Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie Kein Dioxin im Ruß: Umweltamt weiter vorsichtig

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

Firmen zum Thema

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

30.07.2021

Leverkusen (dpa) 14:49 - Keine Rückstände von Dioxin in Rußpartikeln festgestellt

Leverkusen (dpa) - Die Untersuchungen der Ruß- und Staubrückstände, die nach dem Brand in der Müllverbrennung des Chemieparks Leverkusen in den umliegenden Wohngebieten niedergingen, haben nach Angaben des Landesumweltamtes nur eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Es seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen in den Rußpartikeln festgestellt worden, teilte das Landesamt am Freitag mit. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden, die die Bewertungsgrenzen unterschritten.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die am Brandereignis beteiligten Stoffe nur ein geringes Dioxin-Bildungspotential gehabt hätten. Die Ermittlungen, welche weiteren Stoffe bei dem Unfall beteiligt waren, dauerten noch an. Daher sei noch unklar, ob weitere, bisher unbekannte Stoffe in die nähere Umgebung der Brandstelle eingetragen worden seien. Deshalb empfehle das Landesamt, die bisher geltenden Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge aufrecht zu erhalten

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Irving (dpa) 14:27 - Exxon auf Erholungskurs

Der größte US-Ölkonzern ExxonMobil hat nach heftigen Verlusten in der Corona-Krise seinen höchsten Quartalsgewinn seit anderthalb Jahren geschafft. Dank des gestiegenen Rohstoffbedarfs der wieder in Schwung kommenden Weltwirtschaft verdiente das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Juni unterm Strich 4,7 Milliarden Dollar (4 Mrd Euro), wie es am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr hatten die Belastungen durch die Pandemie ein Loch von über einer Milliarde Dollar in die Bilanz gerissen. Seitdem sind die Ölpreise kräftig gestiegen, was Exxon in die Karten spielte. Die Erlöse steigerte das Unternehmen um über 100 Prozent auf 67,7 Milliarden Dollar.

Dabei ging die Ölproduktion im Jahresvergleich sogar um zwei Prozent auf 3,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zurück. Trotz der Erholung bleibt Exxon bei den Ausgaben vorsichtig - die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte sollen 2021 am unteren Ende der geplanten Spanne zwischen 16 und 19 Milliarden Dollar bleiben.

San Ramon (dpa) 14:00 - Ölmulti Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen

Chevron hat im zweiten Quartal dank des höheren Rohstoffbedarfs aufgrund der Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise erstmals seit über anderthalb Jahren wieder einen hohen Gewinn verbucht. Der zweitgrößte US-Ölkonzern verdiente laut eigener Mitteilung vom Freitag unterm Strich 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Vor einem Jahr hatte Chevron wegen hoher Belastungen durch die Pandemie einen Quartalsverlust von 8,3 Milliarden Dollar erlitten.

Seitdem sind die Öl- und Gaspreise aber kräftig gestiegen, wovon der Konzern nun profitiert. Im jüngsten Quartal wurde Chevron Rohöl und Flüssiggas im Schnitt für 54 Dollar pro Barrel (159 Liter) los, vor einem Jahr waren es lediglich 19 Dollar gewesen. Der Exxon-Rivale steigerte zudem die Produktion um fünf Prozent auf gut drei Millionen Barrel pro Tag. Der Umsatz wuchs um fast 180 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar.

Dublin/Guildford (dpa) - Linde hebt Gewinnziel für 2021 erneut an

Der weltweit größte Industriegase-Konzern Linde wird dank gut laufender Geschäfte zuversichtlicher für das laufende Jahr. Das Gewinnziel hob das Unternehmen erneut an. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll 2021 auf 10,10 bis 10,30 US-Dollar zulegen, wie das im Dax notierte Unternehmen am Freitag in Guildford bei London mitteilte. Das sei ein Anstieg im Jahresvergleich um 23 bis 25 Prozent. Dabei profitiere Linde auch von günstigen Währungseffekten.

Im zweiten Quartal erhöhte sich der bereinigte Gewinn je Aktie im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 2,70 Dollar. Das war mehr als von Experten im Schnitt erwartet. Im fortgeführten Geschäft legte der bereinigte operative Gewinn um 39 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz kletterte dank höherer Preise und Volumen um 19 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar.

Leverkusen (dpa) 04:00 - Leverkusener warten nach Explosion auf Ergebnisse von Umwelt-Analyse

Drei Tage nach der gewaltigen Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage rückt das Ergebnis einer Analyse der dabei freigesetzten Stoffe immer näher. Das mit der Untersuchung betraute nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) hat einen entsprechenden Bericht für «voraussichtlich Ende der Woche» in Aussicht gestellt.

Nach der Detonation hatten am Dienstag im Leverkusener Chempark - einem Gelände mit Chemie-Unternehmen - Tanks gebrannt, in denen nach Angaben der Betreiberfirma Currenta «organische Lösungsmittel» lagerten. «Das ist eine Klasse an Lösungsmitteln, die in der Chemie einfach als Reststoffe dann anfällt», hatte Chempark-Leiter Lars Friedrich erklärt.

29.07.2021

New York (dpa) 22:48- Dow wieder auf Rekordjagd

Dank nachlassender Inflationsängste haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag mit Gewinnen geschlossen und weitere Höchststände erklommen. Neue Unternehmenszahlen brachten Licht und Schatten.

Der Dow Jones Industrial verbuchte ein Rekordhoch von knapp 35 172 Punkten und stieg letztlich um 0,44 Prozent auf 35 084,53 Zähler.

Auch der marktbreite S&P 500 erklomm einen weiteren Höchststand und rückte schließlich um 0,42 Prozent auf 4419,15 Punkte vor. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,20 Prozent auf 15 048,36 Punkte aufwärts.

Leverkusen (dpa) 16:16 - Nach Explosion in Leverkusen drei weitere Tote gefunden

Zwei Tage nach der verheerenden Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage haben Einsatzkräfte drei weitere Menschen tot in den Trümmern gefunden. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Köln am Donnerstag mit. Die Zahl der nunmehr bestätigten Todesopfer erhöhte sich damit auf fünf. Zwei Menschen würden weiter vermisst, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Detonation hatte sich am Dienstagmorgen in einem Tanklager des Chemparks - einem Gelände mit Chemie-Unternehmen - ereignet. Die Suche nach Vermissten gestaltete sich schwierig.

Leverkusen (dpa) 16:03 - Bayer legt weitere Milliarden für US-Glyphosatstreit zur Seite

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer legt für den ohnehin schon teuren Glyphosatrechtsstreit in den USA weitere Milliarden zur Seite. Für das zweite Quartal 2021 werde eine zusätzliche Rückstellung in Höhe von brutto 4,5 Milliarden US-Dollar

(3,8 Milliarden Euro) vor Steuern und Abzinsung gebildet, um mögliche langfristige Risiken zu reflektieren, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. Das geschehe, falls das oberste US-Gericht einen wegweisenden Fall entweder nicht zur Verhandlung annehme oder im Sinne der Kläger urteile. In diesem Fall würde Bayer ein eigenes Programm aufsetzen, um mit weiteren Klagen in der Sache umzugehen.

Gleichwohl zeigte sich der Konzern zuversichtlich, dass der Supreme Court ein für das Unternehmen vorteilhaftes Urteil fällt.

Ludwigshafen (dpa/lrs) 15:58 - Weltkriegsbombe auf BASF-Firmengelände gefunden

Auf dem Firmengelände des Chemieunternehmens BASF in Ludwigshafen ist am Donnerstag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg inklusive Zünder gefunden worden. Die britische Fliegerbombe sei 250 Kilogramm schwer, teilte das Unternehmen mit. Es bestehe keine Gefahr für Mitarbeiter und Bürger, die Bombe sei gesichert. Die Entschärfung ist erst für Ende August geplant, da hierfür aus Sicherheitsgründen eine 25 Meter lange Schutzpyramide erstellt wird. Diese besteht hauptsächlich aus Sand, das Innere der Pyramide ist laut BASF durch ein Zugangsrohr erreichbar. Gefunden worden war die Bombe bei einer Überprüfung im Vorfeld von Bauarbeiten im Werksteil Nord.

Leuven (dpa) 14:44 - AB Inbev verdient operativ weniger als erwartet

Die weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch Inbev hat sich im zweiten Quartal zwar kräftig von der Corona-Krise erholt.

