Länderreport Indien

Hoher Nachholbedarf für Chemieprodukte in Indien

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Dekorfarben generiert, der Rest mit Produkten für den industriellen Gebrauch. Der Bedarf an Hochleistungsbeschichtungen für den Kraftwerks- und Maschinenbau sowie für Produktionsanlagen in der chemischen und petrochemischen Industrie steigt.

Verbrauch an Plastik hat sich verdoppelt

Der Pro-Kopf Verbrauch 2010 von Plastik betrug zwölf Kilogramm, schätzt die India Brand Equitity Foundation (ibef). Damit hätte sich der Verbrauch seit 2009 verdoppelt. Mit dem Anstieg der Nachfrage nach Plastik nimmt auch der Bedarf an Chemikalien wie Phenol, Ethylacetat und Titanoxid zu. Als Segmente mit hohem Wachstumspotenzial im Inlandsmarkt identifizierte ibef alkalische Chemikalien, Chemikalien zur Wasserbehandlung sowie besonders umweltfreundliche chemische Erzeugnisse.

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Die Wasseraufbereitung gewinnt in Indien an Bedeutung und damit steigt auch die Nachfrage nach Chemieprodukten wie Chlorid. Der Bedarf an Alkalien wuchs kräftig und die Importe legten von 2003/04 bis 2008/09 mit einer CAGR von 24,3 Prozent zu.

Produktion/Branchenstruktur

Der Branchenriese Reliance Industries schätzt das Herstellungsvolumen der chemischen Industrie in Indien 2008/09 auf 40 Milliarden Dollar (darunter 57 Prozent Grundstoffchemikalien, 25 Prozent Spezialchemikalien und 18 Prozent Agrarchemikalien, pharmazeutische und biotechnologische Erzeugnisse). Die Produktionsstätten konzentrieren sich vor allem auf die westlichen Bundesstaaten Gujarat und Maharashtra, in denen rund zwei Drittel aller chemischen und pharmazeutischen Erzeugnisse hergestellt werden.

Im indischen Chemiesektor sind große und mittelständische Anbieter vertreten. Insgesamt sind laut Branchenexperten 6.600 Unternehmen im organisierten Sektor aktiv. Seit Ende der 1990er Jahre durchläuft die Branche einen Konzentrationsprozess. Dieser dürfte sich verschärfen, da viele kleine Hersteller nicht über genug Ressourcen für Forschung und Entwicklung verfügen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Regierung plant den Bau von sechs neuen Petrochemiekomplexen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 280 Milliarden Dollar.

Die pharmazeutische Industrie Indiens zählt 250 bis 300 Firmen im organisierten Sektor, die etwa 70 Prozent der Produktion repräsentieren. Darunter befinden sich fünf Staatsunternehmen. Die zehn größten Pharmakonzerne generieren etwa 30 Prozent des Branchenumsatzes. Darüber hinaus existieren circa 10.000 weitere kleine und mittelständische lizenzierte Betriebe. Die Pharmaindustrie zählt zu den exportstärksten Branchen des Landes.

Außenhandel

Indien führte im Finanzjahr 2009/10 ausgewählte chemische und pharmazeutische Erzeugnisse im Wert von 1,4 Bill. iR beziehungsweise rund 29,4 Milliarden Dollar ein (-11 Prozent gegenüber 2008/09). Deutschland zählt mit einem Importvolumen von gut 1,6 Milliarden Dollar neben der VR China und den USA zu den wichtigsten Lieferländern. Die deutschen Exporte legten in der Produktgruppe um 15 Prozent zu, während die Importe Indiens insgesamt zurückgingen.

* Quelle: Germany Trade and Invest

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