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Joint-venture

Joint-venture von Dow und Saudi Aramco wird in Jubail Chemie-Großkomplex bauen

| Redakteur: Sonja Beyer

Zwei Riesen reichen sich die Hand: Mit vereinten Kräften wollen Dow Chemical und Saudi Aramco ein Megaprojekt stemmen und in Saudi-Arabien einen voll integrierten Chemiekomplex hochziehen, der vom neuen Joint-venture der beiden Unternehmen betrieben werden soll.

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(Logo: Dow)
(Logo: Dow)

Midland, Michigan/USA, Dhahran/Saudi-Arabien – Unter dem Namen Sadara Chemical Company geht das neue Joint-venture an den Start, nachdem es jüngst den Segen der Aufsichtsräte des Chemiekonzerns Dow Chemical sowie der Saudi Arabian Oil Company (Saudi Aramco), des staatlichen saudi-arabischen Erdölriesen, erhalten hat. Genehmigt wurde es nach einer Projektmachbarkeitsstudie und im Jahr 2007 begonnenen Planungsarbeiten.

Nicht weniger als die größte chemische Produktionsanlage, die je in einem einzigen Schritt erbaut wurde, ist das Ziel beider Unternehmen: Das gemeinsame Vorhaben sieht den Bau und den Betrieb eines groß angelegten, voll integrierten Chemiekomplexes in der saudi-arabischen Industriestadt Jubail vor, der aus 26 Produktionseinheiten bestehen soll. Der Komplex wird mit einer Cracker-Großanlage ausgestattet sein, die ein breites Spektrum an Rohstoffen verarbeiten kann und über die umfassend integrierte Kohlenwasserstoff-Infrastruktur von Saudi Aramco versorgt wird.

Mithilfe der Technologie von Dow und Saudi Aramcos Know-how bei Projektmanagement und Umsetzung werden die Produktionseinheiten zahlreiche Hochleistungsprodukte wie Polyurethan (Isozyanat, Polyetherpolyol), Propylenoxid, Propylenglykol, Elastomere, Polyethylen, Glykolether und Amine herstellen. Der geplante Output beträgt über drei Millionen Tonnen Chemieprodukte und Hochleistungskunststoffe, die für die Wachstumsmärkte in den Bereichen Energie, Transport, Infrastruktur und Konsumgüter bestimmt sind. Sadara wird die Vermarktung der Produkte in acht Ländern in der Region selbst verantworten. Dow übernimmt die Markteinführung und den Vertrieb in allen Ländern außerhalb des Nahen Ostens.

Der Bau beginnt sofort, und die ersten Produktionseinheiten sollen im zweiten Halbjahr 2015 ihren Betrieb aufnehmen. Die komplette Fertigstellung und Inbetriebnahme wird für 2016 erwartet. Bereits wenige Jahre später soll Sadara dann einen Jahresumsatz von etwa zehn Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt, einschließlich Investitionen Dritter, werden sich auf etwa 20 Milliarden Dollar belaufen. Sadara wird nach dem Börsengang zu einem gleichberechtigten Joint-venture zwischen Saudi Aramco und Dow. Zusätzlich zum Eigenkapital der beiden wird die Projektfinanzierung für Sadara von Finanzinstituten und Exportkreditagenturen getragen.

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