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Industriedienstleister auf Wachstumskurs: Bilfinger erklärt Strategie in Hannover

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Alles, außer Verfahren

Im neu geschaffenen Teilkonzern Bilfinger Industrial Technologies wurden auch die Gesellschaften des Consulting- und Engineering-Spezialisten Tebodin integriert. Bei rund 8000 Mitarbeitern, davon mehr als 4000 Ingenieure, entfallen auf den neuen Teilkonzern eine anteilige Jahresleistung von etwa 900 Millionen Euro.

„Wir können eben alles – außer Verfahren“ , erklärte der ebenfalls anwesende Dr. Michael Herbermann, CEO von Bilfinger Industrial Services, in Hannover. Vom Reißbrett bis zu Demontage will sich das Unternehmen positionieren – und im Gegensatz zu klassischen EPC-Kontraktoren die Kunden auch nach Errichtung einer Anlage weiter betreuen: Mit der Industriedienstleistungsparte Industrial Services kann Bilfinger auch Instandhaltungs-, Turnaround- oder Ausbauten an Prozessanlagen vornehmen. „Nur Verfahrensentwicklung interessiert uns nicht – das ist und bleibt Kernkompetenz und Know-How unserer Kunden“, so Herbermann.

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Ganzheitlicher Betreuungsansatz

Mehr Leistung aus einer Hand – So versteht Bilfinger das Portfolio seiner Industriedeinstleistertöchter. Mit ingenieurtechnischem Know-How und Fachwissen im Projektmanagement sehe man sich gut aufgestellt für Aufgaben in allen wesentlichen Prozessindustrien: „Wir ermöglichen es unseren Kunden, sich auf unsere Kernkompetenz zu konzentrieren“ erklärt Töpfer in Hannover. Diese Eindeutige Trennung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten schaffe Transparenz und schlanke Prozesse, ist sich Töpfer sicher.

Dabei macht das Endkundengeschäft in der Prozessindustrie mit etwa 85% den Löwenanteil der Aufträge aus. Auch das unterscheidet Bilfinger von klassischen EPC-Unternehmen: Diese spezialisieren sich auf Beratung, Design und Projektmanagement und arbeiten in der Regel nur mit dem Hauptkontraktor direkt zusammen. Bilfinger Industrial biete dem Kunden Zusammenarbeit während sämtlicher Projektphasen – allerdings unter anderen Gesichtspunkten. Die technische Auslegung im Sinne von EPC und EPCM-Verträgen überlasse man Anderen.

Damit liege man durchaus im Trend: Nach einer Anwenderstudie des Marktforschungsunternehmens Lünendonk zur „Zukunft der Ingenieurdienstleistungen in Deutschland“ erwarten 61,3 % der großen Unternehmen einen steigenden Bedarf an externen Technologiedienstleistern. Beste Chancen also, auch zukünftig kräftig zuzulegen.

Trendthema Megaplants – Ohne Bilfinger?

Dabei stehe der Anagenbetreiber immer im Fokus, so Töpfer: „EPCs sind nur in kleinem Umfang unsere Kunden – Das Endkundengeschäft ist unser wesentliches Thema!“ Mit dieser Positionierung im mittleren Segment sehe man sich gut aufgestellt für Projekte mit Gesamtsummen von 20 bis 50 Millionen Euro. „Da haben wir eine gute Position, dass ist was wir können!“ – Megaprojekte, wie sie zur Zeit im Nahen Osten aus dem Boden gestampft werden sind für Bilfinger kein Thema. Auch bei Akquisitionen sei die passende Ausrichtung entscheidend, heißt es im Hause Bilfinger. Nur wer den lokalen Markt und seine Industrien kennt und den direkten Draht zum Kunden hat, sei ein potentieller Partner.

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