applikationen.

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Der breiten Öffentlichkeit will das Unternehmen die neuen Sensoren auf der Messe SPS IPC Drives in Nürnberg erstmalig präsentieren. Vom 28.11. bis 30.11.2017 können die Neuentwicklungen in Halle 4A, am Stand 435 oder in der Halle 7A, Stand 248 bestaunt werden.

Digitalisierungsstrategie auf drei Ebenen

Weitere Wachstumschancen sieht Geschäftsführer Michael Juchheim auf dem Gebiet der Digitalisierung. Das Unternehmen verfolgt dabei drei Ansätze. „Zum einen entwickeln wir Produkte, die die Digitalisierung vorantreiben, zum anderen unterstützt unsere Engineering-Abteilung Kunden bei der Umsetzung innovativer Systemlösungen im Hinblick auf die Industrie 4.0.“ Darüber hinaus digitalisiere das Unternehmen konsequent Produktions-, Vertriebs- und Kommunikationsprozesse, erläutert Juchheim.

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