Industriearmaturen Industriearmaturen: Starke Impulse aus chemischer Industrie

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

In der ersten Jahreshälfte 2011 erzielten die deutschen Industriearmaturenhersteller laut VDMA ein nominales Umsatzplus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit entwickelte sich die Nachfrage nach Industriearmaturen „made in Germany“ weiter dynamisch. Der massive Umsatzeinbruch während der Finanz- und Wirtschaftskrise ist inzwischen wettgemacht worden.

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Frankfurt am Main – Nach einem besonders starken Mai stagnierte im Juni das Umsatzwachstum. Investitionen, die während der Krise aufgeschoben wurden, sind inzwischen weitgehend getätigt. Der Nachholeffekt scheint deshalb langsam auszulaufen. Die Wirtschaft schaltet einen Gang zurück.

Angetrieben wurde das Umsatzwachstum nicht nur durch Exporte. Auch das Inlandsgeschäft entwickelte sich sehr positiv. Ein Plus von zwölf Prozent im Inland und dreizehn Prozent im Ausland bescherte den Herstellern im ersten Halbjahr 2011 ein beachtliches Halbjahresergebnis.

In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze in den ersten sechs Monaten durchweg positiv: Im Bereich Sicherheits- und Überwachungsarmaturen stiegen sie nominal um 18 Prozent. Die Regelarmaturenhersteller verzeichneten ein Plus von elf Prozent; die Gruppe der Absperrarmaturen ein Umsatzwachstum von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der traditionell hohe Exportanteil der in Deutschland produzierten Industriearmaturen macht die Hersteller äußerst abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft. Noch sind die Auftragsbücher voll. Die Kapazitätsauslastung liegt zurzeit bei 87%.

Aber die Aussichten trüben sich ein. Nachdem die globale Konjunktur dynamisch ins erste Quartal 2011 gestartet war, hat sie sich inzwischen deutlich abgeschwächt. Trotzdem erzielten die Industriearmaturenhersteller im Zeitraum Januar bis Mai 2011 ein durchaus respektables Exportvolumen von 1,2 Mrd. Euro (+12,9 %). Der Gegenwind durch Schuldenkrise und Sparpolitik in vielen Ländern nimmt rapide zu. Im weiteren Jahresverlauf rechnet der Fachverband mit einem weiteren Umsatzwachstum, das aber an Tempo verlieren und das Jahr mit moderaten Wachstumsraten in allen Produktgruppen beschließen wird.

China, USA und Russland bleiben wichtigste Absatzmärkte

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes behaupten China, Russland und USA ihre Positionen als Top drei Absatzmärkte für deutsche Industriearmaturen. Das Exportvolumen nach China erhöhte sich von Januar bis Mai um 42 Prozent auf 169 Mio. Euro. Chinas Regierung versucht die überhitze Wirtschaft mit Zinserhöhungen zu bremsen. Das allerdings dürfte den China Boom der deutschen Industriearmaturenexporteure deutlich abschwächen.

Die Exporte in den US-amerikanischen Markt konnten von Januar bis Mai dieses Jahres ebenfalls deutliche Zugewinne erzielen. Insgesamt stiegen die deutschen Ausfuhren in die USA um 26 Prozent auf 92 Mio. Euro an.

Die Gefahr einer US-Rezession ist noch nicht gebannt und bedroht die starke Armaturennachfrage aus den USA. Industriearmaturenexporte nach Russland erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 75 Mio. Euro. Die hohen Umweltauflagen bei Industrieprojekten begünstigen den Export von innovativen und ressourcenschonenden Industrieprodukten aus Deutschland. Zudem sorgten die steigenden Exporterlöse für Erdöl, Erdgas und Metalle für einen Exportschub.

Prognose 2011

Auch wenn sich die Weltwirtschaft im zweiten Quartal etwas abgeschwächt hat, die Auftragsbücher der Industriearmaturenhersteller sind noch gut gefüllt. Allerdings stellt die Dollar- und Eurokrise ein wirtschaftliches Risiko und eine potenzielle Belastung des Geschäftes dar. Es ist damit zu rechnen, dass sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird.

Erste Anzeichen lassen sich in den Junizahlen bereits erkennen. Viel dürfte von den aufstrebenden Märkten wie Brasilien, Russland, Indien und China abhängen. In der Vergangenheit sorgten sie für viel Schwung in der globalen Nachfrage, verloren zuletzt aber auch deutlich an Tempo.

Im Bereich der Zucker- sowie der Papier- und Zellstoffindustrie rechnet die Branche mit Nachfragerückgängen. Impulse kommen demgegenüber insbesondere aus der chemischen Industrie sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Außerhalb Deutschlands ist mit einem weiteren Ausbau der Kernenergie und Nukleartechnik zu rechnen. Die global steigende Energienachfrage führt dazu, dass allein in China derzeit 13 Reaktoreinheiten am Netz und 28 weitere im Bau sind. Der Fachverband Armaturen erwartet für 2011 ein Umsatzwachstum zwischen sechs und acht Prozent.

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