Wegen hoher Rohstoffkosten und stark gestiegener Marketingausgaben blieb das operative Ergebnis aber hinter den Erwartungen zurück. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei um 42 Prozent auf 4,85 Milliarden US-Dollar (4,1 Mrd Euro) gestiegen, teilte das im EuroStoxx 50 notierte Unternehmen am Donnerstag mit. Bereinigt um die Wechselkursveränderungen sowie Zu- und Verkäufe habe das Plus 31 Prozent betragen. Der Umsatz legte aus eigener Kraft um 28 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar zu. AB Inbev stellt unter anderem Budweiser, Beck's, Stella Artois und Corona Extra her. An der Börse wurden die Quartalsbilanz mit Enttäuschung aufgenommen.

Steigende Rohstoffkosten könnten dem Konzern beim geplanten Abbau der Schulden einen Strich durch die Rechnung machen, lautete eine Sorge von Investoren. In den ersten sechs Monaten zog die Nettoverschuldung im Vergleich zum Jahresende 2020 auf 83,4 Milliarden Dollar an. Das ist etwa das 4,4-fache des auf das Jahr hochgerechneten operativen Gewinns. Angestrebt werde ein Wert von 2,0.

Leverkusen (dpa) 09:17 - Nach Explosion in Leverkusen: Polizei ermittelt am Unglücksort

Nach der verheerenden Explosion mit zwei Toten auf einem Gelände von Chemie-Unternehmen in Leverkusen begutachten Ermittler der Kölner Polizei den Unglücksort. Der Brandort könne am Donnerstag betreten werden, die Ermittler seien wohl den ganzen Tag vor Ort, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Morgen. Es sei eine «Puzzlearbeit» und unwahrscheinlich, dass die Unglücksursache sofort herausgefunden werde. Durch die Explosion am Dienstagmorgen waren mindestens 2 Menschen getötet worden. 31 wurden nach Angaben der Chempark-Betreiberfirma Currenta verletzt. 5 Menschen werden noch vermisst. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist minimal.

Die Polizei werde mit zwei Teams vor Ort sein, sagte der Sprecher. Ein Team stehe bereit um zu dokumentieren und zusammen mit der Feuerwehr eventuell Leichen zu bergen. Die Begehung finde mit Vertretern vom Umweltbehörden, Sachverständigen, des Unternehmens und des Landeskriminalamts statt. Die Polizei will bei den Ermittlungen auch Drohnen einsetzen. Laut Polizei ist fraglich, ob alle Bereiche schon begangen werden können: Teile seien einsturzgefährdet, andere Bereiche kontaminiert. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gegen unbekannt.

Singapur (dpa) 08:04 - Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre moderaten Aufschläge vom Vortag ausgebaut. Am Morgen kostete ein Barrel (159

Liter) der Nordseesorte Brent 74,25 Dollar. Das waren 38 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 39 Cent auf 72,78 Dollar. Die Preise rangieren damit etwa vier Dollar unter ihren Anfang Juli erreichten Mehrjahreshochs.

Auftrieb erhielten die Preise zuletzt von einem durch die Bank schwächeren Dollar. Die US-Währung reagierte auf Hinweise der Notenbank Fed vom Vorabend, die zwar Signale für eine weniger lockere Geldpolitik gab, hierbei aber vage blieb. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, vergünstigt ein fallender Dollarkurs den Rohstoff für Interessenten außerhalb des Dollarraums und steigert häufig deren Nachfrage. Unterstützung erhielt der Ölmarkt auch durch Lagerdaten aus den USA: Die Bestände an Rohöl fielen in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit Anfang 2020. Dies kann Folge einer anziehenden Nachfrage oder eines geringeren Angebots sein. Die Ölpreise reagieren auf rückläufige Vorräte häufig mit Preisaufschlägen.

Vevey (dpa) 07:51 - Nestlé mit starkem ersten Halbjahr

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé ist dank anhaltend guter Geschäfte im Einzelhandel im ersten Halbjahr stark gewachsen. Zudem wirkten sich Preiserhöhungen und zuletzt auch der Wegfall von Corona-Beschränkungen positiv aus. Organisch - also gerechnet ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe - legten die Erlöse um 8,1 Prozent zu, wie der Konzern am Donnerstag in Vevey mitteilte. Nominal betrug das Plus 1,5 Prozent auf knapp 42 Milliarden Schweizer Franken (38,7 Mrd Euro). Unter dem Strich konnte Nestlé damit seinen Gewinn auf 5,9 Milliarden Franken steigern.

Das Management um Konzernchef Mark Schneider passte seine Ziele für das Jahr etwas an. So rechnet Nestlé nun mit einem organischen Wachstum um 5 bis 6 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich anvisiert, was ein Plus von 4 bis 6 Prozent bedeutet.

London (dpa) 04:31 - Britische Wirtschaft erleichtert über Ende der Quarantänepflicht in England

Die britische Wirtschaft hat die Aufhebung der Quarantänepflicht für Reisende aus der EU und den USA begrüßt. «Für die langfristige Erholung unserer Wirtschaftsbeziehung ist es von enormer Bedeutung, dass Reisen im Personen- und Handelsverkehr wieder in beide Richtungen möglich sind», sagte die Geschäftsführerin der britischen Handelskammer in Deutschland, Ilka Hartmann. Viele Unternehmen im bilateralen Handel profitierten vom Ende der Maßnahmen. Hartmann forderte, die Kosten für notwendige Corona-Tests auf ein Minimum zu begrenzen.

Vom 2. August an müssen sich vollständig geimpfte Reisende aus der EU und den USA nicht mehr wie bisher für mindestens fünf Tage nach Ankunft in häusliche Isolation begeben. Notwendig sind allerdings weiterhin ein negativer Corona-Test vor der Einreise sowie ein weiterer Test spätestens am 2. Tag nach der Ankunft in England.

28.07.2021

Leverkusen (dpa) 16:49 - Staatsanwaltschaft nimmt nach Chempark-Explosion Ermittlungen auf

Die Staatsanwaltschaft hat nach der Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Zudem werde wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Der Vorwurf richte sich gegen unbekannt. Ein Sprecher sagte, es gehe darum, zu prüfen, ob menschliches Fehlversagen zu der Detonation geführt haben könnte. Bei der Kölner Polizei wurde dafür auch eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Nach Angaben der Ermittler ist das Betreten des Areals «weiterhin nur stark eingeschränkt möglich». Um sich einen Überblick zu verschaffen, würden Drohnen eingesetzt. Mehrere Sachverständige unterstützten die Ermittlungen. «Der Einsatz von Feuerwehr und Polizei am Brandort wird aller Voraussicht nach noch mehrere Tage andauern», hieß es.

Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) teilte mit, man gehe «derzeit» davon aus, dass über die freigesetzte Rauchwolke «Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen» in die umliegende Wohngebiete getragen worden seien.

London (dpa) 14:53 - GlaxoSmithKline mit überraschend starkem Quartal

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat sich im zweiten Quartal überraschend gut geschlagen. Zuwächse im Geschäft mit Medikamenten etwa gegen Krebs, Atemwegs- und Immunkrankheiten und ein starkes Impfgeschäft bescherten den Briten ein Umsatzplus von 6 Prozent auf knapp 8,1 Milliarden Pfund (etwa 9,5 Mrd Euro). Der bereinigte operative Gewinn kletterte um fast ein Viertel auf rund 2,2 Milliarden Pfund, wie die Firma am Mittwoch in London mitteilte.

Unter dem Strich blieb mit knapp 1,4 Milliarden Pfund deutlich weniger hängen als vor einem Jahr. Damals hatte der Konzern aber von Verkäufen von Unternehmensteilen profitiert.

New York (dpa) 13:20 - Pfizer rechnet mit noch höherem Umsatz durch Corona-Impfstoff

Die gemeinsam mit der deutschen Biontech vermarktete Corona-Impfung lässt die Kassen bei Pfizer in diesem Jahr noch lauter klingeln als gedacht. Der US-Pharmakonzern hob am Mittwoch zur Vorlage der Quartalsbilanz seine Umsatzprognosen für die Impfung an und schraubte daher auch seine Jahresziele ein weiteres Mal höher. Wie Pfizer mitteilte, rechnet das Management nun mit Erlösen durch den Impfstoff von rund 33,5 Milliarden Dollar (28,4 Mrd Euro). Zuletzt war der Konzern von rund 26 Milliarden Dollar ausgegangen.

Für den Jahresumsatz sagt Pfizer einen Anstieg auf 78 Milliarden bis 80 Milliarden Dollar voraus, nachdem zuvor noch 70,5 Milliarden bis 72,5 Milliarden im Plan standen. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll sich in einer Bandbreite von 3,95 bis 4,05 Dollar bewegen. Die alte Prognose hatte auf 3,55 bis 3,65 Dollar gelautet.

