AOD Pumpen Herausforderung GMP: Diese Pumpen sind den Aufgaben gewachsen

Autor / Redakteur: Peter Schüten* / Dominik Stephan

So helfen Pumpen, den strengsten GMP-Auflagen zu genügen – Wer höchste Ansprüche stellt, kann sich keine Kompromisse leisten. Besonders Pharmafirmen, die unter strengsten Hygienekriterien aktive oder gefährliche Stoffe handhaben, brauchen Prozessequipment, das 100 % verlässlich, sicher und effizient ist – also Technologien wie Doppelmembranpumpen …

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Wim Ekkelkamp, Technischer Leiter im Lab-Ofichem-API-Werk und Remco Vree Egberts (re.), R&D Manager und Projektleiter, haben sich für eine luftbetriebene Doppelmembranpumpe der Almatec-E-Serie entschieden. Diese ist Atex-konform, ermöglicht einen vollständig leckagefreien Betrieb und ist für die Verarbeitung von Gefahrstoffen zugelassen.
Wim Ekkelkamp, Technischer Leiter im Lab-Ofichem-API-Werk und Remco Vree Egberts (re.), R&D Manager und Projektleiter, haben sich für eine luftbetriebene Doppelmembranpumpe der Almatec-E-Serie entschieden. Diese ist Atex-konform, ermöglicht einen vollständig leckagefreien Betrieb und ist für die Verarbeitung von Gefahrstoffen zugelassen.
(Bild: Almatec)

Das Unternehmen Lab Ofichem zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen die Veränderungen eines so stark regulierten Marktes wie die pharmazeutische Industrie auf ein Unternehmen haben können: Im Jahre 1975 unter dem Namen „Laboratorium Oldenziel Fine Chemicals“ von Dr. O. H. Oldenziel und seiner Frau gegründet, konnte sich die Firma in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich als familiengeführter Entwickler und Produzent von Arzneistoffen (APIs, von englisch: Active Pharmaceutical Ingredients) für den weltweiten human- und veterinärmedizinischen Markt etablieren.

Seit den späten 1990er Jahren wird jedoch in Europa und Nordamerika zunehmend die Einhaltung der GMP-Richtlinien für die „Gute Herstellungspraxis“ gefordert. Pharmazeutische Unternehmen müssen seither genau festlegen, wie und unter welchen Bedingungen die Produktion von Pharmazeutika, Wirkstoffen und Lebensmitteln erfolgt.

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Herausforderung GMP

Auch wenn solche Richtlinien natürlich löblichen Zielen wie Gesundheit und Qualität dienen, haben sie doch für viele Hersteller von API auch einige unerwünschte Nebenwirkungen: So stiegen infolge der neuen Auflagen die Produktions- und Anlagenkosten. Länder wie Indien und China, in denen die Einhaltung der GMP nicht verpflichtend war, konnten sich daher zunehmend auf dem weltweiten API-Markt etablieren.

2006 beschloss Dr. Oldenziel schließlich, die GMP-Richtlinien auch bei der API-Herstellung bei Ofichem umzusetzen. Leider verstarb der Firmengründer im Dezember 2006 und konnte sein großes Vorhaben nicht mehr verwirklicht sehen.

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Sicherheit und Flexibilität ist Pflicht in der API–Herstellung

Besondere Anforderungen in der API-Produktion (und anderen Reinheits-relevanten Aufgaben)

  • hohe Pumpensicherheit durch Kunststoff-Massivbauweise der Pumpen,
  • hohe Förder-Flexibilität durch Selbst-Anpassung bei Medienwechsel und stufenlose Luftmengenregelung,
  • hochwertige Werkstoffe für hohe chemische Stabilität bei gleichzeitiger Konformität mit den gängigen Standards wie FDA oder EC1935/2004.

Das Vermächtnis, das er Lab Ofichem hinterlassen hat, besteht jedoch fort, mittlerweile als Teil der Dachgesellschaft der Ofichem Group, zu der auch Tochtergesellschaften wie die Ofipharma und Indopharm gehören. Heute führt sein Sohn Weite Oldenziel die Unternehmensgeschäfte im Namen seines Vaters und getreu dessen Philosophie weiter.

Mit Diversifikation zum Marktführer

„Wir bringen das Wissen von Lab Ofichem mit der guten Vernetzung von Ofichem und Indopharm zusammen und können so unseren Kunden sehr viel besser bei ihren spezifischen Anliegen und Problemen helfen“, erklärt Oldenziel die Firmenstrategie. „Wir produzieren und analysieren Arzneistoffe und sind außerdem in der Lage, sie in großen Mengen im eigenen Lager vorzuhalten. Kurz gesagt: Wir haben das Fundament für ein zukunftsfähiges Unternehmen geschaffen.“

Bereits jetzt ist die Firma Ofichem auch global präsent, mit Vertriebsniederlassungen in Barcelona, Hamburg und Paris und zudem zwei Büros für Beschaffung und Prüfung in China. Und nicht nur das: Im Reich der Mitte ist mittlerweile auch ein großer Teil der Produktforschung und -entwicklung ansässig.

