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Hygienepumpen – eine saubere Herausforderung

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Pasten mögen Verdrängerpumpen

In einigen Punkten unterscheiden sich Verdrängerpumpen vorteilhaft von Kreiselpumpen: So setzt eine Verdrängerpumpe die zugeführte Energie direkt in Druck um; bei der Kreiselpumpe erfolgt dies über die Zentrifugalwirkung eines schnelllaufenden Laufrads. Und Verdrängerpumpen fördern abhängig von der Motordrehzahl, aber nahezu unabhängig vom Druck ein definiertes Volumen. So kommen diese Pumpen u.a. dort zum Einsatz, wo es auf den schonenden Transport einer definierten viskosen Produktmenge ankommt.

Drehkolbenpumpen der Baureihe Novalobe von Grundfos haben sich für solche Förderaufgaben bewährt. Der modulare Aufbau mit zahlreichen Ausstattungs- und Ausrüstungsvarianten, z.B. einem beheizbaren Gehäusedeckel und/oder Gehäuse und diverse (auch nachrüstbare) Verdränger-Geometrien sowie Dichtungswerkstoffe werden unterschiedlichen Anforderungen gerecht. Große recht-eckige Eintritts- und Austrittsöffnungen ermöglichen das Fördern auch großer und stückiger Bestandteile. Bei hochviskosen, zum Verkleben/Austrocknen neigenden Medien bewährt sich statt der Gleitringdichtung eine robuste einfache O-Ring-Dichtung.

Die CIP- und SIP-fähigen Kreiskolbenpumpen der Serie FKL von Fristam zeichnen sich durch ihre massive Bauweise mit laut Anbieter außergewöhnlich engen Dichtspalten aus. Gleichzeitig verringere die Konstruktion den Verschleiß der Verdränger. FKL-Pumpen stehen in zehn unterschiedlichen Baugrößen für einen Förderdruck bis 35 bar und eine Fördermenge bis 120 Kubikmeter pro Stunde zur Verfügung. Sie fördern Medien bis zu einer Viskosität von 106 Millipascal.

Mit der Baureihe Hy-Line offeriert Jabsco eine Kreiskolbenpumpe aus Edelstahl 316 mit zweiflügeligen Rotoren, die – so das Unternehmen – die Eigenschaften von dreiflügeligen Rotoren erreichen. Die planen Rotorschrauben sind abgedichtet, um ein Eindringen von Produkt zu verhindern. Das Rotorgehäuse ist so geformt, dass dieses bei der CIP- und SIP-Reinigung vollständig selbstentleerend ist. Die Pumpe entspricht den 3A 02-10 Hygiene-Standards; alle Werkstoffe entsprechen den Anforderungen der FDA. Es sind zudem Varianten verfügbar, die nach EHEDG getestet und zertifiziert wurden.

Hermetische Membranpumpen

Geht es in einer Pharmaanlage um das präzise Dosieren, spielen Kreiselpumpen eher keine wichtige Rolle. Lewa verweist dafür auf die Vorzüge von Membranpumpen der Baureihe ‚hygienic‘: Neben der hohen Dosier-Präzision zeichnen sich diese Pumpen kons-truktionsbedingt durch den hermetischen Abschluss aus – kein Mikroorganismus vermag von außen in den Prozess einzudringen. Auch kann Produkt nicht in die Umgebung gelangen, das Personal ist somit vor hoch aktiven Wirkstoffen geschützt.

Dosierpumpen für den hygienegerechten Einsatz in der Foodindustrie hat Prominent im Programm: Das Herzstück der Hygienepumpen ist ein Edelstahlpumpenkopf, der in Kombination mit den Magnetdosierpumpen delta und Motordosierpumpen Sigma gemäß EHEDG zertifiziert ist. Das Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität (BLQ) der TU München hat den Pumpenkopf einer gesonderten Prüfung nach EHEDG-Cleanability-Methode unterzogen.

Dokumentation muss sein

Nicht allein die technischen Anforderungen an eine Hygienepumpe sind hoch – aufgrund der für Pharmaanlagen obligatorischen Validierung gilt dies auch für den Dokumentationsaufwand.

Ergänzendes zum Thema
 
Nachgefragt: „Energieeffizienz ist Hygienic Design“
 
Richtlinien für Sterilpumpen

Dazu hat Alfa Laval das Dokumentationspaket Q-doc entwickelt. Es umfasst Ausrüs-tungshandbücher, werksinterne Tests, Qualitäts- und Herstellungsprozeduren, relevante Materialzertifikate sowie erforderliche Informationen zu den Teilen und der Wartung. Die vollständige Nachverfolgbarkeit aller produktberührten Teile (Stahl, Plattendichtungen etc.) verhindert, dass etwas übersehen wird und eine Revalidierung erforderlich macht. „Mit Q-doc haben wir eine sehr detaillierte und gründliche Dokumentation für unsere Produkte“, sagt Per-Åke Ohlsson, Global Manager der Market Unit Pharma & Personal Care bei Alfa Laval. „Wir erklären beispielsweise, welche Materialien wir verwenden, wie wir unsere Komponenten herstellen und wie wir die Qualität der ein- und ausgehenden Waren kontrollieren. Durch diese Informationen kann evaluiert werden, ob Risiken für Verunreinigungen bestehen.“

Hohe Hygienestandards

Insbesondere die technologieorientierten Pumpenanbieter versuchen, möglichst hohe Hygiene-Standards durchzusetzen. Das kommt dem Anlagenbetreiber und letztlich dem Verbraucher zugute. Als Hersteller profitieren sie ebenfalls von hohen Standards, verschaffen sie sich doch durch hohe Markt-eintrittshürden einen Wettbewerbsvorteil. ●

* Der Autor ist freier Mitarbeiter für PharmaTEC

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