Länderreport Indien

Hoher Nachholbedarf für Chemieprodukte in Indien

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35 Milliarden Dollar schätzt (darunter: Basischemikalien 20 Milliarden Dollar; Spezialitäten neun Milliarden Dollar), gehen Vertreter des Indian Chemical Councils von 68 Milliarden Dollar (33 Milliarden Dollar, 17 Milliarden Dollar) aus. Die Analysten sind sich einig, dass der Markt mittel- und langfristig kräftig zulegen wird.

Generika-Markt dominiert

Indiens Pharmaindustrie ist mengenmäßig die drittgrößte weltweit. Die Wirtschaftsberatung PWC schätzt den Inlandsmarkt für Arzneimittel auf zwölf Milliarden Dollar (2010). Bis 2020 soll die Nachfrage den Analysten zufolge mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 15 bis 20 Prozent auf 49 Milliarden bis 74 Milliarden Dollar zulegen. Hergestellt und abgesetzt werden fast ausschließlich Generika. Die Produktion wird weiter ansteigen, da in den nächsten Jahren etliche Arzneimittelpatente auslaufen. Langfristig dürfte mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein der indischen Bevölkerung auch die Bedeutung von Markenerzeugnissen wachsen. Das größte Marktsegment stellen Medikamente für akute Erkrankungen, aber auch die Behandlung von chronischen Leiden wird wichtiger. Am schnellsten wächst die Nachfrage nach Medikamenten gegen Diabetes sowie Magen- und Darmgeschwüre.

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Nachholbedarf bei Kosmetika und Pflegemitteln

Der Absatz von Kosmetika und Pflegemitteln beläuft sich laut dem Marktforschungsunternehmen Intecos auf mehr als 300 Milliarden iR (rund 4,4 Milliarden Euro) und legt jährlich um zehn bis zwölf Prozent zu. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Körperpflegeprodukte sind gering (2006: 3,4 Dollar), der Nachholbedarf ist entsprechend groß. Branchenkenner sehen das größte Wachstumspotential bei Hautpflegeprodukten und hochpreisigen Reinigungs- und Körperpflegemitteln. Seifen und Waschmittel sind mit Abstand die wichtigste Warengruppe, gefolgt von Haar- und Hautpflegeprodukten.

In Indien kommen immer mehr Agrarchemikalien zum Einsatz. Der Markt für Pestizide legte 2009/10 um rund zehn Prozent zu. Der Absatz von Kombinationsdünger weitete sich 2010/11 um 20 Prozent aus, auch dank der Einführung eines neuen Subventionsprogramms (NBS). Allerdings hatten steigende Rohstoffpreise ab Februar 2011 das Wachstum verlangsamt. Der Verkauf von Urea und Diammonium Phosphate (DAP) erhöhte sich 2010/11 um sieben beziehungsweise neun Prozent, der von granuliertem Kaliumchlorid (MOP) sank um 17 Prozent.

Bedarf an Hochleistungsbeschichtungen steigt

Der Markt für Farben und Lacke könnte laut Chemical Council in den nächsten Jahren um elf Prozent per annum zulegen. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Farben und Lacken ist bislang mit nur 1,5 Litern gering. Das Wachstum des Branchenumsatzes fiel durch die Finanzkrise 2009/10 mit rund zehn Prozent gedämpfter aus als im Jahr zuvor mit knapp 15 Prozent. Etwa zwei Drittel der Einnahmen werden mit...

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