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Dossier Interpack 2008 Interpack schreibt Messegeschichte

| Autor / Redakteur: Marion Wiesmann, Anke Geipel-Kern / Anke Geipel-Kern

Erfolgreicher und größer als je zuvor hat die Interpack zu ihrem 50. Jubiläum erneut ihren Stellenwert als bedeutendste Verpackungsmesse der Welt bewiesen. Vom 24. bis 30. April traf sich die internationale Verpackungsbranche in Düsseldorf, um Kontakte zu knüpfen und sich über die neuesten Trends zu informieren.

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Die Düsseldorfer Messe belegt 18 Hallen.
Die Düsseldorfer Messe belegt 18 Hallen.
( Bild: Messe Düsseldorf )

Düsseldorf – Mit einer Ausstellungsfläche von 175 000 Quadratmetern und 2744 Ausstellern hat die Interpack 2008 als bis dato größte Messe in Düsseldorf Geschichte geschrieben. Und nicht nur die belegte Fläche war rekordverdächtig. In ihrer fünfzigjährigen Geschichte war die Stimmung in den Hallen selten so positiv und das generierte Auftragsvolumen selten so hoch. Insgesamt informierten sich rund 179 000 Besucher vom 24. bis 30. April über Innovationen aus den Bereichen Produktion von Verpackungen und Süß- und Backwaren sowie Packmittel aller Materialklassen.

Internationale Entscheidungskompetenz vorhanden

Auch hinsichtlich Internationalität und Entscheidungskompetenz konnte die Interpack 2008 zulegen. Der Anteil ausländischer Besucher stieg auf 62 Prozent, insgesamt waren 121 Nationen vertreten. Die meisten ausländischen Gäste reisten aus Europa (62 Prozent) an, aber auch aus Asien (20 Prozent) kamen etliche Fachleute, vor allem vom indischen Subkontinent. Ebenfalls mit größeren Anteilen vertreten waren Süd- und Mittelamerika. 65 Prozent der Besucher waren Fachleute mit Entscheidungsbefugnissen in ihrem Unternehmen.

“Die Ziele der Aussteller waren ja primär Imagepflege, Kontaktanbahnung zu neuen Zielgruppen und zu neuen Besuchern. Im Mittelpunkt standen aber natürlich auch direkte Geschäfte auf der Messe. Hier sind die Erwartungen deutlich übertroffen worden“, begründete Michael Degen, Bereichsleiter Messe Düsseldorf, die positiven Umfrageergebnisse. Immerhin wollen 97 Prozent der Aussteller auch an der nächsten Interpack 2011 wieder teilnehmen. Doch nicht nur die Aussteller beurteilten die Teilnahme als vollen Erfolg. Auch die befragten Besucher gaben der Interpack 2008 mit 97 Prozent beinahe einhellig Bestnoten.

Prozesstechnik im Fokus

Im Komplettpaket wurden die Trends der Branche serviert – im Fokus dabei vor allem altersgerechte und besonders praktische sowie biologisch abbaubare und kompostierbare Verpackungen. Auffallend sei laut Erhard Rustler, Präsident der Interpack 2008, das zunehmende Interesse an kompletten Linien und Prozesstechnik. Auch die erstmalige Zulassung von Stand-Alone-Lösungen für die Packmittelproduktion wurde von den Fachbesuchern sehr gut angenommen. 78 Prozent der Besucher interessierte sich für Prozesstechnik und Maschinen für das Verpacken sowie die Packmittelproduktion. Ebenfalls deutlich im Fokus stand das zweitgrößte Segment der Interpack: die Packstoffe und Packmittel. Dieses Segment gaben 50 Prozent der Besucher als Interessensschwerpunkt an.

Die Wünsche der Besucher hatte die Messe klar in ihrem Profil abgebildet. Die Herstellung von Packmitteln spielte in diesem Jahr eine größere Rolle als noch vor drei Jahren. Doch der Löwenanteil der Fläche entfiel auf das Segment Verpackungsmaschinen, die zweite Ausstellergruppe betraf die Hersteller von Packstoffen, Packmitteln und Packhilfsmitteln, die dritte Gruppe widmete sich Maschinen für Süß- und Backwaren.