Viele Hersteller von Arzneistoffen konzentrieren ihr Geschäft auf einige wenige und sehr spezielle APIs. Ofichem aber entwickelt eine große Bandbreite von Arzneimittelgrundstoffen für die Produktion human- und veterinärmedizinischer Präparate, wie etwa:

  • Sulfonamide: Diese Gruppe von Antibiotika verlangsamt bei Mensch und Tier das Wachstum von Bakterien.
  • Zytostatika: Sie kommen in der Chemotherapie zur Krebsbehandlung zum Einsatz.
  • Fumarate: Sie werden bei der Therapie von Hauterkrankungen wie z.B. Psoriasis genutzt.
  • Bisphosphonate: Sie halten den Knochenabbau auf und finden daher Anwendung bei verschiedenen skelettalen Erkrankungen.
  • Levamisol/Piperazin: Es wird in der Veterinärmedizin zur Behandlung von Wurmerkrankungen angewendet.
  • Histamine: Sie werden für Allergietests genutzt.

„Viele andere Unternehmen spezialisieren sich auf ein kleineres Sortiment. Wir dagegen bieten ein großes Produktportfolio mit etwa 50 verschiedenen Stoffen“, so Remco Vree Egberts, R&D Manager und Projektleiter bei der Ofichem Group. „Die meisten Produkte produzieren und vertreiben wir das ganze Jahr über. Wir fertigen aber auch sehr spezifische Stoffe auf Anfrage des Kunden.“

Ofichem produziert eine Vielzahl von API für unterschiedlichste Anwendungen, doch sie alle unterliegen strengen Sicherheits- und Qualitätsstandards. Zur Sicherung der Produktqualität kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, darunter die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie, auch HLPC (High Liquid Performance Chromatography) genannt, und die Gaschromatographie. So sollen Verunreinigungen des Endprodukts ausgeschlossen werden. „In unserem Labor wird jede hier produzierte Substanz analysiert“, betont Egberts. „Dort gibt es eigene Nass- und Trockenbereiche und jeder Bereich ist entsprechend seiner Aufgabe speziell ausgerüstet.“

Bei Ofichem werden API in drei verschiedenen Abteilungen produziert, je nach Produktionsmenge. In der Massenfertigung müssen beispielsweise täglich bis zu 500 kg an Lösungsmitteln, Säuren oder Pulvern gefördert werden. Verschiedene Flüssigkeiten sind dabei auch für chemische Reaktionen erforderlich.

Gut gerüstet für höchste Ansprüche

Zu den gefährlichsten Chemikalien bei Ofichem gehört die Salzsäure. Sie wirkt stark ätzend und kann nur mit äußerster Vorsicht verarbeitet werden. Weil die bei Ofichem verwendeten Ausgangsstoffe meist hoch toxisch, ätzend und gefährlich sind, ist man Tag für Tag um die Sicherheit von Personal und Umwelt bemüht.

„Was die Sicherheit anbelangt, da werden unsere besonders toxischen Produkte, wie etwa krebserregende Stoffe, in eigenen Bereichen gelagert“, beschreibt Egberts. „Wenn es irgendwo zu einem Brand kommt, dann ist das betreffende Areal immer für mindestens 60 Minuten verschlossen zu halten.“

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Technik-Fokus
Fünf Gründe für den Einsatz von Doppel-Membranpumpen:
  • Atex-Konformität durch Einsatz leitfähiger Kunststoffe;
  • schonende Verdrängungsförderung;
  • trockenlauf- und überlastsicher, selbstansaugend;
  • keine Antriebe, keine rotierenden Teile, keine Wellenabdichtung;
  • einfache Inbetriebnahme und Wartung.

Unterwegs im Auftrag der Qualität

Und das ist auch richtig so: Bei Lab Ofichem werden jeden Tag ätzende, toxische und feuergefährliche Stoffe verarbeitet. Deshalb ist es so wichtig, den richtigen Pumpentyp zu finden und in die Fertigungsprozesse zu integrieren, betont Wim Ekkelkamp, der als Technischer Leiter bei Ofichem verantwortlich für den Einkauf der bei Lab Ofichem verwendeten Pumpen ist.

