Jahresbilanz, Ausblick und Produkt-Vorstellungen Jumo überschreitet erstmals die 200 Millionen Euro-Umsatzschwelle

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Das Fuldaer Familienunternehmen Jumo hat die 200 Millionen Euro-Umsatzschwelle zum ersten mal in der Firmengeschichte überschritten. Auch die Mitarbeiterzahl stieg im vergangenen Jahr von 1706 auf 1938. Auf der Pressekonferenz wurden neue Produkte für die Hannover Messe und die ACHEMA vorgestellt.

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Bernhard Juchheim, geschäftsführender Gesellschafter von Jumo, eröffnete die Pressekonferenz, zog Bilanz und gab einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012. (Bild: Wolfgang Ernhofer)
Bernhard Juchheim, geschäftsführender Gesellschafter von Jumo, eröffnete die Pressekonferenz, zog Bilanz und gab einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012. (Bild: Wolfgang Ernhofer)

Fulda – Die Unternehmensgruppe Jumo hat während ihrer Pressekonferenz auf ein erfolgreiches Jahr zurückgeblickt. Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurde die 200 Millionen Euro Umsatzschwelle überschritten und das Familienunternehmen konnte den 179 Millionen Umsatz von 2010 um 13 Prozent auf 203 Millione Euro steigern. Am generierten Umsatz ist die Exportquote mit rund 53 Prozent maßgeblich beteiligt.

Investitionen in Sachanlagen

Im Stammwerk in Fulda wurden 2011 4,2 Millionen Euro in Anlagen und Maschinen investiert. Der Neubau einer Warenannahme kostete Jumo weitere vier Millionen Euro. Für 2012 sind Investitionen in Höhe von 9,3 Millionen Euro geplant. Jährlich fließen weitere Millionensummen in die Ent- und Weiterentwicklung von Produkten. Bernhard Juchheim, geschäftsführender Gesellschafter, kündigte auch den Ausbau der Ex-Schutz-Serie an und betonte, dass das Unternehmen "mehr in die Chemiebranche hineinwachsen" will.

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Neue Produkte und Weiterentwicklungen

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden neue Produkte und Weiterentwicklungen der Firma vorgestellt.

Aufbauthermostat

Um die Anforderungen der Chemiebranche zu erfüllen ist der neue Aufbauthermostat exTherm-AT explosionsgeschützt und hat eine Atex-Zulassung für die Zonen 1 und 2, oder für die Zonen 21 und 22. Die Zonentrennung zwischen den Zonen 0 und 1 ist mithilfe spezieller Schutzhülsen möglich. Für den Einsatz in der chemischen Industrie sind zusätzlich zu Polyester noch Gehäusevarianten aus Aluminium oder Edelstahl erhältlich.

Sicherheitstemperaturbegrenzer

Auch der Sicherheitstemperaturbegrenzer safetyM STB/STW Ex ist nach Atex-Richtlinie konstruiert. Damit sind die Geräte zusätzlich zu den Zulassungen nach DIN EN 14597, SIL 3, PL e und GL nun auch explosionsgeschützt erhältlich.

Mehrkanalmessgerät

Das Aquis touch S eignet sich zur Messung von pH- oder Redoxwert, elektrischer Leitfähigkeit, Reinstwasser-Widerstand, Temperatur, Desinfektionsmessgrößen, wie z.B. Chlor, Chlordioxid, Ozon, Wasserstoffperoxid und Peressigsäure, oder auch zur Messung der Durchflussmenge.

Das Gerät hat eine Ethernet Schnittstelle, worüber es in ein LAN eingebunden werden kann. Durch die integrierte Webserver-Funktion können Messwerte und Gerätezustand von jedem beliebigen Internetzugang aus kontrolliert werden. Das Mehrkanalmessgerät soll viele einzelne Messgeräte ersetzen und so helfen Kosten und Platz zu sparen. Das Gerät wird auf der ACHEMA in Frankfurt erstmals präsentiert.

Temperaturmessumformer

Der Zweidraht-Temperaturmessumformer dTrans T05 verfügt über eine USB-Programmierschnittstelle, an der ein PC, oder Laptop zur Konfiguration angeschlossen werden kann. Das soll Programmierung und Wartung der Geräte vereinfachen und dem Techniker einen schnellen Zugang ermöglichen.

Druckmessumformer

Die Erfassung von Relativdrücken in organischen und chloridhaltigen Messstoffen soll durch den Midas C18 SW ermöglicht werden. Der Druckmessumformer eignet sich laut Jumo besonders für Applikationen in der Labortechnik oder für Unternehmen der Wasser- und Abwasserindustrie.

Betriebliches Vorschlagswesen spart Kosten

Das betriebliche Vorschlagswesen innerhalb des Unternehmens half insgesamt 279000 Euro einzusparen. 2011 wurden 255 Verbesserungsvorschläge von 190 Mitarbeitern (entspricht einer Beteiligungsquote von 14,98 Prozent) eingereicht, wobei 65 Prozent der Vorschläge anerkannt wurden.

Nachwuchsförderung im Ausland

Ausbildung von Experten für das eigene Unternehmen spielt bei Jumo eine wichtige Rolle. Neben informationstechnischen, kaufmännischen, metalltechnischen, elektrotechnischen und konstruktionstechnischen Berufen, bildet Jumo auch Glasapparatebauer und Glasapparatebauerinnen aus.

Im Oktober 2011 bekamen sechs Auszubildende die Möglichkeit, vier Wochen in einer ausländischen Tochtergesellschaft mitzuarbeiten. Dort sollen die Jugendlichen neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln und über den Tellerrand hinausschauen.

Ausblick auf 2012

Für 2012 erwartet sich das Unternehmen Wachstum besonders im Bereich Automatisierung. Das Geschäftsfeld erwirtschaftet momentan rund 40 Prozent des Umsatzes und ist neben dem Sensorenbereich mit rund 60 Prozent noch ausbaufähig.

Auch für den chinesischen Markt erwartet Jumo eine Umstzsteigerung gegenüber den 17 Millionen Euro im Jahr 2011. Insgesamt strebt das Fuldaer Unternehmen eine Steigerung von 10,8 Prozent an , was einem Gesamtumsatz von 225 Millionen Euro entspricht. Dabei sollen Qualifizierung von Mitarbeitern, internationale Ausrichtung und innovative Entwicklungen dem Unternehmen helfen, weiterhin "stark im Produkt-Geschäft" zu bleiben.

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