Im zweiten Quartal trieben die Impfaktionen, in denen das Mittel Comirnaty des Duos Pfizer/Biontech eine wichtige Rolle spielt, das Wachstum der Amerikaner kräftig an: Die Erlöse wurden mit knapp 19 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreswert nahezu verdoppelt. Unter dem Strich verdiente Pfizer knapp 5,6 Milliarden Dollar. Dies war ein Plus von rund 60 Prozent.

Seattle (dpa) 09:21 - Bayer verliert US-Verfahren um Chemikalie PCB

Bayer hat im US-Rechtsstreit über die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB eine Niederlage erlitten: Eine Geschworenen-Jury sprach in der Nacht zum Mittwoch in Seattle drei Lehrern Schadenersatz in Höhe von insgesamt 185 Millionen US-Dollar (157 Mio Euro) zu, die das Umweltgift für Hirnschädigungen verantwortlich machen. Wie bei anderen Rechtsfällen könnte der zuständige Richter die Summe noch senken.

Bayer will gegen die Entscheidung vorgehen. "Wir können das Urteil der Jury nicht nachvollziehen und werden bei Gericht entsprechende Anträge stellen beziehungsweise wenn nötig in Berufung gehen", erklärte das Unternehmen. "Die Beweislage in diesem Fall stützt in keiner Weise die Annahme, dass die Kläger einer gefährlichen Menge an PCB ausgesetzt waren und dies die Ursache ihrer behaupteten Gesundheitsschäden war." Es gehe in dem Fall um Gesundheitsschäden, die angeblich durch PCB an einer Schule verursacht sein sollen. Die Vorschaltgeräte für die fluoreszierenden Lampen, die PCB enthalten, seien in den 60er Jahren installiert worden.

Wie auch die milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat sind die PCB-Verfahren ein Erbe des US-Saatgutkonzerns Monsanto, den Bayer 2018 übernahm. Das Thema PCB ist eine weitere rechtliche Großbaustelle der Leverkusener. So arbeitet Bayer an einer Einigung mit Klägern vor dem Bundesbezirksgericht in Los Angeles. Hier hatte der Richter im Mai eine Einigung wegen angeblich PCB-verseuchter Gewässer erneut zurückgewiesen. Er monierte unter anderem die Frist für die Einreichung von Ansprüchen, sagte aber auch, dass man sich einer Lösung nähere.

Ludwigshafen (dpa/lrs) 09:08 -BASF bleibt zuversichtlich für 2021 - Gewinn in Milliardenhöhe

Die Geschäfte des weltgrößten Chemiekonzerns BASF laufen immer besser. Die dynamische Entwicklung der beiden Vorquartale setze sich dank höherer Preise und Mengen fort, sagte Konzernchef Martin Brudermüller bei Vorlage der endgültigen Zahlen für das zweite Quartal am Mittwoch. Für das Gesamtjahr 2021 bleibt er zuversichtlich und bestätigte die jüngst angehobenen Prognosen. Erste Eckdaten hatte der Konzern schon veröffentlicht.

Im zweiten Quartal stand unterm Strich ein Gewinn von 1,65 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte. Im Vorjahr hatte hier noch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro gestanden. Der Umsatz legte im Vergleich zum Corona-gebeutelten Vorjahreszeitraum um fast 60 Prozent auf 19,75 Milliarden Euro zu.

BASF kommt die Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise zugute, die die konjunktursensible Chemiebranche antreibt. Dabei lief es im Tagesgeschäft etwa mit Basischemikalien (Chemicals) und der Kunststoffindustrie (Materials) deutlich besser. Das Geschäft mit Saatgut und Unkrautvernichtern legte beim Umsatz ebenfalls zu, erzielte wegen der weiter negativen Währungseffekte insbesondere in Süd- und Nordamerika und hoher Transportkosten aber weniger Gewinn.

Für dieses Jahr erwartet BASF einen Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen (Ebit) soll 7,0 bis 7,5 Milliarden Euro erreichen. Mit diesen Zielen peilt BASF eine deutliche Steigerung über das Vorkrisenniveau hinaus an und bestenfalls sogar den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte. Im Krisenjahr 2020 hatte BASF ein bereinigtes Ebit von knapp 3,6 Milliarden und Erlöse von rund 59 Milliarden erzielt.

Ludwigshafen (dpa/lrs) 03:31 -BASF legt Quartalszahlen vor

Der Chemiekonzern BASF legt am Mittwoch (7 Uhr) in Ludwigshafen seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2021 vor. Bei der Hauptversammlung des Konzerns im pfälzischen Ludwigshafen Ende April hatte Finanzchef Hans-Ulrich Engel angekündigt, das zweite Quartal dürfte deutlich besser ausfallen als im Vorjahr. BASF-Chef Martin Brudermüller wies auf der Hauptversammlung aber auch darauf hin, dass Risiken im laufenden Jahr bestehen bleiben. So sei etwa die Pandemie noch nicht vorbei und könne weiter Folgen für Autoindustrie und Chemieproduktion haben.

In der Corona-Pandemie war der Umsatz im Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Unter dem Strich stand damals wegen Abschreibungen auf die Beteiligung am Energiekonzern Wintershall Dea ein Verlust.

27.07.2021

Leverkusen (dpa) 19:53 -Mindestens zwei Tote, viele Verletzte

IBei einer verheerenden Explosion in einer Müllverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Beschäftigte wurden am Dienstagabend noch vermisst. «Die Suche nach den Vermissten läuft weiter auf Hochdruck. Leider schwindet die Hoffnung, sie lebend zu finden, zusehends», sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich laut Mitteilung. Die Zahl der Verletzen wurde vom Betreiber wie von der Polizei mit 31 angegeben.

Wie viele Menschen noch dem Unglück noch gesucht werden, war zunächst nicht genau klar. In der Mitteilung des Betreibers vom Abend hieß es: "Vermisst werden noch fünf Mitarbeiter*innen, die Suche nach ihnen läuft weiterhin auf Hochdruck."

Leverkusen (dpa) 17:25Zahl der Verletzten gestiegen, Entwarnung

Bei einer verheerenden Explosion in einer Müllverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen ist mindestens ein Mitarbeiter ums Leben gekommen. Vier weitere wurden nach dem Unglück am Dienstag nach Angaben der Betreiberfirma Currenta noch vermisst. Die Polizei zählte bis zum Abend 31 Verletzte. Fünf von ihnen wurden intensivmedizinisch versorgt. Die Ursache für die Explosion war zunächst unklar.

"Wir sind tief betroffen über diesen tragischen Unfall und den Tod eines Mitarbeiters. Unser besonderes Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen, aber auch den Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben»", sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich. Es seien schwere Stunden, viele Anwohner hätten Angst, berichtete Friedrich bei einem eilig anberaumten Pressetermin am Nachmittag. Nach den vermissten Personen werde mit Hochdruck gesucht. "Wir haben Hoffnung, dass die vier Vermissten noch lebend gefunden werden."

Nach der Explosion brannte das Tanklager mit Lösungsmitteln stundenlang, ehe das Feuer am Mittag unter Kontrolle und weitgehend gelöscht war. "Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war", erklärte die Stadt. Sogar die Feuerwehr im rund 60 Kilometer entfernten Dortmund warnte vor möglichen Geruchsbelästigungen.

Anwohner wurden vorsorglich aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Erst am Nachmittag hob Leverkusen die Warnung für die meisten Stadtteile wieder auf - nur im besonders betroffenen Stadtteil Bürrig galt sie weiterhin. Wegen des möglichen Schadstoffausstoßes wurden Anwohner zudem vor dem Verzehr von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten gewarnt. Eine Einschätzung, ob in den Niederschlägen nach dem Brand «relevante Stoffe» zu finden seien, sei nach Auskunft des Landesumweltamtes (LANUV) noch nicht möglich.

Leverkusen (dpa) 14:00 Leverkusen (dpa Toter nach Explosion im Leverkusener Chempark gefunden

Nach der schweren Explosion im Leverkusener Chempark ist ein vermisster Mitarbeiter tot aufgefunden worden. Das teilte die Betreiberfirma Currenta am Dienstagnachmittag mit. Die Explosion hatte sich nach Angaben der Firma aus bisher unbekannter Ursache gegen 9.30 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig ereignet. Danach kam es zu einem Brand in dem Tanklager, der gegen Mittag gelöscht worden war.

Wie Currenta weiter mitteilte, wurden nach dem Unglück in der Müllverbrennungsanlage noch vier Mitarbeiter vermisst. Laut Stadt Leverkusen wurden vier Schwerverletzte und zwölf Verletzte geborgen.

Anwohner des Chemiebetriebs waren aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis in die Warnstufe «Extreme Gefahr» ein.

