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Industrie 4.0

Industrie 4.0 – Wer gewinnt und wer verliert?

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Was ist Industrie 4.0 denn nun eigentlich?

Bekanntlich tut sich ja die Prozessindustrie deutlich schwerer als die Fertigungsindustrie damit, den schillernden Begriff mit Leben zu füllen. Die Protagonisten retten sich mit wolkigen Formulierungen über vertikale und horizontale Integration, Verschmelzung von realer und virtueller Welt usw.

Für Dr.-Ing. Joachim Metternich Professor am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen an der TU Darmstadt steht auf jeden Fall fest, dass sich die klassische Automatisierungspyramide auflöst.

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Auch Dr. Uwe Liebelt, der als „President Project BASF 4.0” das Team leitet, das sich bei die BASF seit Anfang des Jahres um Industrie 4.0 kümmert, definiert Industrie 4.0 nicht einfach nur als logische Fortsetzung der Automatisierungstechnik. Um überhaupt erst einmal einen Startpunkt zu markieren, hat der Konzern jetzt drei Felder definiert, auf die sich das Projekt zunächst konzentriert:

  • „Smart New Products and Services“, zum Beispiel Nutzung von Big Data-Analysen zur Bereitstellung neuartiger Produkt- und Dienstleistungsangebote mit positiven Auswirkungen auf Angebotspalette, time-to-market, Qualität et cetera;
  • „Smart Supply Chain“, zum Beispiel horizontale und vertikale Integration, Nutzung von Big Data-Analysen zur Verbesserung der Prognosegenauigkeit;
  • „Smart Manufacturing“, zum Beispiel integrierte digitale Planung, Nutzung von Big Data-Analysen für intelligente Instandhaltung.

Heruntergebrochen auf den Betriebsalltag heißt das, laut Liebelt, beispielsweise vorherzusagen, wie sich der Zustand einer Anlage oder eines Apparates entwickelt, um Stillstandszeiten zu reduzieren oder komplett zu verhindern.

Ein gutes Beispiel im Übrigen dafür, wie weit die Prozessindustrie trotz ihrer hochautomatisierten Prozesse von Industrie 4.0 entfernt ist. „Unsere beiden Cracker sind voll gestopft mit moderner Regeltechnik“, verdeutlicht er. Trotzdem sei es bisher nicht gelungen, das Foulingverhalten der Wärmetauscher vorherzusagen.

Jetzt haben die BASF-Ingenieure ein Prognosemodell entwickelt, das genau das kann und damit einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Ein weiteres Thema, das Liebelt unter Industrie 4.0 subsummiert ist digitales Engineering von der Simulation bis Inbetriebnahme.

Auch das ist eine ewige Baustelle, vor allem wegen der Schnittstelle, die eine reibungslose Kommunikation der verschiedenen Softwarewerkzeuge ermöglichen könnte, die aber immer noch fehlt und die sich BASF jetzt übrigens selbst gebastelt habe, sagt Liebelt.

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