Datenbankbasierte 3D-Konstruktionssoftware Gute Planung ist (fast) alles

Redakteur: Anke Geipel-Kern

20 Prozent Planungszeit spart die verfahrentechnischen Abteilung eines Trenntechnik-Spezialisten, seit die Ingenieure mit einer neuen Software arbeiten. Daten sind immer auf dem neusten Stand und für alle Beteiligten verfügbar.

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Mit dem 3D-Simulationstool Autocad entwickelte Destillationsanlage.
Mit dem 3D-Simulationstool Autocad entwickelte Destillationsanlage.
(Bild: Autodesk)

Im verfahrenstechnischen Apparate- und Anlagenbau ist heute der Maßanzug das Nonplusultra, mit Konfektionsware ist heute kaum noch ein Kunde zufrieden. Das hat Konsequenzen für die anfallende Datenmenge, die Planungsabläufe und natürlich die Planungswerkzeuge, die dem Verfahrenstechniker helfen sollen, schnell und bedarfsgerecht auf die Kundenanforderungen zu reagieren.

Der Spezialist für thermische Trenntechnik Buss-SMS-Canzler ist deshalb innerhalb des Verfahrenstechnikbereiches auf eine datenbankbasierte Software umgestiegen und hat dabei auch einen selbstprogrammierten Autocad-Aufsatz zur Anlagenplanung durch eine moderne Lösung ersetzt.

Warum jetzt die Datenbank im Mittelpunkt steht

Die Umstrukturierung war als längeres Projekt angelegt und umfasst neben der Umstellung der CAD-Anwendung auch das gesamte Prozessdaten- und Dokumentenmanagement. Die Ingenieure waren auf der Suche nach einem datenbankbasierten Sys- tem, idealerweise mit einer bidirektionalen Schnittstelle zwischen einer CAD-Software und einer anlagentechnisch orientierten CAE-Lösung. Wichtig war die Arbeit mit einem Autocad-basierten Programm, da die Mitarbeiter schon seit Langem mit diesem System vertraut sind.

Für den CAE-Bereich war Axavia, Anbieter für eine Projektorganisationssoftware, in der engeren Wahl. Nach einer längeren Evaluationsphase entschied sich das Unternehmen Ende des Jahres 2011 für die Autodesk-Lösung Autocad Plant 3D und das Plug-In von Axavia. Ersteres ist ein Tool zur 3D-Konstruktion von verfahrenstechnischen Anlagen und bietet Anlagenplanern und -konstrukteuren eine 3D-Entwicklungsumgebung.

Die Tools können an individuelle Projektanforderungen angepasst werden, die CAD-Werkzeuge des P&ID-Moduls ermöglichen es, Rohrleitungs- und Instrumentierungszeichnungen zu erstellen und zu bearbeiten sowie diese Daten mit dem dreidimensionalen Modell abzustimmen. Direkt daraus können isometrische, orthogonale und andere Darstellungen generiert werden. Dadurch, dass die Daten zwischen den einzelnen Komponenten direkt ausgetauscht werden, sind diese immer aktuell und bleiben innerhalb des gesamten Projektes konsistent.

Daneben verwenden die Konstrukteure von Buss-SMS-Canzler die Projektüberprüfungssoftware Autodesk Navisworks u.a., um die Entwürfe in 3D zu visualisieren und dem Kunden zu präsentieren.

Die Software kommt in allen Phasen der Anlagenplanung zum Einsatz. Das beinhaltet beispielsweise Rohrklassen selbst zu erstellen oder aus einem der vorhandenen Kataloge zu laden. Ein weiteres Modul hilft bei der Aufstellungsplanung und generiert ein dreidimensionales Modell der Stahlbauten, Rohrleitungen und der restlichen Anlagenkomponenten. Somit werden alle relevanten Planungsunterlagen generiert, die benötigt werden, um eine Chemieanlage zu bauen.

So sparen zentralisierte Daten Zeit

Die Einarbeitung in die neue Software verlief reibungslos, da die Anwender bereits erfahren in der CAD-Konstruktion sind und Erfahrungen mit Autocad-basierten Lösungen haben. Somit konnten unternehmensspezifische Schulungsunterlagen intern erstellt werden, sodass eine dreitägige interne Schulung ausreichte, um rasch in eine produktive Phase einzutreten.

Die Ingenieure verwenden Autocad Plant 3D noch nicht lange, aber bereits jetzt wird deutlich, dass die Lösung die Zeit für die Abwicklung einer Anlagenkonzeption deutlich verringert. Grund dafür ist einerseits, dass die Daten direkt ausgewertet werden können, beispielsweise um Material-„take off’s“, Iso- metrien, Ansichten und andere Konstruktionsunterlagen zu erstellen.

Der zweite Vorteil liegt darin, dass die entwickelten Komponenten durch die Anbindung zur Datenbank zu einem späteren Zeitpunkt oder in einem an- deren Konstruktionsschritt sofort in der aktuellsten Version zur Verfügung stehen, z.B. wenn Listen und Datenblätter erstellt werden sollen. Da die Daten nur einmal eingepflegt werden müssen, gewinnen alle Beteiligten Zeit. Unterm Strich rechnet Buss-SMS-Canzler damit, bei der Planung etwa 20 Prozent der Gesamtarbeitszeit einsparen zu können.

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