VDMA: Wasser- und Abwassertechnik Individuelle Wassertechnik-Konzepte stärken die Nachfrage

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Hersteller und Lieferanten von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitung, Abwasser- und Schlammbehandlung erwarten im zweiten Halbjahr dieses Jahres Umsatzsteigerungen. Der Trend geht in Richtung ganzheitlicher Systembetrachtung mit Kreislaufführung der Prozesswässer und Rückgewinnung der Behandlungschemikalien.

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(Bild: VDMA)

Frankfurt am Main – Die Unternehmen der Deutschen Wasser- und Abwassertechnik konnten im Zeitraum Januar bis Juni 2012 ihre Exporte von Apparaten zum Filtrieren und Reinigen von Wasser um mehr als 20 Prozent auf rund 445 Millionen Euro steigern.

Weltweit stärkste Exportmärkte in diesem Zeitraum waren Frankreich mit einem Plus von 68 Prozent auf 29 Millionen Euro vor den USA mit einer Steigerung um 65 Prozent auf ein Volumen von 28 Millionen Euro. In die EU-27 Staaten stiegen die Exporte um 23 Prozent auf 176 Millionen Euro. Großbritannien mit einer Steigerungsrate von rund 57 Prozent auf 24 Millionen Euro liegt im Ranking an zweiter Stelle hinter Frankreich.

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Produktion und Umsatz legen zu

Die Produktion von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung (Produkte, die in der amtlichen Statistik unter der Gütergruppe 282912 erfasst sind) wuchs im 1. Halbjahr 2012 um fünf Prozent auf 480 Millionen Euro.

„Die Umsatzerwartungen im zweiten Halbjahr 2012 werden von 53 Prozent der VDMA-Unternehmen der Wasser- und Abwassertechnik positiv eingeschätzt. Die aufstrebenden Exportmärkte in Übersee werden für die deutschen Unternehmen, aufgrund des weltweiten Ausbaus ihrer Industrieproduktionen, zu tragenden Säulen der Unternehmensentwicklung. Der US-amerikanische und der südamerikanische Markt werden für die Lieferungen maschineller Einrichtungen zur Wasseraufbereitung, Abwasser- und Schlammbehandlung zukünftig an Bedeutung gewinnen“, so Richard Clemens, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate.

Die Unternehmen berichten von einer guten Auslastung der Fertigungskapazitäten im 2. Halbjahr 2012 und erwarten für das kommende Jahr eine positive Geschäftsentwicklung.

Wichtige Abnehmerbranchen

Entsprechend einer aktuellen Umfrage des VDMA-Fachverbands Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate im September 2012 verteilten sich die Aufträge für die Hersteller und Lieferanten von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitungs-, Abwasser- und Schlammbehandlung seit 1. Januar 2012 auf die folgenden fünf wichtigsten Abnehmerbranchen:

Chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie mit 18 Prozent, öffentliche und private Ver- und Entsorger mit 14 Prozent, Nahrungs- und Genussmittel- einschließlich Getränkeindustrie mit 13 Prozent, Metallbe- und verarbeitende Industrie mit elf Prozent sowie Bau- und Baustoffindustrie mit neun Prozent.

Ressourcenschonung und Energieeffizienz

In der Industrie verstärkt sich der Trend in Richtung ganzheitlicher Systembetrachtung mit Kreislaufführung der Prozesswässer und Rückgewinnung der Behandlungschemikalien.

So können z.B. durch Kombinationen von anaeroben Verfahrensstufen mit Membranbioreaktoren höchst effektiv organische Frachten aus Industrieabwässern reduziert und energiereiches Biogas gewonnen werden. Auch die Rückgewinnung werthaltiger Metalle aus Industrieabwässern mit Elektrolyse- oder Verdampferstufen wird zukünftig an Bedeutung gewinnen. Fragestellungen in Richtung Water-Footprint und CO2-Footprint der Anlagen, über den gesamten Lebenszyklus, werden zu wichtigen Argumenten bei der Auftragsvergabe, berichtet Hans Birle, Referent der VDMA-Fachabteilung Wasser- und Abwassertechnik.

Unternehmen erwarten Zunahme der Auftragseingänge

41 Prozent der Unternehmen konnten im 1. Halbjahr 2012 eine Zunahme der Kundenanfragen verzeichnen. 47 Prozent der Unternehmen rechnen im 2. Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit zunehmenden und 35 Prozent mit unveränderten Auftragseingängen.

Wasser-, Abwassertechnik-Branche stellt Personal ein

47 Prozent der befragten Unternehmen berichteten von einer Zunahme und 41 Prozent von einem unveränderten Personalstand seit dem 1. Januar 2012. Im 2. Halbjahr 2012 rechnen 35 Prozent der befragten Unternehmen mit einer weiterhin stabilen Belegschaft und 53 Prozent der Befragten erwarten eine Zunahme ihres Personalstandes.

Positiver Start in 2012 steigert Umsätze

Im 1. Halbjahr 2012 konnten 47 Prozent der befragten Unternehmen eine Steigerung ihrer Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Beim Geschäftsergebnis legten 35 Prozent der Unternehmen zu und weitere 29 Prozent der Befragten hielten ihr Geschäftsergebnis auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

53 Prozent der befragten Unternehmen rechnen im 2. Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit Umsatzsteigerungen und 29 Prozent der Befragten erwarten eine stabile Umsatzentwicklung.

Die weltweit wachsende Bevölkerung und der damit verbundene Bedarf an Trinkwasser und Prozesswasser für die aufstrebenden Industrien in den Schwellen- und Entwicklungsländern werden laut VDMA die Exportchancen deutscher Unternehmen der Wasser- und Abwassertechnik auch in Zukunft positiv beeinflussen.

Tabellen und Grafiken zu den Umsatz- und Absatzzahlen der Deutschen Wasser- und Abwassertechnik finden Sie in der Bildergalerie des Artikels.

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