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Gute Signale vom Maschinenbau

| Autor / Redakteur: Anke Geipel-Kern* / Anke Geipel-Kern

Hersteller verfahrenstechnischer Maschinen gehen mit großem Optimismus in die diesjährige Achema – Der verfahrenstechnische Maschinenbau boomt, betont der VDMA. Gute Vorzeichen also für die Achema. Trotzdem heißt es wachsam bleiben, denn einstige Schwellenländer wie China, werden zu ernsthaften Wettbewerbern.

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(Bild: ©Andrei Merkulov - stock.adobe.com )

Alle drei Jahre blicken die Veranstalter der Achema gespannt auf die Konjunkturdaten, denn die liefern ein wichtiges Indiz dafür, wie hoch der Besucherandrang sein wird. Geht man von den Zahlen aus, welche die Fachverbände des VDMA kürzlich präsentierten, müssen sich die Verantwortlichen in Frankfurt keine Gedanken machen. Der Laden in der Prozessindustrie läuft wie lange nicht. Über einen Rekordumsatz von 224 Milliarde Euro Umsatz im Jahr 2017 freut sich der Engineering-Sektor, das bedeutet ein Plus von drei Prozent. Immerhin 6800 Unternehmen seien in diesem Bereich in Deutschland unterwegs, sagt Richard Clemens Geschäftsführer des VDMA. Das verschafft dem Anlagenbau einen Spitzenplatz bei der Zahl der Beschäftigten. Allen Unkenrufen zum Trotz wird in Europa nach wie vor investiert. „Die EU-Partnerländer sind die wichtigste Abnehmer für deutsche Ingenieure“, betont Clemens. Das unterstreicht auch die Exportquote von 46 Prozent der Maschinenbauer.

Im letzten Jahr sei die USA nach China zum Schlüsselmarkt für deutsche Maschinenbauer avanciert, erläutert Clemens. Aber nun bedroht Trump mit seinen Importzöllen auf Stahl- und Aluminium das Geschäft. Obwohl die Maschinenbauer nur indirekt betroffen sind, befürchtet der VDMA Ärger für die exportgetriebene Branche. „Protektionismus first ist keine Lösung – die jetzt drohende Spirale aus wechselseitigen Strafzöllen produziert nur Verlierer“, warnt Clemens. Preissteigerungen sieht er als Folge. Leidtragende seien die Unternehmen der lokalen Industrie, die an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verlieren und nicht zuletzt die Verbraucher.

Aber auch das Verhältnis zu China ist nicht mehr ganz spannungsfrei. Schon immer gab es Kritik, etwa an der rigiden Joint-Venture-Politik oder an der laxen Einstellung der Chinesen zum Know-how-Schutz. Mittlerweile ist das Land aber vom größten Abnehmer verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate zum Wettbewerber avanciert. Und seit chinesische Firmen fleißig deutsche Firmen kaufen, ist die Angst vor dem Abfluss deutscher Ingenieurskunst gewachsen.

Trends, Trends, Trends

Große Auswirkungen erwartet Clemens durch den Einsatz von Industrie-4.0-Technologien, vor allem durch die Möglichkeit, Systeme zu vernetzen, große Datenmengen zu analysieren und über das Netz zu kommunizieren. „Die Kombination von Condition Monitoring und Remote Control ermöglicht einen Paradigmenwechsel bei Maintenance und Serviceangeboten“, erklärt der VDMA-Geschäftsführer und nennt das neue Zauberwort Prediktive Maintenance: Der Trend gehe eindeutig in Richtung vorausschauende Wartung und weg von festen Wartungsintervallen. Auch die Themen virtuelle Realität und modularer Anlagenbau zahlen auf Industrie-4.0-Technologien ein und werden für die Maschinenbauer auf der Achema eine wichtige Rolle spielen.

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