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Mischer Homogenisierung von empfindlichem Saatgut

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

"Zwölf Tonnen Spinatsamen" - hört sich nach Massenproduktion an, aber das empfindliche Saatgut will bei der Homogenisierung außerordentlich schonend behandelt werden. Das gelingt nun in einem maßgefertigten Mischer.

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In diesem Mischer können 25.000 Liter, in diesem Fall 12 Tonnen oder über eine Milliarde Spinatsamen gemischt werden.
In diesem Mischer können 25.000 Liter, in diesem Fall 12 Tonnen oder über eine Milliarde Spinatsamen gemischt werden.
(Bild: Lindor)

Das Projekt wirkte auf den ersten Blick außerordentlich ehrgeizig: die maschinelle Homogenisierung von empfindlichem, hochwertigem Gemüsesaatgut im großen Maßstab, ohne Beschädigung der Samen.

Doch gelang es Lindor in Zusammenarbeit mit Rijk Zwaan, einem der weltweit größten Unternehmen im Bereich der Gemüseveredlung, einen Mischer zu entwickeln, der das Saatgut unter Erhalt einer konstanten Qualität homogenisiert oder auch mischt. „Gurkensamen sind äußerst empfindlich. Wenn sie einmal beschädigt sind, kann man sie nicht mehr verkaufen. Die Gentle-Touch-Technologie von Lindor passt perfekt zu unseren Produkten“, erklärt René Hendriks, Team Leader Operations Support bei Rijk Zwaan.

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Kontinuierliche Innovation ist eine der Voraussetzungen, wenn man – laut Unternehmensphilosophie von Rijk Zwaan – als internationaler Akteur Spitzenqualität liefern und zur Entwicklung neuer Sorten beitragen will. Es wird noch komplizierter, wenn es um ein sehr sensibles Produkt geht, das grammgenau verpackt werden muss. „Wir verpacken Spinatsamen je Million, das entspricht ca. 12 Gramm für 1.000 Samen. Für eine Million Samen sind das also ungefähr 12,2 Kilogramm. Aufgrund von Witterungseinflüssen kann eine gelieferte Partie Spinatsamen jedoch ziemlich eigenwillig sein, was Form und Größe angeht. Sind die Samen mal größer, dann bekommt der Kunde nicht die bestellte Menge, sondern weniger. Deshalb haben wir das Spinatsaatgut bislang manuell homogenisiert“, beschreibt Hendriks die Vorgänge.

Das ist nach seiner Aussage ein zeitraubender, arbeitsintensiver und ineffizienter Prozess: Für jeden Karton muss eine Musternahme erfolgen, um die Saatgutkartons mit ähnlicher Tausendkornmasse (TKM) zu einer Partie zusammenfassen zu können. Daraus entwickelte sich der Wunsch, das Saatgut im großen Maßstab homogenisieren zu können.

Homogenisierung mit konstanter Qualität

Die Begegnung mit den maßgefertigten Mischern von Lindor auf einer Fachmesse brachte die beiden Parteien zusammen. „Ziel war es, eine Spinatsaatgut-Charge zu homogenisieren und eine konstante Qualität zu gewährleisten“, berichtete Michael van der Knaap, Project Engineer bei Lindor, über den installierten L25000-Mischer. Er ist mit einem Durchmesser von 3,6 und einer Länge von 9 Metern die größte Maschine von Lindor. Mit ihr können 25.000 Liter, in diesem Fall 12 Tonnen oder über eine Milliarde Spinatsamen gemischt werden.

Zwaan installierte zudem den kleineren L200-Trommelmischer für das Homogenisieren und Mischen von u. a. Paprika-, Aubergine- und Gurkensamen. „Die Schwerkraft sorgt dafür, dass alle Samen, ob groß oder klein, durcheinander strömen. Wegen der Form der Mischtrommel und der Schaufeln legen die Samen eine bestimmte Strecke zurück und die erforderliche Homogenität wird innerhalb kurzer Zeit erreicht. Der Prozess setzt die Samen untereinander kaum Reibungseinflüssen aus, sodass sie nicht beschädigt werden“, erklärt van der Knaap.

Optimiertes Produktionsverfahren

Die gute Zusammenarbeit zwischen Rijk Zwaan und Lindor führt zu einem optimierten Produktionsverfahren, das für eine konstantere Qualität und geringere Unterschiede bei der TKM sorgt, einer Kenngröße für das Durchschnittsgewicht eines Samenkorns. Hendriks: „Wir fügen zurzeit alle Kartons aus einer Charge im Mischer zusammen. Er homogenisiert 12 Tonnen Spinatsamen innerhalb von fünf Minuten.“ Damit spart das automatisierte Produktionsverfahren den Mitarbeitern nicht nur Zeit, sondern trägt auch zu einer besseren Produktqualität bei.

Kurzum: Nun ist es möglich, ein homogenes Produkt mit gleichbleibender Qualität in einer Charge zu liefern, statt mehrere Chargen mit Saatgut, das manuell nach TKM sortiert werden muss. „Die Umsetzung des Projekts ist perfekt gelaufen! Aber auch das Interesse von Lindor während der Testphase, das Mitdenken und die flexible Einstellung: die gesamte Zusammenarbeit lief sehr gut!“ zeigt sich Hendriks überzeugt.

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