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Studie: Rohstoffe Ist die Zeit der niedrigen Rohstoffpreise bald vorbei?

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Ist die Zeit der niedrigen Rohstoffpreise bald vorbei? Die jährliche Rohstoffstudie der Einkaufs- und Supply Chain Management-Beratung Inverto zeigt mit welcher Entwicklung die deutsche Wirtschaft rechnen sollte.

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Der schwache Euro verteuert wichtige Ressourcen – ein Großteil deutscher Unternehmen erwartet dauerhaft höhere Einkaufspreise.
Der schwache Euro verteuert wichtige Ressourcen – ein Großteil deutscher Unternehmen erwartet dauerhaft höhere Einkaufspreise.
(Bild: Dreaming Andy)

Köln – Die von den Unternehmen erwartete Entwicklung der weltweiten Rohstoffmärkte könnte die deutsche Wirtschaft schwer belasten: 67 % der Inverto-Studienteilnehmer rechnen mit Rohstoffpreiserhöhungen. Diese Situation wird durch die anhaltende Euroschwäche noch verschärft, welche aktuell bereits zu Mehrausgaben im Einkauf führt. Die meisten Unternehmen reagieren bereits entsprechend. Doch nicht alle haben die Voraussetzungen geschaffen, um einer möglichen Rohstoff-Hausse begegnen zu können.

62 % der Befragten gaben an, dass Rohstoffpreise einen großen Einfluss auf das eigene Geschäft haben, 60 % sagten dasselbe über die Entwicklung von Wechselkursen. Beide Werte werden als einflussreicher eingeschätzt als die Einwirkung von konjunkturellen Unsicherheiten und erhöhtem Wettbewerb (48 bzw. 45 %). Damit liegen Rohstoff- und Währungsrisiken auf den Spitzenplätzen der geschäftsrelevanten Außeneinflüsse.

Euroschwäche treibt Rohstoffpreise

Die Resultate spiegeln wider, wie sehr sich die Weltwirtschaft seit der letzten Befragung verändert hat: Die anhaltende Euroschwäche, aber auch vereinzelte Preisanstiege, etwa bei Kunststoffen oder Kakao, haben den bisherigen Optimismus vieler Einkäufer gedämpft. Während in der Vorjahresbefragung bereits die Mehrheit mit einer Steigerung der Rohstoffkosten rechnete, gehen derzeit 67 % der Befragten von einem Anstieg der Rohstoffpreise aus (2014: 53 %).

Ein Grund für diese Einschätzung ist in der derzeitigen Euroschwäche zu sehen: Der ungünstige Wechselkurs der Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar verteuert die meist in Dollar zu begleichenden Rohstoffeinkäufe. Ein gutes Drittel der Beschaffungsfachleute erwartet zudem, dass dem Euro noch weitere Kursverluste bevorstehen.

Versorgungsengpässe bei Kunststoffen erwartet

Bezüglich der Versorgungslage äußerten sich die befragten Einkäufer überwiegend entspannt. Dennoch rechnen einige Studienteilnehmer mit nachfragebedingten Verknappungen bestimmter Güter. So rechnen 27 % der befragten Einkäufer mit einer Verknappung des weltweiten Angebots von Kunststoffen. Weiterhin schwierig gestaltet sich nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer auch die Beschaffung seltener Erden. Mit 22 % der Einkäufer rechnen zwar weniger als im Vorjahr (30 %) mit Engpässen, da das Hauptexportland China mit dem Abbau von Ausfuhrbeschränkungen begonnen hat. Dennoch sehen vor allem Maschinen- und Anlagenbauer weiterhin eine Gefahr von Versorgungsengpässen.

Die komplette Studie können Sie auf der Seite von Inverto kostenlos herunterladen.

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