Zahlreiche Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr, Polizei und Luftmesswagen waren im Einsatz. Erste Luftmessungen der Umweltschutzeinheiten im Kölner Norden ergaben laut Feuerwehr gegen Mittag, dass derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Messungen würden fortgesetzt. Gleichwohl wurden Autofahrer aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen. Zahlreiche Autobahnen rund um Köln und Leverkusen waren stundenlang gesperrt.

Nach der Explosion brannte nach Angaben der Stadt ein Tank mit Lösungsmitteln. «Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Das ist nun geschehen. Die Löscharbeiten beginnen», teilte die Kommune am Mittag mit.

Kassel (dpa) 09:20 -BASF-Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea verdient deutlich mehr

Die BASF-Mehrheitsbeteiligung Wintershall Dea hat im zweiten Quartal dank kräftig gestiegener Öl- und Gaspreise operativ deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Zudem profitierte der Öl- und Gaskonzern von höheren Produktionsmengen und niedrigeren Investitionen. Im zweiten Quartal legte der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (Ebitdax) auf 636 Millionen Euro zu. Das waren zwar 140 Prozent mehr als im Vorjahr, allerdings hatte die Corona-Pandemie mit den starken Einschränkungen im täglichen Leben das Unternehmen da besonders stark getroffen.

Unter dem Strich stand Gewinn von 52 Millionen Euro nach einem Verlust von 703 Millionen Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte wies das Unternehmen einen Überschuss von 168 (Vorjahr: 87) Millionen Euro aus. Der Umsatz betrug 1,5 Milliarden Euro nach 685 Millionen Euro im von der Corona-Krise geprägten Vorjahresquartal. Aufgrund der deutlich besseren Finanzlage schütteten die Kasseler für das zweite Quartal

100 Millionen Euro an die Gesellschafter BASF und Letter One aus.

Letter One ist eine Beteiligungsgesellschaft, in der der russische Oligarch Michail Fridman seine Dea-Anteile gebündelt hat. Im ersten Quartal war bereits eine Zahlung von 500 Millionen Euro an die Anteilseigner gegangen.

München (dpa) 08:18 -Ifo: Industrie erwartet steigende Exporte - Stimmung etwas schlechter

Ungeachtet der andauernden Corona-Krise und des Chipmangels gehen die meisten Branchen der deutschen Industrie von weiter steigenden Exporten in den nächsten Monaten aus. Zwar hat sich laut Münchner Ifo-Institut die Stimmung unter den ausführenden Unternehmen im Juli etwas verschlechtert, doch insgesamt laufe die Exportwirtschaft nach wie vor sehr gut. Der Ifo-Index der Exporterwartungen sank von 25 auf 24,5 Punkte, einen nach wie vor hohen Wert. Vor einem Jahr war der Index noch im Minus gewesen.

Laut Ifo erwarten nahezu alle Branchen einen Anstieg der Exporte, insbesondere Elektroindustrie, Maschinenbau und Nahrungsmittelindustrie. Die Autoindustrie rechnet demnach mit moderaten Zuwächsen.

Berlin (dpa) 05:31 -DIW schlägt milliardenschwere staatliche Technologiefonds vor

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt milliardenschwere staatliche Technologiefonds vor, um den digitalen und ökologischen Wandel in der Industrie zu unterstützen. Um einen wirksamen Anstoß zur Transformation der Industrie zu leisten, sollte der Bund dafür schätzungsweise etwa 30 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, hieß es in dem Vorschlag anlässlich der Bundestagswahl im September.

Gerade für die Exportnation Deutschland ist dem DIW zufolge eine wettbewerbsstarke, innovative Industrie von zentraler Bedeutung. Die Industrie steht für mehr als 80 Prozent der deutschen Ausfuhren. «Die digitalen und ökologischen Herausforderungen sind gigantisch und machen milliardenschwere Investitionen über die kommenden Jahre erforderlich», schreiben die Wissenschaftler. Die inhaltliche Ausrichtung der Fonds darf sich aus Sicht des DIW allerdings nicht nur an wirtschaftlichen Interessen ausrichten, sondern muss sich an breiten gesellschaftlichen Anforderungen orientieren. Als Technologiefelder nennt das DIW unter anderem Mikroelektronik, Batteriezellen, grünen Wasserstoff, digitale Plattformen oder additive Fertigung. Die Projekte sollten ferner so angelegt sein, dass nicht nur einzelne Unternehmen davon profitierten.

Singapur (dpa) 07:54 -Ölpreise legen etwas zu

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 74,72 US-Dollar. Das waren 22 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um

16 Cent auf 72,07 Dollar.

Nach wie vor bleibt der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ein bestimmendes Thema am Ölmarkt. Trotz neuer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in einigen Regionen der Welt wird am Markt aber mittlerweile erwartet, dass sich die Erholung der Nachfrage nach Rohöl fortsetzen werde.

26.07.2021

Zürich (dpa) 14:16 – ABB verkauft Sparte um mechanische Kraftübertragung

Der Schweizer Industriekonzern ABB kommt bei seinem Umbau voran. Die Sparte Mechanical Power Transmission werde für 2,9 Milliarden Dollar (knapp 2,5 Mrd Euro) in bar an das US-Unternehmen RBC Bearings verkauft, teilte der Konzern am Montag in Zürich mit. ABB erzielt den Angaben zufolge mit dem Verkauf der Sparte rund um mechanische Kraftübertragungstechnik wie Getriebe und Kugellager einen Buchgewinn vor Steuern in Höhe von rund 2,2 Milliarden Dollar.

Der Konzern steckt in einem Umbau. Im Juni hatte das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» berichtet, der Konzern prüfe die Abspaltung der Sparte Prozessautomation. Eine solche Veräußerung wäre für ABB ein einschneidender Schritt. Der Bereich macht mit knapp 6 Milliarden Dollar Jahresumsatz und rund 22 000 Mitarbeitern rund ein Fünftel des Konzerns aus. In Sachen Profitabilität hinkt die Sparte aber am weitesten den Zielvorgabe des Konzerns hinterher.

Singapur (dpa) 08:00 – Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Montag gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,30 US-Dollar. Das waren 80 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 85 Cent auf 71,22 Dollar. Der Rückgang folgt einem starken Anstieg der Notierungen in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche.

Marktbeobachter verwiesen auf wachsende Sorgen vor neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, weil die ansteckendere Delta-Variante für steigende Infektionszahlen sorgt. Vor diesem Hintergrund wird ein Rückgang der Nachfrage nach Treibstoffen befürchtet, was die Ölpreise belastet.

Essen/Frankfurt/Stuttgart (dpa) 05:31 – Rohstoffmangel setzt der Industrie zu

Industrielle Vorprodukte wie Holz, Stahl oder Plastik sind knapp - das setzt Industrie und Handwerk unter Druck. Nach Expertenmeinung gehen die schon deutlich gestiegenen Preise weiter nach oben - ein Ende ist nicht absehbar.

«Leere Läger, ein eingeschränktes Angebot und eine anhaltend hohe Nachfrage führen zur langfristigen Überstrapazierung der Rohstoffmärkte», sagt Danilo Zatta vom Beratungsunternehmen Horváth.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Peter Adrian, spricht von einem «großen Problem». Ein Überblick über die aktuell knappen Rohstoffe - und Antworten auf die Frage, bei welchen Produkten der Endverbraucher den Preisanstieg spüren könnte.

Jahrelang klagte Europas Stahlindustrie wegen asiatischer Billigimporte über Absatzprobleme. Das ist vorbei. Bei Europas größtem Stahlhersteller Thyssenkrupp ist von einem «Stahlengpass in Europa» die Rede. Die Folge: Stahl wurde deutlich teurer. Der steile Preisanstieg habe «selbst unsere sehr optimistischen Erwartungen übertroffen», sagt David Varga vom Bankhaus Metzler. Die höheren Stahlpreise treffen nicht nur den Bau, die Autoindustrie oder den Maschinenbau. Auch relativ simple Produkte wie Konservendosen verteuerten sich kräftig. Einen Preisaufschlag um 30 bis 80 Prozent bei Blechdosen und Deckeln beklagte unlängst der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK).

Weißblech für Dosen ist nicht das einzige Verpackungsmaterial, das teurer geworden ist. Es gebe einen klaren Verbrauchertrend weg vom Kunststoff und zurück zum Glas, und so seien auch die Kosten für

Konserven- und Marmeladengläser gestiegen, heißt es beim Branchenverband BOGK. Müssen die Verbraucher sich also auf höhere Preise einstellen? Die Antwort bei den Konservenproduzenten ist

eindeutig: Allein könnten die Lebensmittelverarbeiter die steigenden Kosten nicht auffangen, denn durch die Corona-Krise seien die finanziellen Reserven aufgebraucht. Es sei daher schwer vorstellbar, dass sich die «Verwerfungen am Ende nicht auch auf die Verbraucherpreise auswirken werden».