„Die Produktion muss ohne Unterbrechung laufen können und Ausfallzeiten sollten möglichst vermieden werden. Und die Sicherheit ist natürlich ebenso wichtig. Wenn wir also in neue Anlagen investieren, dann ist Qualität das A und O“, erklärt Ekkelkamp.

2007 plante Ofichem die Auf­rüstung der Pumpenausrüstung und bat Gerrit Klaassen, den Commercial Director von Holland Air Pumps im niederländischen Oirschot, um einige Empfehlungen. „Ich habe gleich gesehen, dass Ofichem in dieser Produktionsumgebung besonders sich­ere, leckagefreie Pumpanlagen braucht“, erinnert sich Klaassen. „Leicht zu reinigende und korrosi­onsfreie Kunststoffpumpen sind für eine solche Anwendung am besten geeignet.“

Da passte es gut, dass Holland Air Pumps Druckluft-Membranpumpen von Almatec vertreibt. Almatec, ansässig in Kamp-Lintfort, gehört zur Pump Solutions Group PSG, die wiederum Mitglied des Dover-Konzerns ist. Klaassen sah sich die API-Produktionslagen bei Ofichem an und empfahl schließlich Membranpumpen der Serien E und CX von Almatec als beste Lösungen.

Warum billig manchmal zu teuer ist …

Die Pumpen dieser Baureihen sind aus leitfähigem PE in Massivbauweise gefertigt, erfüllen die Atex-Anforderungen der EU-Richtlinie 2014/34/EU und sind für die Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen zugelassen. Diese Pumpen sind selbstansaugend und trockenlauffähig und ermöglichen so auch die völlige Entleerung von Behältern. Dank des patentierten, wartungsfreien Luftsteuersystem Perswing P können Luftverbrauch und Betriebskosten optimiert werden.

„Ofichem hat sich für diese Pumpen entschieden, weil sie zuverlässig und innen wie außen leicht zu reinigen sind. Außerdem sind sie Atex-konform, was besonders für unsere Zwecke so wichtig ist. Und sie laufen sehr geräusch­arm. Deshalb nutzen wir Pumpen von Almatec“, resümiert Ekkelkamp.

„Qualität ist ebenso wichtig. Wenn wir uns für eine günstigere Pumpe entscheiden und dann aber jedes Jahr Ausfallzeiten von einem Monat haben, ist diese Pumpe ja auch nicht mehr wirklich günstiger“, fügt Egberts hinzu.

„Mit den neuen Pumpen haben wir nur sehr geringe Stillstandzeiten. Das ist für uns besonders wichtig, denn schließlich kostet uns jeder Tag Produktionsausfall mindestens 7425 Euro. Daher sind wir bei der Pumpenwahl nicht nach dem Preis gegangen, sondern vor allem nach der Qualität.“

Darum kommt es auf die Pumpe an

Als man bei der Ofichem Group, einem der Weltmarktführer im Bereich der Arzneistoffherstellung, beschloss, den Fertigungsprozess nach den GMP-Richtlinien umzugestalten, war allen Beteiligten schnell klar, dass hierfür bei jedem Aspekt der API–Produktion höchste Effizienz und Sicherheit herrschen müssten.

Angesichts der Vielzahl der täglich bei Ofichem verarbeiteten gefährlichen, toxischen, brennbaren und ätzenden Chemikalien stand daher die Wahl der richtigen Pumpentechnologie an erster Stelle.

Die Integration der Druckluft-Membranpumpen-Technologie von Almatec trug entscheidend dazu bei, etwaige Bedenken auszuräumen. „Für uns ist es besonders wichtig, dass die Pumpen nicht ausfallen, dass sie aus massiven Blöcken gefertigt und eben korrosionsunempfindlich sind“, fasst Egberts zusammen.

APIs sind besonders anspruchsvolle Produkte

„Wenn es an der Pumpe zu Leckagen kommt, dann können wir sie nicht mehr einsetzen. Und genau deswegen haben wir uns für die Almatec-Pumpen entschieden: Weil sie den anspruchsvollen Produkten, die wir verarbeiten, auch gewachsen sind.

Es geht dabei natürlich auch um die Bedie­nersicherheit. Dabei darf es keine Leckagen geben, denn die Mitarbeiter dürfen diesen Stoffen nicht direkt ausgesetzt sein. Aber genauso wichtig ist eben auch die Produktsicherheit – in unserer Branche, wo es um Gesundheit geht noch einmal ganz besonders.

Wir verwenden hier seit sieben Jahren Almatec-Pumpen und hatten nie irgendwelche Probleme mit ihnen. Wir sind wirklich sehr zufrieden damit und werden sie auch weiterhin einsetzen.“

* * Der Autor ist Produktmanager bei Almatec, Kamp-Lintfort.

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