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Automatisierung

Ifat 2016 – Wie die Automatisierung in der Wassertechnik neue Impulse setzt

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Widersprüche in den Lebenszyklen auflösen

"Es gibt einen Widerspruch zwischen dem Lebenszyklus unserer Anlagen, die häufig 30 bis 40 Jahre laufen und den Komponenten der Prozessautomation. Hier sehen wir Handlungsbedarf", Gottlieb Hupfer, VDMA Fachabteilung Wasser- und Abwassertechnik.
"Es gibt einen Widerspruch zwischen dem Lebenszyklus unserer Anlagen, die häufig 30 bis 40 Jahre laufen und den Komponenten der Prozessautomation. Hier sehen wir Handlungsbedarf", Gottlieb Hupfer, VDMA Fachabteilung Wasser- und Abwassertechnik.
(Bild: VDMA)

In den Industrienationen dient allerdings nur ein geringer Teil der verfügbaren Wasserressourcen der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. In Deutschland liegt dieser Anteil bei gerade mal zwei Prozent. Der größte Verbraucher ist die Energiewirtschaft, die etwa zwei Drittel des insgesamt genutzten Wassers zur Kühlung in den Kraftwerken einsetzt. Die Aufbereitung von Frisch- und Prozesswasser, die Behandlung von Kühl- und Abwasser, das Recycling von Wasserströmen sowie die Rückgewinnung der darin oftmals enthaltenen Wertstoffe bieten der internationalen Umwelttechnikbranche nach wie vor ein riesiges Feld für die Vermarktung etablierter wie auch neuer Lösungen.

Ein schon lange anhaltender Trend bei den Industrieunternehmen weltweit ist es, den Wasserbedarf pro Produktionseinheit zu reduzieren. Bleibt der Eintrag von Verunreinigungen dabei gleich, entstehen immer kleinere, dafür aber zunehmend konzentrierte Abwasserströme. Für sie bieten sich kompakte, vor Ort arbeitende Behandlungsanlagen an. „In diesem Zusammenhang hat die Prozessautomatisierung eine wichtige Rolle inne, da sie diese Anlagen am Laufen hält.

Allerdings gibt es hier einen Widerspruch, da unsere Anlagen häufig 30 bis 40 Jahre laufen und die Prozessautomatisierung einen schnelleren Innovationszyklus von manchmal nur 5 Jahren hat. Hier gilt es, einen Kompromiss zu finden, etwa indem die Komponenten der Prozessautomatisierung zumindest 15 Jahre eingesetzt werden können“, beschreibt Gottlieb Hupfer, Geschäftsführer von Envirochem und Vorsitzender der VDMA Fachabteilung Wasser- und Abwassertechnik, die Aufgabe.

„Industrielle Abwässer“ virtuell erleben

Um ein Gefühl für Industrielle Abwässer zu bekommen, zeigt Endress+Hauser in München eine virtuelle Anlage, die im vergangenen Jahr erstmals auf der Achema gezeigt und nun um die Simulation einer industriellen Kläranlage erweitert wurde So können die Besucher der Messe die Produkte, Dienstleistungen und Lösungen rund um das Thema „Industrielle Abwässer“ virtuell erleben. Weiter zeigt das Unternehmen auch die klassische Instrumentierung, etwa den neuen Micropilot FMR10/20 – ein ultra-kompaktes Radarmessgerät, das für die Anforderungen der Wasser- und Abwasserindustrie entwickelt wurde. Das Gerät ist vollständig vergossen und erhält dadurch eine hohe chemische Beständigkeit mit der Schutzklasse IP68. Eine Parametrierung der Geräte erfolgt per App via Bluetooth oder über eine Hart-Verbindung.

Das Thema modulare Automation macht auch vor der Abwassertechnik nicht halt. Ermöglicht sie doch reduzierte Kosten bei Planung, Bau und Inbetriebnahme. Diese Anlagen sind zudem durch die kleinere Bauweise energieeffizienter. Als Beispiel stellt Festo in München ein neues innovatives Konzept für die Automatisierung modularer Anlagen vor. Dadurch können beispielsweise Wasseraufbereitungsanlagen schnell und flexibel aufgebaut und im Bedarfsfall problemlos angepasst werden, ohne dass diese komplett neu konfiguriert werden müssen. Auch hier sind adaptive, sich selbst konfigurierende und selbst-organisierende Produktionsanlagen mit einem hohen Vernetzungsgrad Voraussetzung.

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