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Chemie-Umsatz im ersten Quartal enttäuscht Industrie im Gegenwind: Deutsche Chemie kommt nicht in Schwung

Redakteur: Dominik Stephan

Chemikalien sind im Kommen – doch die Branche kann das Wachstum nicht in Umsatz ummünzen. Fallende Preise und schwächelnde Exporte drücken die Stimmung zusätzlich: Nach einem Umsatzrückgang um 0,9 Prozent geht VCI-Präsident Dekkers von einem schwierigen Jahr 2016 aus…

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(Bild: Life-of-Pix (Gemeinfrei/CC0))

Trotz einer im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gesteigerten Produktion ist Deutschlands drittgrößte Industrie-Sparte pessimistisch, was das laufende Geschäftsjahr angeht: „Das Chemiegeschäft wird auch in diesem Jahr schwierig werden“, erklärte VCI-Präsident Marijn Dekkers. Zuletzt war der Branchenumsatz um 0,9 Prozent zurückgegangen – Schuld daran seien vor allem niedrige Erzeugerpreise und der schwache Ölmarkt.

Obwohl die weltweite Industrie wieder mehr produziert und damit mehr Chemikalien nachfragt, tun sich die Hersteller schwer, das Absatzplus in zusätzlichen Umsatz umzumünzen. Nachdem wichtige Exportmärkte schwächeln, drängen nun auch vermehrt neue Player auf die hemischen Chemiemärkte, so der Branchenverband VCI.

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Wirtschaftliche Bilanz der Chemiebranche 2015
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“Preisrückgang setzt sich fort”

VCI-Präsident Marijn Dekkers sagte zur konjunkturellen Lage der Branche: „Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa kommt bislang nur eingeschränkt bei unseren Unternehmen an. Die Exporte in wichtige Märkte wie USA, China, Russland oder Brasilien laufen schwächer als im Vorjahr. Außerdem setzt sich der Preisrückgang fort. Das alles spricht gegen eine kurzfristige Belebung.“

Für 2016 rechnet der VCCI nicht mehr mit einer Trendwende: Zwar geht die Branche von einem Anstieg der Chemieproduktion um 1 Prozent aus, da aber im gleichen Zeitraum die Erzeugerpreise voraussichtlich um 2 Prozent sinken werden, fällt der Umsatz auf 187 Milliarden Euro (Minus ein Prozent gegenüber 2015).

Der Jahresauftakt 2016 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie durchwachsen ausgefallen.
Der Jahresauftakt 2016 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie durchwachsen ausgefallen.
(Bild: VCI/Statistisches Bundesamt)

Für die Arbeitsplätze lässt das nichts Gutes hoffen – aber wie schlägt sich die deutsche Chemie konkret? Erfahren Sie mehr über Auslastung, Preisentwicklung und Beschäftigtenzahlen auf Seite 2!

Produktion zurück im Plus

Die gute Nachricht vorweg: Im ersten Quartal 2016 kann die Chemieproduktion das Ruder herumreißen und den Ausstoß ins Plus drehen. Im Vergleich zum Vorquartal werden 2,2 Prozent mehr Chemikalien produziert – Das ist auch eine Steigerung um 0,6 gegenüber dem Q1 2015. Mit 83,6 Prozent ist zudem die Auslastung der deutschen Chemiestandorte weiterhin hoch.

Immerhin ist die Auslastung respektabel ausgefallen.
Immerhin ist die Auslastung respektabel ausgefallen.
(Bild: VCI/Statistisches Bundesamt)

Billig wie nie: Ölpreis macht Chemikalien ein Schnäppchen

Aufgezehrt werden diese positiven Zahlen jedoch von einem Preisrutsch um 1,3 Prozent im gleichen Zeitraum. Damit sind Chemie-Erzeugnisse billig wie nie: Im Vergleich zum Vorjahr waren die Produkte der Branche 1,4 Prozent günstiger.

Erteilt kurzfristiger Belebung eine Absage: VCI-Präsident Marijn Dekkers sagte zur konjunkturellen Lage der Branche: „Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa kommt bislang nur eingeschränkt bei unseren Unternehmen an. Die Exporte in wichtige Märkte wie USA, China, Russland oder Brasilien laufen schwächer als im Vorjahr. Außerdem setzt sich der Preisrückgang fort.“
Erteilt kurzfristiger Belebung eine Absage: VCI-Präsident Marijn Dekkers sagte zur konjunkturellen Lage der Branche: „Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa kommt bislang nur eingeschränkt bei unseren Unternehmen an. Die Exporte in wichtige Märkte wie USA, China, Russland oder Brasilien laufen schwächer als im Vorjahr. Außerdem setzt sich der Preisrückgang fort.“
(Bild: VCI/ RENE SPALEK / WWW.SPALEK.COM / studio@spalek.com)

Nicht unberührt davon bleibt der deutsche Chemieumsatz, der von Januar bis März 2016 zum dritten Mal in Folge rückläufig ausfällt. Trotz Nachfragebelebung gaben die Branchenerlöse im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent nach.

Beschäftigung rückläufig: High-Techbranche schwächelt als Arbeitgeber

Zum ersten Mal seit 2009 ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie rückläufig: Die Branche beschäftigt derzeit 444.000 Mitarbeiter. Das sind 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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