Anlagenbau Im Ausland sind vor allem Anlagen für den Energiebereich und die Grundstoffindustrie gefragt

Autor / Redakteur: Klaus Gottwald / Anke Geipel-Kern

Das Hauptgeschäft macht der deutsche Großanlagenbau im Ausland. Doch die regionalen Schwerpunkte werden sich mittelfristig verschieben. Lesen Sie, wie unser Autor Klaus Gottwald von der AGAB die Märkte einschätzt, und wo er Chancen für den Chemieanlagenbau sieht.

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Luftzerlegungs- und Gasverflüssigungsanlagen haben weltweit Hochkonjunktur.
Luftzerlegungs- und Gasverflüssigungsanlagen haben weltweit Hochkonjunktur.
( Bild: Linde )

Es sind nach wie vor die ‚üblichen Verdächtigen, die den deutschen Chemieanlagenbau optimistisch stimmen: China, Indien, Osteuropa und die GUS-Staaten. Doch interessanterweise ergeben sich auch neue Potenziale: in Nord- und Lateinamerika ebenso wie in Nordafrika.

Doch zunächst ein Blick auf die Auftragseingänge deutscher Chemieanlagenbauer aus Osteuropa und der GUS: Die haben von Juli 2007 bis Juni 2008 einen Wert von 449 Millionen Euro erreicht und das Vorjahresniveau um 82 Prozent übertroffen. Wer investiert hier? Rumänien und Bulgarien – seit Anfang 2007 Mitglied der Europäischen Union – stellen ihre Raffineriestandorte auf die Produktion schwefelarmer Kraftstoffe um, die der strengen EU-Kraftstoffrichtlinie entsprechen. Das zeigt sich an Aufträgen für die Planung und Lieferung von Clean-Fuels-Anlagen zur Diesel- und Benzinentschwefelung.

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Während die russische Chemieindustrie in den Jahren 1990 bis 2005 kaum investierte, hat sich dies mittlerweile grundlegend gewandelt. Das Land gilt derzeit als einer der weltweit attraktivsten Märkte für den Chemieanlagenbau, da erhebliche Summen aus dem Öl- und Gasexport zur Erneuerung des überwiegend veralteten Anlagenparks genutzt werden. Vor allem in den Bereichen Polymere, Chlor und PVC befinden sich zahlreiche Projekte in Planung oder bereits in der Abwicklung. Und auch hier führt die neue Euro-3-Norm für Kraftstoffe zur Modernisierung zahlreicher Raffinerien.

Atempause bei den Ölscheichs

Während in den kommenden Jahren in der GUS-Region mit einem wachsenden Investitionstempo und Umsatzvolumen zu rechnen ist, scheint im Nahen und Mittleren Osten die Luft etwas heraus zu sein.

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