Auch bei Autoreifen müssen sich Verbraucher auf höhere Kosten einstellen, warnte kürzlich der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Man gehe davon aus, dass es in den kommenden Monaten, etwa beim Umrüsten auf Winterreifen, zu «spürbaren Preiserhöhungen» in allen Segmenten komme. Denn die Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik seien gestiegen. Der Reifenfachhandel müsse Preissteigerungen «voll an private wie gewerbliche Verbraucher weitergeben», sagte der Verbandsvorsitzende Stephan Helm.

So seien die Kosten für Naturkautschuk, eines der Hauptmaterialien bei der Reifenproduktion, stark gestiegen. Der Mittelwert für das erste Halbjahr habe 57 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Und mit dem Anziehen der Ölpreise hätten sich auch auf petrochemischer Basis hergestellte synthetische Kautschuke stark verteuert. Zudem bekomme die Branche steigende Containerfrachtraten im Welthandel zu spüren.

Auch in der Kautschukproduktion hat nach der Corona-Krise eine starke Erholung eingesetzt. Brach die deutsche Kautschukherstellung 2020 wegen der Pandemie um rund 20 Prozent ein, werde seit einigen Monaten wieder auf Vorkrisenniveau produziert, berichtete der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Zugleich sei die Nachfrage sehr groß. Die Preise für Reifen könnten steigen, meint auch der VCI. Die Lage dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte aber wieder entspannen.

Hersteller von Plastikverpackungen berichten von Materialknappheit und höheren Kosten wegen Corona-Störungen im Welthandel und wegen Folgen höherer Gewalt - fast die Hälfte von etwa 100 Unternehmen in Deutschland schätzte die Rohstoffverfügbarkeit als schlecht oder sehr schlecht ein, wie die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen unter Bezug auf eine Branchenumfrage im Juni berichtet. Die Preise für Rohstoffe hätten seit Januar stark angezogen - bei weit verbreiteten Kunststoffen, den Polyolefinen, um bis zu 80 Prozent. Es geht zum Beispiel um Plastiktüten, Lebensmittelschachteln und Folien.

Für viele Branchen sind Halbleiter ein zentrales Bauteil und damit eine Art Rohstoff. Seit mehr als einem halben Jahr bringt der Mangel an wichtigen elektronischen Bauteilen die Autobauer weltweit aus dem Takt. Der Engpass an Halbleitern sorgt bei VW, Daimler, BMW und anderen Firmen immer wieder für Produktionsausfälle und verlängert aus Kundensicht die Lieferfristen neuer Fahrzeuge teils erheblich.

Wegen des coronabedingten Nachfrageeinbruchs 2020 hatten die Konzerne große Kontingente dieser Chipkomponenten abbestellt - im aktuellen Aufschwung fehlen die Teile ihnen nun zuhauf. Schichten fielen aus, Kurzarbeit in einzelnen Werken folgte, Hunderttausende geplante Autos konnten nicht im vorgesehenen Zeitplan gefertigt werden.

Durch Wetterextreme und Brände lagen bei Halbleiter-Firmen in Japan und den USA dann auch noch weitere der ohnehin begrenzten Kapazitäten brach. Die Autobauer behelfen sich angesichts der knappen Ressourcen zurzeit unter anderem damit, dass sie gewinnträchtigere Modelle bevorzugt mit den knappen Teilen bestücken - so konnten etwa VW und Daimler zuletzt trotz der Krise üppige Gewinne im Tagesgeschäft vermelden. Die Knappheit dürfte sich nach Expertensicht allerdings bis weit in das vierte Quartal ziehen.

23.07.2021

Amsterdam (dpa) 16:29 – EU-Behörde empfiehlt zweiten Impfstoff für Kinder und Jugendliche

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat sich für die Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Der Präparat des US-Herstellers Moderna kann nach der EMA-Empfehlung auch 12- bis 17-Jährigen gespritzt werden. Studien belegten, dass der Impfstoff ebenso sicher und verträglich sei wie bei Erwachsenen, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Der Schutz vor einer Covid-Erkrankung lag in den Studien demnach bei 100 Prozent. Die EMA-Experten hatten die Daten geprüft und nun positiv bewertet. Die EU-Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, was als Formsache gilt. Das Präparat von Moderna mit dem Namen Spikevax wäre damit der zweite Corona-Impfstoff, der auch jungen Menschen verabreicht werden darf. Ende Mai war das Präparat von Pfizer/Biontech auch für 12- bis 17-Jährige zugelassen worden.

Amsterdam (dpa) 15:16 – EU-Behörde empfiehlt Impfstoff von Moderna für Kinder und Jugendliche

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna kann nach einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA auch Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gespritzt werden. Die Experten der EMA bewerteten am Freitag in Amsterdam die entsprechenden Daten von Studien positiv und machten den Weg frei für die Zulassung des Impfstoffes für 12- bis 17-Jährige. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

Das Präparat von Moderna «Spikevax» wäre damit der zweite Corona-Impfstoff, der auch jungen Menschen verabreicht werden darf.

Ende Mai war der Impfstoff von Pfizer/Biontech auch für 12- bis 17-Jährige zugelassen worden. Grundlage des Antrags von Moderna war eine Studie bei 2500 Jugendlichen in den USA. Die Wirksamkeit lag nach Angaben des Unternehmens bei 100 Prozent.

Singapur (dpa) 08:06 – Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gefallen. Auf Wochensicht tendieren die Preise jedoch stabil. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,57 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 19 Cent auf 71,72 Dollar.

Nach deutlichen Preisabschlägen zu Wochenbeginn und Aufschlägen im Wochenverlauf liegen die Ölpreise aktuell in etwa dort, wo sie vor einer Woche notiert haben. Zugleich liegen sie klar unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen. Für Belastung hatte zuletzt die rapide Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus gesorgt. Die Ausbreitung in vielen Ländern lässt Ängste vor neuen Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufkommen, die auf der wirtschaftlichen Entwicklung und der Rohölnachfrage lasten würden.

22.07.2021

Bielefeld (dpa) 16:16 – Familienstämme teilen Konzern Dr. Oetker auf

Nach einem jahrzehntelange Streit um die Ausrichtung von Dr. Oetker wird der Konzern aufgespalten. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bielefeld mit. Die Gesellschafter Alfred, Carl Ferdinand und Julia Johanna Oetker übernehmen unter einem gemeinsamen Dach unteren anderen die Töchter Henkell & Co. Sektkellerei, die Martin Braun Backmittel, die Chemiefabrik Budenheim, einige Häuser aus der Hotelsparte sowie die Kunstsammlung August Oetker.

"Mit dieser Entscheidung überwinden die Gesellschaftergruppen ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Führung und Strategie der Oetker-Gruppe. Eine entsprechende Trennungsvereinbarung ist von allen Eigentümern unterzeichnet worden", heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Oetker-Gruppe. Der umsatzstärkste Teil mit Lebensmitteln (Pizzen, Backmischungen, Tiefkühltorten und Pudding), die Radeberger Gruppe sowie einige Hotels bleiben in der Hand der Gesellschafterstämme von Richard und Philip Oetker, Rudolf Louis Schweizer, Markus von Luttitz sowie Ludwig Graf Douglas.

Berlin (dpa) *13:50 – Wirtschaft begrüßt Einigung zu Nord Stream 2

Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft hat die Einigung der USA und Deutschlands zur Ostseepipeline Nord Stream 2 begrüßt. Der Vorsitzende Oliver Hermes erklärte am Donnerstag: "Wir hoffen, dass die nun erzielte deutsch-amerikanische Verständigung über Nord Stream 2 die jahrelangen Unsicherheiten für die beteiligten Unternehmen beseitigt und den Weg für dieses wichtige europäische Energieprojekt endlich freimacht. Wir halten Nord Stream 2 weiterhin für eine Schlüssel-Infrastruktur für die künftige deutsche und europäische Energieversorgung."

Kurzfristig werde die Pipeline helfen, die rasch sinkende Erdgasproduktion in den Niederlanden und in Norwegen sowie einen steigenden Gasbedarf durch den Kohle- und Atom-Ausstieg auszugleichen, so Hermes. "Mittelfristig hat die Pipeline großes Potenzial, auch Wasserstoff zu transportieren und die jahrzehntelange, verlässliche Energiepartnerschaft mit Russland zu einer Klimapartnerschaft weiterzuentwickeln."

Peking (dpa) *10:21 – Coronavirus: China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab

China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO vergangene Woche in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zudem, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen. China hatte die Reise des ersten WHO-Forscherteams monatelang verzögert. Obwohl die WHO die Untersuchungen fortsetzen will, macht Peking keine Anstalten, das in China zuzulassen.

