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WVIS-Branchenmonitor 2018 Industriedienstleister fordern zügigere Digitalisierung und erwartet deutliches Umsatzwachstum in der Chemie

Autor / Redakteur: Gerd Kielburger / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Soll die deutsche Industrie nicht ins Hintertreffen geraten, müsse die Digitalisierung beschleunigt und höher priorisiert werden. Das fordert der Wirtschaftsverband für Industrieservice e.V. (WVIS) als Interessenvereinigung für Unternehmen im Industrieservice mit Blick auf die Ergebnisse des aktuellen WVIS Branchenmonitors 2018. Die Studie liefert zentrale Zahlen zu Entwicklung und Ausrichtung des Industrieservices.

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Der Wirtschaftsberband für Industrieservice e.V. (WVIS) fordert eine höhere Priorisierung bei der Digitalisierung.
Der Wirtschaftsberband für Industrieservice e.V. (WVIS) fordert eine höhere Priorisierung bei der Digitalisierung.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Düsseldorf – Der Industrieservice sei nachweislich ein Beschleuniger des industriellen Umbaus, erklärt WVIS-Geschäftsführer Dr. Reinhard Maaß. Insbesondere der Bereich Smarte Dienstleistungen wachse durch die intensive Nutzung von Industrie 4.0 in den Betrieben. Gerade die Hauptleistungsträger der deutschen Wirtschaft, die klein- und mittelständischen Betriebe, sind nach Einschätzung des WVIS auf die digitale Kompetenz der Industrieservice-Dienstleister angewiesen, da sie selber die entsprechende Expertise in der Kürze der Zeit nicht aufbauen können.

Für Geschäftsführer Maaß erfordert die zügige Digitalisierung der deutschen Wirtschaft allerdings auch entsprechende leistungsfähige Netzinfrastrukturen. „Ein leistungsfähiges digitales Hochgeschwindigkeitsnetz fehlt aber nach wie vor und trotz aller Beteuerungen der Politik“, beklagt Maaß. Der mangelhafte Ausbau des schnellen Datennetzes sei inzwischen der dritte Bremsschuh, den die Politik der deutschen Wirtschaft vor die Füße werfe, so die Einschätzung des Verbandssprechers. Bereits die Mehrkosten der Energiewende und die administrativen Auswirkungen des Werksvertragsrechts hätten in jüngster Zeit Kosten steigen lassen und die Produktivität behindert. In Europa repräsentiert die Branche ein Marktvolumen von schätzungsweise 100 Milliarden Euro, in Deutschland sind es rund 20 Milliarden Euro.

Zu den Ergebnissen des WVIS Branchenmonitors 2018 trugen 156 Unternehmen bei, wobei der Branchenmonitor nach Angaben des Verbandes als einzige Erhebung im Markt sowohl Anbieter als auch Kunden befragt. Beide gaben Auskunft zu zahlreichen Fragen rund um das weiterhin wachsende Marktsegment des Industrieservices

Chemiebranche Zugpferd bei Umsatzwachstum

Rund die Hälfte des Industrieservice erwartet demnach ein deutliches Umsatzwachstum in der Chemiebranche. Dies bedeutet gegenüber 2017 einen sprunghaften Anstieg von 30 Prozent auf 50 Prozent der Unternehmen. Trotz politischer Unabwägbarkeiten der Energiewende sehen etwa 30 Prozent des Industrieservice gute Wachstumschancen im Energiesektor, gefolgt von den Bereichen Automotive und Pharmaindustrie, für die 20 Prozent der Unternehmen ein Umsatzwachstum erwarten. Einen Rückgang der Umsatzerwartungen gegenüber 2017 gab es laut dem aktuellen Branchenmonitor hingegen für Services im Anlagenbau, dem Engineering sowie in der Petrochemie.

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Instandhaltung mit Wachstumspotenzial

Die Instandhaltung gehört laut Ergebnissen der Marktumfrage weiterhin bei knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen zu den wichtigsten Dienstleistungen. Damit werde ein Instandhaltungsvolumen von mehr als 1,4 Mrd. Euro abgebildet. Im Industrieservice sieht man das Wachstum optimistischer als im Vorjahr. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer rechnet in den kommenden drei Jahren mit Wachstum – kurzfristig allerdings größeres Wachstumspotenzial außerhalb von Deutschland.

Die im Verband zusammengeschlossenen Unternehmen wollen noch stärker als bisher, die eigene IT-Kompetenz stärken Damit könnten die Unternehmen stark nachgefragte und noch nicht hinreichend erschlossene Servicebereiche wie IT-Sicherheit oder Softwarelösungen bedienen, heißt es in der Studie. Dies setze voraus, dass sich die Branche einem „Fit-für-Digitalisierung“-Programm und sich somit selbst einem Innovationsprozess in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft unterziehe. Allerdings müsste dies zuvorderst mit dem Ausbau der Glasfasernetzes und einer Investitionsfördernden Finanzierung der Energiewende politisch flankiert werden. Eine erfolgskritische Größe für gemeinsame Innovationen der Industrie und des Services sieht der Verband allerdings auch weiterhin im Fachkräftemangel.

Hier einige Ergebnisse des Monitors auf den Punkt gebracht:

  • 4,7 Prozent betrug das durchschnittliche Wachstum der Industrieservice-Dienstleister im Jahr 2017
  • 5,1 Prozent beträgt das erwartete Wachstum der Anbieter für das laufende Jahr
  • 3,3 Prozent betrug das Wachstum der Top-10 im Jahr 2017
  • 3,0 Prozent Wachstum erwarten die Top-10 für 2018
  • Wachstumstreiber ist für viele Industrieservice-Anbieter das Auslandsgeschäft
  • Das Wachstum wird von den kleinen und mittleren Anbietern getrieben
  • Große Anbieter wachsen langsamer oder haben sich ganz aus kriselnden Bereichen, wie der Energiewirtschaft zurückgezogen
  • Die 60% der Kunden sehen einen wachsenden Bedarf für Personaldienstleistungen.
  • Für die Instandhaltung sehen 50% einen wachsenden Bedarf.
  • Technische Reinigung (35% der Unternehmen), Instandhaltung (33% der Unternehmen) sind Dienstleistungen die von den meisten Unternehmen fremdvergeben werden
  • Die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter entscheidet bei 53% der Kunden über die Auftragsvergabe

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