Chemie-Tarifrunde 2011 IG BCE fordert 6 bis 7 Prozent mehr Gehalt

Redakteur: Marion Henig

Der Hauptvorstand der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat für die anstehende Chemie-Tarifrunde 2011 eine Forderungsempfehlung beschlossen: Demnach sollen die Entgelte um sechs bis sieben Prozent steigen. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC) weist die Höhe der Forderung derzeit entschieden zurück.

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Ab Februar 2011 werden die Tarifgehälter in der Chemie neu ausgehandelt. (Bild: RainerSturm / pixelio.de)
Ab Februar 2011 werden die Tarifgehälter in der Chemie neu ausgehandelt. (Bild: RainerSturm / pixelio.de)

Hannover – Die Forderungsempfehlung des IG-BCE-Hauptvorstands ist Grundlage für die jetzt beginnenden Diskussionen in den 1900 Chemie-Betrieben. Der Gewerkschafts-Vorsitzender Michael Vassiliadis betont: „Die gesamtwirtschaftliche Lage ist gut, die Chemie steht noch besser da. Auch die Prognosen sind erfreulich. Deutschland hat das Krisental schneller als andere Länder durchschritten, der Aufschwung ist da. Zu dieser positiven Entwicklung haben die Beschäftigten einen erheblichen Beitrag geleistet. Das muss sich jetzt auch in den Portemonnaies wiederfinden.“

Die Chemie-Tarifverträge gelten für rund 550.000 Beschäftigte, die Laufzeiten enden regional unterschiedlich. In den Tarifbezirken Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Hessen gelten die Verträge bis zum 28. Februar, in Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Berlin bis zum 31. März, im Saarland und in Nordost bis zum 30. April.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC) weist die Forderungsempfehlung entschieden zurück und stellt sich nach eigener Aussage auf eine schwierige Tarifrunde ein. In der aktuellen Situation „Aufschwung“-Tarifverträge mit Zahlen jenseits der Realität zu fordern, sei fahrlässig, kritisierte BAVC-Hauptgeschäftsführer Hans Paul Frey: „Die IG BCE schießt mit ihren Forderungen weit über’s Ziel hinaus.“ Frey führte weiter aus: „Es ist dringend nötig, dass die IG BCE augenblicklich auf die Euphoriebremse tritt. Es braucht jetzt eine Normalisierung der Erwartungen. Vor allem muss deutlich werden, dass wir für das Jahr 2011 verhandeln. Die außergewöhnlichen Jahre 2009 und 2010 sind tarifpolitisch abgehakt“, stellte BAVC-Hauptgeschäftsführer Frey in einer Pressemeldung klar.

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