21.07.2021

Berlin/Washington (dpa) *16:41 – USA und Deutschland steuern auf Einigung bei Nord Stream 2 zu

Deutschland und die USA steuern auf eine Einigung im Dauerstreit um die Gaspipeline Nord Stream 2 zu. Zwar wollte die Bundesregierung am Mittwoch Medienberichte über ein erzieltes Abkommen noch nicht bestätigen. Eine Regierungssprecherin sagte aber, man sei zuversichtlich, bald Näheres bekannt geben zu können. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Außenministeriums.

Die fast fertiggestellte Pipeline soll Erdgas von Russland über die Ostsee direkt nach Deutschland bringen - unter Umgehung des traditionellen Transitlandes Ukraine. Bei der Einigung dürfte es daher vor allem auch um einen dauerhaften Schutz und die wirtschaftliche Zukunft der Ukraine gehen.

Wie unter anderem die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Quellen in Berlin und Washington berichten, sieht eine Einigung vor, dass Deutschland und die USA in den Ausbau erneuerbarer Energien in der Ukraine investieren wollten. Beide Länder wollten außerdem sicherstellen, dass die Ukraine nach wie vor Transitgebühren für aus Russland geliefertes Gas bekommt.

New Brunswick (dpa) - *14:25Johnson & Johnson nach starkem Quartal optimistischer

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson wird wegen gut laufender Geschäfte in allen Sparten optimistischer. Der Umsatz soll in diesem Jahr jetzt um 10,5 bis 11,5 Prozent auf 91,3 bis 92,1 Milliarden US-Dollar (77,5 bis 78,2 Mrd Euro) steigen, wie das Unternehmen am Mittwoch in New Brunswick (Bundesstaat New Jersey) mitteilte. Einschließlich des Geschäfts mit dem eigenen Corona-Impfstoff soll der Zuwachs noch etwas höher ausfallen. Bisher hatte der Konzern einen Anstieg von maximal knapp 11 Prozent angepeilt.

Mainz (dpa) - *13:59Biontech schließt Partnerschaft für Impfstoff-Auslieferung in Afrika

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech füllt seinen Covid-19-Impfstoff künftig auch bei einem Partner in Afrika ab. Das südafrikanische Unternehmen Biovac werde den letzten Herstellungsschritt, das Abfüllen und Verpacken des Impfstoffs, übernehmen und die Verteilung in den 55 Ländern der Afrikanischen Union unterstützen, teilten Biontech und das US-Partnerunternehmen Pfizer am Mittwoch mit.

"Der Tech-Transfer sowie alle weiteren vorbereitenden Maßnahmen beginnen sofort", sagte eine Sprecherin. Bei vollem Betriebsumfang soll Biovac jährlich mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffs fertigstellen. Die Lieferungen nach Kapstadt sollen unter anderem aus dem Werk in Marburg kommen. Erste Lieferungen sind für Anfang kommenden Jahres geplant. Das Netzwerk von Biontech und Pfizer erstreckt sich damit nun über drei Kontinente mit mehr als 20 Produktionsstätten. Bisher wurden nach Angaben der beiden Unternehmen mehr als eine Milliarde Dosen des Covid-19-Impfstoffs in mehr als 100 Länder geliefert.

Singapur (dpa) * 08:15 – Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 69,03 US-Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 28 Cent auf 66,92 Dollar.

Am Markt wurden die leichten Abschläge mit Lagerdaten aus den USA erklärt. Am Dienstagabend hatte das American Petroleum Institute (API) einen leichten Anstieg der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. Am Mittwochnachmittag veröffentlicht das Energieministerium seine wöchentlichen Zahlen. Sollten die API-Daten bestätigt werden, wäre es der erste Anstieg der Rohölbestände seit mehreren Wochen.

Derzeit notieren die Ölpreise deutlich unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen. Belastet hatte zuletzt vor allem die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Insbesondere in Asien breitet sich die Variante rasch aus. Die Entwicklung schürt die Furcht vor neuen Corona-Beschränkungen, die auf der wirtschaftlichen Entwicklung und damit der Ölnachfrage lasten würden.

Göttingen (dpa) * 07:40 – Sartorius verdoppelt Nettogewinn

Der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius hat im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient als im Vorjahr. So verdoppelte sich der Nettogewinn auf 259,4 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch in Göttingen mitteilte. Der Umsatz stieg von gut 1 Milliarde Euro auf rund 1,6 Milliarden Euro. Dies entspricht wie bereits bekannt einem währunsgbereinigten Wachstum von gut 60 Prozent.

Sartorius hatte bereits Anfang Juli vorläufige Daten für das erste Halbjahr vorgelegt und den Ausblick dank einer regen Nachfrage von Corona-Testherstellern und Impfstoffforschern erhöht. Für 2021 peilt das Unternehmen währungsbereinigt weiterhin ein Umsatzplus von rund 45 Prozent an, 34 Prozent des Umsatzes sollen als operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten (operatives Ebitda) hängen bleiben. Für das erste Halbjahr standen hier 34,1 Prozent zu Buche, wie Sartorius bestätigte.

19.07.2021

Düsseldorf (dpa) *17:12 – Flutkatastrophe trifft auch viele Unternehmen hart

Überflutete Firmengelände und stillstehende Maschinen: Die Flutkatastrophe hat auch viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hart getroffen. Ein verwüstetes Werk des Autozulieferers ZF im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler steht nach Unternehmensangaben seit dem Hochwasser ebenso still wie Produktionsanlagen des Kupfer-Recyclers Aurubis in Stolberg bei Aachen. RWE musste die Förderung im Braunkohletagebau Inden unterbrechen und die Produktion in seinem Kraftwerk Weisweiler reduzieren.

Ein Sprecher des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau NRW sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: «Es sind etliche Firmen von uns betroffen.» Firmennamen nannte er nicht. In dem durch Hochwasser verwüsteten ZF-Werk ist nach Unternehmensangaben vorerst keine Wiederaufnahme der Produktion in Sicht. Das Ausmaß der Schäden sei nicht abzusehen, sagte ein Sprecher des Konzerns mit Hauptsitz in Friedrichshafen auf Anfrage.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kupfer-Recycler Aurubis berichtet, dass er aufgrund von starken Unwetterauswirkungen die Produktion in Stolberg stoppen und das Werk evakuieren musste. Das Werk mit seinen rund 400 Beschäftigten könne deshalb seine Lieferverpflichtungen nicht mehr erfüllen. «Die Auswirkungen des Unwetters für unser Werk in Stolberg sind für uns alle schockierend», sagte Aurubis-Chef Roland Harings. Die Überflutung habe das gesamte Firmengelände betroffen. «Wir werden alles dafür tun, das Werk wiederaufzubauen und die Produktion so schnell wie möglich wieder anzufahren.»

Beim Stromversorger RWE waren der Braunkohletagebau Inden und das angeschlossene Kraftwerk Weisweiler stark betroffen. Das Kraftwerk lief auch am Montag mit reduzierter Leistung, wie ein Unternehmenssprecher berichtete. Am Donnerstag hatte der Fluss Inde einen Deich überspült und war in den Tagebau gelaufen. Die Kohleförderung musste eingestellt werden und durfte erst Ende der Woche wiederaufgenommen werden. Das Kraftwerk arbeitet seitdem mit verminderter Leistung. Auch zahlreiche Wasserkraftwerke von RWE in der Eifel, an der Mosel, Saar und Ruhr mussten den Betrieb zeitweise einstellen. Die Schäden könnten einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen, prognostizierte RWE.

Darmstadt (dpa) *14:49 Uhr – Merck investiert 270 Millionen in Forschungs- und Ausbildungszentrum

Der Darmstädter Merck-Konzern gibt 270 Millionen Euro aus für ein neues Pharma-Forschungszentrum sowie ein Aus- und Weiterbildungsgebäude. Die Baumaßnahmen am Hauptsitz seien Teil der schon bekannt gegebenen Investitionen von einer Milliarde Euro, die bis 2025 in den Standort fließen, teilte Merck am Montag mit. Das neue Forschungszentrum für den Unternehmensbereich Healthcare biete ab 2025 Platz für mehr als 500 Wissenschaftler, die dort in verschiedenen Bereichen forschen sollen. Mit der Investition in Höhe von 200 Millionen Euro entstehe ein integriertes und flexibel nutzbares Laborgebäude mit einer Fläche von 30 000 Quadratmetern.