Markt für Verpackungsmaschinen boomt

Die Leitmesse demonstrierte eindrucksvoll: In der Verpackungsindustrie herrscht glänzende Stimmung. „Nicht nur die wirtschaftliche Lage in Europa ist trotz Verlangsamung des Wachstums vielversprechend, gerade auch die sich entwickelnden Märkte in osteuropäischen Ländern, speziell in Russland. Und natürlich auch in Asien bringen neue Absatzchancen für unsere Branche“ sagte Interpack-Präsident Erhard Rustler und betonte die Bedeutung der Leitmesse: „Die Impulse der Interpack werden im Markt nachhaltig wirken und die Verpackungswelt in den nächsten drei Jahren prägen.“

Die gute Marktsituation spiegelt auch der Weltmarkt für Verpackungsmaschinen wider, den der VDMA für 2006 mit 20,8 Milliarden Euro bezifferte. Und der Markt wächst weiter – zweistellig wie der VDMA vermerkte. Allein Deutschland exportierte in den ersten zehn Monaten des letzten Jahres Verpackungsmaschinen im Wert von 4,07 Milliarden Euro (+15 Prozent) in die gesamte Welt, wobei der wichtigste Absatzmarkt nach wie vor die USA sind, gefolgt von Russland, Großbritannien und Frankreich.

Bioplastics gefragt

Fester Bestandteil ist mittlerweile die Sonderschau Bioplastics in Packaging in Halle 7 mit dem Verband European Bioplastics als Kooperationspartner. Rund 40 Hersteller von Biokunststoffen, darunter Dupont Packaging, BASF und Nature Works, zeigten Lösungen mit verbesserten Barriereeigenschaften, Hitzeresistenz oder leichterer Verarbeitbarkeit. Weiterführende Informationen zum Thema Biokunststoffe finden Sie in unserem WebTV-Beitrag zur Interpack.

Innovationparc Packaging

Nicht nur Verpackungskünstler Christo verhüllt Brücken und Gebäude, um Aufmerksamkeit zu erregen, auch für den Handel ist die Verpackung ein wichtiges Marketinginstrument. Diesem Aspekt widmete sich der Innovationparc Packaging, der Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette präsentierte und unter anderen Faltschachtelhersteller, Verpackungsmaschinenhersteller, Designagenturen und dem Einzelhandel Ausstellungsfläche bot. Mit dabei waren Unternehmen wie Metro, Smurfit Kappa Baden Karton, Heidelberger Druckmaschinen, MAN Roland Druckmaschinen, Siegwerk Druckfarben und Copaco. Als Handelspartner mit im Boot waren das EHI Retail Institute, Pro Carton international – eine europaweit arbeitende Vereinigung der Karton- und Faltschachtelproduzenten sowie Hersteller von Verkaufsverpackungen aus Karton – und die Pan-European Brand Design Association (PDA), die das Thema Verpackungsdesign repräsentierte. Fünf Kompetenzinseln mit den Schwerpunktthemen „Point of Sale“, Sustainability, Convenience, Consumer Insight und Imagination wurden ergänzt durch Vorträge, die Themen wie Verpackungsveredelung,- gestaltung und neue Herstellungstechniken beleuchten. Weitere Messetrends waren in diesem Jahr vor allem die Themen hochveredelte Packstoffe und Packmittel sowie der Sicherheitsdruck. Nach wie vor ist PET bei Getränkeflaschen das vorherrschende Material.

Renommierter Designpreis erstmals ausgelobt

Zum ersten Mal in diesem Jahr vergab die iF International Forum Design den iF packaging award, der sich an die gesamte Verpackungsbranche richtet – egal ob Hersteller, Entwickler oder Gestalter von Verpackungen, Packmitteln, Verpackungsmaterial, Verpackungsgrafik oder Verpackungsmaschinen. 148 Beiträge aus 17 Ländern wurden von einer unabhängigen Expertenjury beurteilt – unter anderem nach Designqualität, Ergonomie, Materialwahl sowie Innovationsgrad. Insgesamt kürte die Expertenjury am Eröffnungstag 53 Gewinner und vergab an fünf von ihnen einen iF gold award für herausragende Gestaltung. Wer sich dafür interessierte, hatte während der gesamten Messe Gelegenheit, die mit dem iF-Label prämierten Beiträge in einer Sonderausstellung zu besichtigen.

Fazit: In ihrer 50-jährigen Geschichte hat sich die Interpack als Leitmesse rund um Verpackung international etabliert und sich im Jubiläumsjahr von ihrer besten Seite gezeigt. Doch nach der Messe ist vor der Messe: Der Termin für die nächste Interpack in Düsseldorf steht bereits fest. Es ist der 12. bis 18. Mai 2011.

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