Logistics Due Diligence In fünf Schritten zu einer verbesserten Unternehmenslogistik

Autor / Redakteur: Ralf Koss, Patricia Garcia / Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die Logistik ist in der Prozessindustrie häufig nur Mittel zum Zweck. Dabei kann die Organisation von Transport, Umschlag und Lagerung von Gütern weitaus mehr. Wie die Logistics Due Diligence planende und integrierende Aufgaben übernimmt, um betriebliche Abläufe effizienter zu koordinerien, lesen Sie hier.

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Die LDD bildet die Grundlage für eine verbesserte Unternehmenslogistik.
Die LDD bildet die Grundlage für eine verbesserte Unternehmenslogistik.
(Bild: © Herjua - Fotolia.com)

In der chemischen Industrie schwankt der Anteil der Logistikkosten an den Gesamtkosten zwischen 13 und 15 %. Allein diese Zahlen lassen erahnen, welche Einsparpotenziale dieser Geschäftsbereich in sich birgt. Aktuelle Rahmenbedingungen in der Prozessindustrie, wie z.B. der Effizienz- und Kostendruck, die steigende Umweltsensibilität und die Energiepreisentwicklung verdeutlichen zudem, wie notwendig ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess der Unternehmenslogistik ist.

Einen Ansatz Veränderungen gezielt und sicher vorzubereiten und auf dieser Grundlage besser gestalten zu können, bietet die Logistics Due Diligence (kurz: LDD). Wesentlicher Bestandteil des LDD-Ansatzes ist die Verbindung einer quantitativen Logistik-analyse mit einer qualitativen Untersuchung der logistischen Funktionen und Abläufe im Unternehmen. Der klassische Ablauf einer Due Diligence Prüfung lässt sich in fünf Phasen gliedern.

Handlungsbedarf erkennen

In der ersten Phase erfolgt die Auslösung des Prüfprozesses durch verschiedene Anlässe. Eine Möglichkeit ist die Ausrichtung an neuen strategischen Zielen, die eine veränderte Gestaltung bzw. Neuausrichtung des jeweiligen Untersuchungsbereichs vorsieht – z.B. die Implementierung der RFID-Technologie im Behälter- bzw. Ladungsträgermanagement und die Umstellung der Fertigungsart von Batch- auf Kontibetrieb. Ein anderer Anlass ist oft auch die Ermittlung von Optimierungspotentialen im Betriebsablauf wie die Reduzierung der Bestandskosten.

Die daraus resultierende Identifizierung und nachvollziehbare Festlegung der Untersuchungsbereiche stellt bei der zielgerichteten Analyse und Bewertung die größte Herausforderung dar. Mögliche Prüffelder einer LDD können z.B. die logistischen Wertketten einer Unternehmenslogistik, die strategischen und planerischen Aspekte und die Ressourcen sein. Den Abschluss der ersten Phase bildet die Erstellung einer Standard-Checkliste, deren Frageelemente und Kenngrößen auf jedes Prüffeld abgestimmt wird.

Beschaffung der Informationen

Nachdem die Prüffelder und die Prüfinhalte bestimmt wurden, steht in der zweiten Phase die quantitative und qualitative Beschaffung der betreffenden Informationen im Vordergrund und erfolgt anhand der Checklisten in zweifacher Weise. Basis für die quantitative Informationsbeschaffung sind Jahresberichte, Organisations- und Ablaufpläne sowie logis-tische Kennzahlen wie Lagerumschlagshäufigkeit, Logistikkosten und Durchlaufzeiten.

Während die quantitativen Informationen vergleichsweise einfach zu beschaffen sind, ist die qualitative Informationsbeschaffung schwieriger. „Weiche“ Faktoren, wie Feedbacks von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern sind entscheidende Kennzahlen, um wichtige Erkenntnisse für notwendige Umstrukturierungen zu ermitteln. Oft liegen hierzu nicht immer ausreichende Informationen in der notwendigen Tiefe vor. Parallel zur Bestimmung des Ist-Zustandes und unter Beachtung des Anlasses ist es gegebenfalls auch notwendig, die für den abzuleitenden Soll-Zustand benötigten Daten zusammenzustellen. Erkenntnisse über den Soll-Zustand können u.a. aus einem Unternehmensportfolio, aber auch aus Kalkulationen und Prognosen über das zukünftige Markt- und Kundenverhalten gewonnen werden.

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