In dem neuen Aus- und Weiterbildungszentrum vereine Merck zudem künftig alle Ausbildungseinheiten in einem großzügigen Gebäude auf sieben Etagen. Das Zentrum für 70 Millionen Euro, das 2024 bezogen werden soll, biete den 50 Beschäftigten des Ausbildungsbereichs genug Platz, um die 600 Auszubildenden des Dax-Konzerns auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Außerdem werde das Zentrum ein wichtiger Ort für die Weiterbildung bei Merck sein.

Singapur (dpa) *12:58 – Ab August wollen wichtige Ölförderländer wieder mehr Öl erzeugen

Die Ölpreise sind am Montag nach der Einigung wichtiger Ölförderländer auf eine Erhöhung ihrer Produktion erheblich weiter gefallen. Im Tief kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 71,45 US-Dollar, ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank bis auf 69,33 Dollar. Das waren jeweils über zwei Dollar weniger als am Freitag. Gegen Mittag fielen die Abschläge kaum moderater aus.

Das Ölkartell Opec und seine Partnerländer (Opec+) einigten sich angesichts der Erholung der Weltkonjunktur am Wochenende auf eine deutliche Erhöhung der Ölproduktion. Ab August werde die Öl-Allianz ihre Tagesproduktion bis auf weiteres um jeweils monatlich 400 000 Barrel steigern, teilte die Opec am Sonntag nach einem kurzfristig einberufenen Online-Ministertreffen mit. Sollten die Marktbedingungen es zulassen, werde die noch bestehende Produktionskürzung damit im September 2022 enden, hieß es.

Eine Erhöhung der Fördermenge belastet tendenziell die Preise. Die Reaktionen an den Märkten hielten sich jedoch in Grenzen. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisierte die Entscheidung und bezeichnete sie auf Twitter sarkastisch als «positive Nachrichten» mit Blick auf die jüngsten Extremwetterereignisse auf der Welt. «Wir haben es mit Ungewissheiten zu tun», sagte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman mit Blick auf die Gefahr neuer Corona-Wellen. Er wies darauf hin, dass die Öl-Allianz an ihren monatlichen Treffen zur Einschätzung der Marktlage festhalten werde. Die nächste Beratung der Öl-Allianz ist für den 1. September geplant.

08.07.2021

Berlin (dpa) *14:53 Uhr – Mineralölwirtschaft will sich in neuem Verband organisieren

Die Mineralölwirtschaft in Deutschland will ihre Interessen künftig in einem neuen Verband organisieren. Der neue Verein soll «en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie» heißen und die bisherigen Interessenvertretungen - den 1946 gegründeten Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sowie das 1984 ins Leben gerufene Institut für Wärme und Mobilität (IWO) - vollständig ersetzen, wie der MWV am Donnerstag mitteilte. Darauf hätten sich die bisherigen Mitgliedsunternehmen beider Organisationen zuvor verständigt. Sitz von en2x werde Berlin.

Mit dem neuen Verband wolle die Branche auf die anstehenden Transformationen angesichts der politischen Klimaziele reagieren und sich neu aufstellen, hieß es. Ob sich die künftige Interessenvertretung auch personell verändern wird, oder ob dieselben Verantwortlichen in ähnlicher Position weitermachen, blieb am Donnerstag zunächst offen. Solche Fragen sollten bald geklärt werden, sagte ein Sprecher.

Braunschweig (dpa/lni) *11:46 Uhr – Für Corona-Medikament: Pharmaunternehmen kauft Anteile von Corat

Zur schnelleren Entwicklung eines Mittels gegen Covid-19 hat sich das Braunschweiger Start-up Corat Therapeutics mit dem bayerischen Unternehmen Dermapharm zusammengetan. Die Partnerschaft solle die klinische Entwicklung beschleunigen und die Ausweitung der Produktion vereinfachen, um das Medikament schneller für die Patienten verfügbar zu machen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Donnerstag. Demnach steigt der Arzneimittelhersteller aus Grünwald bei München mit einem Millionenbetrag bei den Niedersachsen ein.

Über den genauen Übernahmepreis für die Geschäftsanteile sei zwischen den Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart worden. Aus einer Pflichtmitteilung vom Mittwoch geht hervor, dass Dermapharm im Zuge einer Kapitalerhöhung 24,9 Prozent der Anteile am Braunschweiger Unternehmen erlangt. Corat entwickelt derzeit ein Antikörper-Präparat zur Behandlung von Covid-19-Patienten im Krankenhaus mit moderaten bis schweren Symptomen.

Marl (dpa/lnw) *09:08 Uhr – Evonik nimmt neue Großanlage für Spezialkunststoff in Betrieb

Im Chemiepark Marl geht eine neue Anlage für die Produktion eines speziellen Kunststoffs offiziell in Betrieb. Der Chemiekonzern Evonik hat für rund 400 Millionen Euro seine bestehenden Kapazitäten für die Herstellung von Polyamid (PA) 12 um mehr als 50 Prozent erhöht. Es handelt sich nach Angaben des Unternehmens um die bislang größte Investition von Evonik in Deutschland. Zur Eröffnung der Anlage, von der Teile bereits laufen, kommen auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und der Vorsitzende der Chemiegewerkschaft IGBCE, Michael Vassiliadis, nach Marl.

Evonik bezeichnet Polyamid 12 als Hochleistungskunststoff, der besonders hohen Belastungen ausgesetzt werden könne. Die weltweite Nachfrage wachse stetig. Der Kunststoff werde für Brems- und Kraftstoffleitungen in Autos und in der Medizintechnik verwendet, Rohre aus PA 12 könnten einfach verlegt werden und etwa bei Gasleitungen die deutlich schwereren Rohre aus Stahl ersetzen. Einen Nachfrageschub gebe es auch durch die Entwicklung des 3D-Drucks, bei dem Polyamid 12 eingesetzt werde.

07.07.2021

Mannheim (dpa/lsw) *15:50 Uhr – Pharmahändler Phoenix will McKesson-Geschäfte übernehmen

Der Mannheimer Pharmagroßhändler Phoenix will sich in Europa breiter aufstellen und Teile von US-Konkurrent McKesson kaufen, darunter die Europazentrale in Stuttgart. Beide Unternehmen unterzeichneten nach Angaben vom Mittwoch eine Vereinbarung über den Erwerb auch von McKesson-Geschäften in Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Portugal und Slowenien. Der Verkauf müsse aber noch kartellrechtlich genehmigt werden.

Das Familienunternehmen Phoenix beschäftigt in Europa nach früheren Angaben mehr als 39 000 Menschen, beliefert Apotheken und Kliniken mit Medikamenten und betreibt zugleich über 2800 eigene Apotheken in 14 Ländern. Der Umsatz stieg im coronageprägten Geschäftsjahr 2020/21 (31. März) um 3,2 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern legte von 164,9 auf 234,7 Millionen Euro zu.

06.07.2021

Berlin (dpa) *15:43 Uhr – Altmaier und Branche vereinbaren Handlungspakt für Chemieindustrie

Angesichts großer Herausforderungen für mehr Klimaschutz hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit der Chemieindustrie einen «Handlungspakt» für die Branche beschlossen. Ziel sei es, die Weichen für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Chemie- und Pharmastandorts Deutschland zu stellen, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Konzept.

Altmaier sprach von gewaltigen Herausforderungen für die Chemie- und Pharmaindustrie. Bei der Transformation zu CO2-Neutralität müssten Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften und Wissenschaft eng zusammenarbeiten.

Der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Christian Kullmann, erklärte, die Branche sei der Schlüssel für die Transformationsaufgabe zur Klimaneutralität. Um dies zu erreichen, benötige die Chemiebranche nach der «Roadmap 2050» des VCI mehr als 600 Terrawattstunden Grünstrom im Jahr – dies sei mehr als der aktuelle Stromverbrauch in Deutschland.

Entlastungen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit hätten weiter eine zentrale Bedeutung, wie Energie-und Stromsteuerentlastungen und eine Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, heißt es. Ziel sei, dass die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms in den nächsten fünf Jahren schrittweise abgesenkt und schließlich ganz abgeschafft werde.

Gleichzeitig müssten die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter sinken. Ein in der EU diskutierter CO2-Grenzausgleichsmechanismus wird laut Konzept von der chemischen Industrie jedoch überwiegend kritisch beurteilt. Ein Schlüssel zur Transformation der Chemieindustrie sei Wasserstoff.

05.07.2021

Bangkok (dpa) *12:43 Uhr – Explosion in Chemiefabrik bei Bangkok – Ein Toter und 60 Verletzte

In Thailand ist es in einer Chemiefabrik zu einer gewaltigen Explosion gekommen. Rund 60 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden, darunter etwa ein Dutzend Feuerwehrleute, berichtete die Zeitung «Bangkok Post» am Montag unter Berufung auf die Behörden. Ein junger Feuerwehrmann sei bei den Löscharbeiten ums Leben gekommen. Die Fabrik in Samut Prakan am südöstlichen Stadtrand von Bangkok stellte Plastikschaum her.

