Füllstandmessung Intelligente Füllstandmessung sorgt für neue Energiekonzepte

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Alternativen zur konventionellen Stromerzeugung werden derzeit heiß diskutiert. Unabhängig davon, welcher Weg dafür eingeschlagen wird – ohne die entsprechende Automatisierungstechnik lassen sich die wenigsten Konzepte umsetzen. Welchen Beitrag die Prozessmesstechnik dazu leistet, zeigen drei ganz unterschiedliche Beispiele

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Beispiel Pumpspeicherwerk - die Füllstandmesstechnik gibt Raum für alternative Energiekonzepte.
Beispiel Pumpspeicherwerk - die Füllstandmesstechnik gibt Raum für alternative Energiekonzepte.
(Bild: Vega)

Das erste Beispiel kommt aus einer Biogasanlage in der Eifel: Dort werden Smart Grids getestet, um die Strombereitstellung flexibel, effizient und versorgungssicher zu organisieren. Übertragen auf die Anlage bedeutet dies, dass Biogas nicht sofort, sondern nach Bedarf verstromt werden kann.

In Biogasanlagen stellen Feststoffanteile aus Stroh, Gülle und Sand in den Fermentern sowie die chemisch aggressive Umgebung hohe Anforderungen an die messtechnische Ausstattung. Um die Auflagen des Wasserhaushaltsgesetzes zu erfüllen, kommen sowohl im Biogasspeicher als auch in den beiden Fermentern die robusten Vibrationsgrenzschalter Vegaswing 63 zum Einsatz. Im Nachgärer ist für die Füllstandmessung der Reststoffe ein hydrostatischer Druckmessumformer Vegabar 66 mit chemisch resistenter und abrasionsfester keramischer Messzelle installiert, der mit FEP-Kabel ausgestattet ist.

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Strom aus der Wüste

Futuristisch muten die drei Parabolrinnen-Kraftwerke im Komplex „Andasol“ in Südspanien an. Dabei werden durch die Fokussierung der Sonnenstrahlung in Parabolspiegeln so hohe Temperaturen erreicht, dass die Wärmeenergie in Dampfturbinen genutzt werden kann. Vega ist seit den Anfängen beim Andasol-Projekt dabei: Der Radarsensor Vegapuls 62 wird beispielsweise in Salzspeichern eingesetzt, in denen hohe Anforderungen an die Temperatur- und chemische Beständigkeit gestellt werden. Diese speichern die thermische Energie, die insbesondere am Nachmittag im Überfluss erzeugt wird. So kann das Kraftwerk auch nachts Energie liefern.

Dieser thermische Speicher íst für sieben bis acht Stunden Energieautonomie ausgelegt. Das Salz wird in großen Tanks gespeichert und speist über Wärmetauscher die Dampferzeuger der Turbine. Das Verfahren zeichnet sich durch eine innovative Technologie aus, die es ermöglicht, die am Tag gewonnene Energie auch bei Nacht zu nutzen.

Zukunft Wasserkraft

Das dritte Beispiel findet sich in einem Pumpspeicherwerk in der Schweiz. Auf vier Gefällstufen produzieren die Kraftwerke Linth-Limmern (KLL) dort jährlich 430 Millionen kWh CO2-freie Energie. Das Projekt „Linthal 2015“ sieht nun einen Ausbau und die Optimierung der KLL-Anlagen vor. Dafür wird der natürliche, hochalpine Seespeicher ausgebaut. Zur Sicherung der auf 2474 m hoch gelegenen Baustelle wird der Pegel des Muttsees ständig überwacht. Daher wurden im Stausee zwei Druckmessumformer Vegabar 66 mit abgesetzter Elektronik eingesetzt.

Zum Übertragen der Pegeldaten von den Messstellen im See zur Steuerzentrale wird die GSM/GPRS-Funkeinheit Plicsmobile T61 eingesetzt. Durch die leistungsstarke Batterie und dem integrierten Powermanagements kann das System über lange Zeit betrieben werden. Die Pegelstände des Sees werden somit sicher erfasst und an die Steuerung weitergeleitet. Diese setzt bei ansteigendem Pegel entsprechende Pumpen in Gang, um das Niveau des Sees auf Idealhöhe zu halten.

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