Energieeffizienz Ist die ausschließliche Betrachtung der Energieeffizienz bei Pumpen nicht zu einseitig?

Autor / Redakteur: Jürgen Holdhof / Dr. Jörg Kempf

Bereits frühzeitig ist die Pumpenindustrie dem Ruf nach energieeffizienten Pumpensystemen gefolgt und bietet heute Pumpen mit hohen Wirkungsgraden und entsprechende Audits an. Jedoch muss die einseitige Orientierung an Energieeffizienzkriterien keineswegs zu einem optimalen Pumpensystem führen.

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Bei den Energiesparpumpen vom Typ Industrie-Bloc NUB handelt es sich um universelle einstufige Umwälzpumpen.
Bei den Energiesparpumpen vom Typ Industrie-Bloc NUB handelt es sich um universelle einstufige Umwälzpumpen.
(Bild: Edur)

Energieversorgung und Energieeffizienz sind die Megathemen in Politik, Industrie und der breiten Öffentlichkeit. Die mit der Energiewende einhergehenden steigenden Energiepreise und die Frage der Versorgungssicherheit sind Treiber für nachhaltiges Wirtschaften in allen Bereichen geworden. Auch die Pumpenindustrie hat sich frühzeitig den Anforderungen nach energieeffizienten Pumpensystemen gestellt und bietet heute nicht nur Pumpen mit hohen Wirkungsgraden, sondern Pumpenaudits, die auch das Pumpenumfeld energetisch und strömungstechnisch beleuchten und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

Die Einsparpotenziale sind enorm und können den Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent senken. Dies ist nicht nur blanke Theorie, sondern durch viele Praxisbeispiele belegt. Aber ist die ausschließliche Betrachtung der Energieeffizienz nicht zu einseitig? Gibt es nicht Sachzwänge, die gänzlich andere Lösungen erfordern?

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Aus Pumpensicht können dies Forderungen nach Prozesssicherheit sein. Eine einseitige Orientierung ausschließlich an Energieeffizienzkriterien muss nicht zu einem optimalen Pumpensystem führen:

  • Schlechte Zulaufbedingungen benötigen niedrige NPSH-Werte der eingesetzten Pumpen.
  • Mögliche Gaseinschlüsse in Flüssigkeiten machen Mehrphasenpumpenhydrauliken notwendig.
  • Feststoffanteile verursachen erhöhten Verschleiß, wenn das Pumpendesign nicht entsprechend angepasst ist.
  • Empfindliches Fördergut erfordert schonende Förderung.
  • Energieeffiziente Antriebe arbeiten nur unter dem vorgegebenen Betriebspunkt energieeffizient.
  • Ein aufwändiges Steuer- und Regelkonzept ist störungsanfälliger als eine einfache, robuste Lösung.

Sachzwänge können auch Forderungen nach hermetischen Wellenabdichtungen, etwa bei umweltgefährdenden oder wertvollen Flüssigkeiten, sein. Die dann nötigen Magnetkupplungen konterkarieren aufgrund der Wirbelstromverluste jegliche Energiekos-tenbetrachtung, wenn Standardmaterialien für den Spalttopf zum Einsatz kommen.

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