In umliegenden Wohngegenden soll es an 73 Häusern und 15 Autos zu schweren Schäden gekommen sein, als die Produktionsstätte in der Nacht aus noch ungeklärter Ursache explodierte. Anschließend brach ein Großbrand aus, den die Feuerwehr erst am frühen Morgen weitgehend unter Kontrolle bringen konnte. Jedoch kämpften die Einsatzkräfte noch den ganzen Tag gegen die Flammen und versuchten, weitere Explosionen chemischer Stoffe zu verhindern.

Bangkok (dpa) *09:18 Uhr – Großbrand nach Explosion in Chemiefabrik bei Bangkok

In Thailand ist es in einer Chemiefabrik zu einer gewaltigen Explosion gekommen. Mindestens 21 Menschen seien bei dem Unglück verletzt worden, jedoch könnte die Zahl noch steigen, berichtete die Zeitung «Bangkok Post» am Montag. Die Fabrik in Samut Prakan am südöstlichen Stadtrand von Bangkok stellte Plastikschaum her.

In umliegenden Wohngegenden soll es zu schweren Schäden gekommen sein, als die Produktionsstätte in der Nacht aus noch ungeklärter Ursache explodierte. Anschließend brach ein Großbrand aus, den die Feuerwehr erst am frühen Morgen weitgehend unter Kontrolle bringen konnte.

Jedoch stieg weiter dichter schwarzer Rauch auf, der sogar im Stadtgebiet von Bangkok sichtbar war. Die Behörden ordneten an, Anwohner in einem Radius von fünf Kilometern umgehend in Sicherheit zu bringen, da mögliche weitere Explosionen befürchtet wurden.

Dutzende Löschfahrzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz, um die Flammen einzugrenzen. Die Erschütterung der Explosion sei noch in neun Kilometern Entfernung zu spüren gewesen, hieß es.

Auf dem Gelände der Fabrik der Ming Dih Chemical Company mit Sitz in Taiwan seien in fünf oder sechs Lagerhallen etwa 50 Tonnen Chemikalien gelagert worden, hieß es. Die Anlage im Distrikt Bang Phli liegt in der Nähe des Großflughafens Suvarnabhumi International Airport.

02.07.2021

Genf (dpa) *17:24 Uhr – WHO-Chef Tedros: Biontech muss mehr bei Technologietransfer tun

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Mainzer Firma Biontech zu mehr Engagement aufgerufen, um die Impfstoffproduktion weltweit anzukurbeln. «Ich bitte Firmen wie Biontech, Pfizer und Moderna dringend, ihr Wissen zu teilen, damit wir die Entwicklung neuer Produktionsstätten beschleunigen können», sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Es würden zwar neue Standorte für die Herstellung von Corona-Impfstoffen entwickelt, aber der Prozess komme schneller voran, wenn die Firmen ihre Technologie offen teilen würden.

Ärmere Länder hätten immer noch nicht genügend Impfstoff, um wenigstens zehn Prozent ihrer Bevölkerung bis Ende September zu impfen, während reiche Länder schon deutlich weiter seien, sagte Tedros. Die Regierungen dieser Länder würden zwar inzwischen Impfdosen spenden, es handele sich dabei aber immer noch nur um einen Tropfen auf den heißen Stein.

Er verwies zudem auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. «Wir sind in einer sehr gefährlichen Periode der Pandemie», sagte Tedros. Kein Land sei bereits sicher, wenn das Virus mangels Impfungen in vielen Ländern mutieren könne, warnte er. Die Delta-Variante wurde seinen Angaben zufolge inzwischen in mindestens 98 Ländern nachgewiesen.

Wesseling (dpa/lnw) *16:37 Uhr – Shell startet in Wesseling Produktion von «grünem» Wasserstoff

Der Öl- und Erdgaskonzern Shell hat in Wesseling bei Köln eine Wasserstoff-Anlage in Betrieb genommen. Sie hat nach Unternehmensangaben vom Freitag eine Leistung von 10 Megawatt und kann pro Jahr bis zu 1300 Tonnen «grünen» Wasserstoff produzieren. Diese Art von Wasserstoff wird mit Ökostrom gewonnen, Kohle spielt keine Rolle.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) legte symbolisch den Hebel um für die Elektrolyse zur Wasserstoffproduktion. Er sprach von einem «Startschuss in ein klimaneutrales Industrieland».

Stahlhütten, Chemiefabriken und Zementwerke benötigen Wasserstoff, um künftig bei der Produktion kein klimaschädliches Kohlendioxid mehr auszustoßen. Auch synthetische Brenn- und Kraftstoffe können mit Wasserstoff hergestellt und im Transportbereich eingesetzt werden. Die EU und der Bund unterstützen den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft mit Milliardensummen.

Shell plant in Wesseling bereits eine weitere Elektrolyse-Anlage mit 100 Megawatt Leistung. Diese könnte Ende 2024 fertiggestellt sein, eine endgültige Investitionsentscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Köln (ots) *07:02 Uhr – Befindlichkeitsumfrage: Chemie-Führungskräfte auch im zweiten Coronajahr zufrieden mit Personalpolitik

Auch im zweiten Jahr der Coronapandemie sind die Führungskräfte in der deutschen Chemie- und Pharmabranche weitestgehend zufrieden mit der Personalpolitik ihrer Unternehmen. Das zeigt die diesjährige Befindlichkeitsumfrage des VAA unter den außertariflichen und leitenden Angestellten von Deutschlands drittgrößtem Industriezweig.

Wie im Vorjahr liegt die Durchschnittsnote für die personalpolitischen Maßnahmen der Unternehmen bei 2,8. Für die Personalpolitik im Kontext mit der Coronakrise vergaben die Befragten mit 1,6 allerdings eine deutlich bessere Bewertung als bei den Kernfragen der Befindlichkeitsumfrage.

An der Spitze des Umfragerankings steht in diesem Jahr der Mainzer Glaskonzern Schott, gefolgt vom Leverkusener Polymerhersteller Covestro. Die beiden Unternehmen haben somit im Vergleich zum Vorjahr die Plätze getauscht. Hinter Schott und Covestro kann der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim seinen dritten Platz aus dem Vorjahr verteidigen.

Mit Shell, Daiichi Sankyo und Celanese konnten 2021 drei Unternehmen, deren Konzernmutter nicht in Deutschland ansässig ist, ihre Bewertung deutlich verbessern und im Ranking vorrücken. Der bayerische Chemiekonzern Wacker erhielt dagegen eine deutlich schlechtere Bewertung als im Vorjahr und fiel von Platz zehn auf Platz 14 zurück. 2019 hatte Wacker noch auf dem dritten Platz gelegen.

Auch die Umfrageteilnehmer bei B. Braun Melsungen vergaben schlechtere Bewertungen als 2020, sodass der hessische Pharma- und Medizinbedarfshersteller nach Platz zwölf im Vorjahr nun auf Platz 19 von 23 steht.

Die jährliche VAA-Befindlichkeitsumfrage wurde 2021 zum 20. Mal durchgeführt. Sie ist ein anerkanntes und unabhängiges Barometer für die Stimmung der außertariflichen und leitenden Angestellten in der Chemie- und Pharmaindustrie. An der Befindlichkeitsumfrage 2021 von Mitte April bis Mitte Mai beteiligten sich mehr als 2.700 Personen.

01.07.2021

Tübingen (dpa) *11:15 Uhr – Curevac-Chef geht von Impfstoff-Zulassung in der EU aus

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac geht davon aus, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA seinen Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen wird. «Die Population der 18- bis 60-Jährigen ist besonders begünstigt von unserem Impfstoff. Darüber haben wir mit der EMA gesprochen», sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz. Es gebe einen ganz klaren Trend, dass der Impfstoff bei Jüngeren wirke.

Das Curevac-Präparat zeigt einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg. In der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren liegt die Wirksamkeit bei 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und bei 77 Prozent gegen einen moderaten und schweren Krankheitsverlauf, wie Curevac am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Einen vollständigen Schutz gab es in dieser Altersgruppe demnach vor einem Krankenhausaufenthalt oder dem Tod.

Nach der Veröffentlichung von Zwischenergebnissen Mitte Juni hatte die EMA betont, dass es keine harte Mindestgrenze bei der Wirksamkeit gebe. Bei klinischen Studien werde zwar von einer Mindestgrenze von 50 Prozent Wirksamkeit ausgegangen. Aber vor allem im Zusammenhang mit den neuen Virusvarianten müsse man die Daten sehr gut prüfen und Vorzüge gegen Nachteile abwägen.

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