Schläuche statt Rohrleitungen Gummi schlägt Stahl – Schläuche können Rohrleitungen ersetzen

Autor / Redakteur: Marius Schaub* / Wolfgang Ernhofer

Beim Fördern abrasiver Medien haben Gummischläuche viele Vorteile. Trotzdem setzen Anlagenbetreiber oft auf Stahlrohre. Die Entscheidung für Gummi soll künftig leichter fallen – dank eines steigenden Angebots.

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Alles aus einer Hand: Schlauch, Kupplung und Dichtung kommen vom gleichen Anbieter.
Alles aus einer Hand: Schlauch, Kupplung und Dichtung kommen vom gleichen Anbieter.
(Bild: Rema Tip Top)

Wo abrasive Schlämme hydraulisch gefördert werden müssen, bedarf es einer sicheren Transportleitung. Für den ökonomischen Erfolg des Unternehmens ist es in allen Zweigen der Prozessindustrie unerlässlich, dass die Funktionstüchtigkeit der hochbeanspruchten Anlagen dauerhaft erhalten bleibt. Ohne einen qualitativ belastbaren Verschleißschutz ist das nicht möglich. Als essenzieller Bestandteil der Aufbereitungs- und Gewinnungsindustrie bilden Transportleitungen ein wichtiges Glied innerhalb der Wertschöpfungskette – wenn eine Verbindung kaputt ist, steht schnell die gesamte Anlage still. Dieser Ausfall kann rasch zu immensen Folgekosten führen.

Die eingesetzten Verschleißschutzmaterialien sollten daher genau auf das Transportgut abgestimmt werden. Nur so kann ein reibungsloser Ablauf langfristig gewährleistet und die Lebensdauer von Anlagenteilen erhöht werden. Aus diesem Grund bietet Rema Tip Top mit Dunlop HD Förderschläuchen jetzt ein speziell auf die Anforderungen des Nassbetriebs zugeschnittenes Förderschlauchsystem an. Um seinen Kunden weltweit einen bedarfsgerechten Verschleißschutz zu gewährleisten, führte das deutsche Traditionsunternehmen neben Marktanalysen auch umfangreiche Kundenbefragungen durch. Mit dem neu kreierten Förderschlauchsystem kann der Hersteller nicht nur seine Position als Komplettanbieter weiter ausbauen, sondern geht auch auf den vielfach geäußerten Anwenderwunsch ein, Lösungen für die Förderung mit Gurt und Schlauch aus einer Hand anzubieten.

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Das Förderschlauchsystem besteht aus drei einfach auszutauschenden Elementen: Förderschlauch, geteilte Flanschkupplung und Dichtung. Um den Aufwand für Anwender zu reduzieren und perfekt abgestimmte Komponenten anbieten zu können, werden alle Komponenten selbst produziert. Die Kupplung kann mechanisch außen am Schlauch befestigt werden, ohne dass dabei der Durchmesser des Schlauchs verringert werden muss. So kommt die Kupplung nicht mit den abrasiven Schlämmen in Berührung und ist keinem Verschleiß ausgesetzt. Wird der Schlauch einmal ausgetauscht, kann die Kupplung wieder verwendet werden.

Um auch anspruchsvollen Einsatzbedingungen Stand halten zu können, setzt sich der Förderschlauch aus mehreren Schichten zusammen, die einander verstärken: Die aus Naturkautschuk hergestellte Verschleißinnenseele wird von Polyesterkord, Zwischengummi, einer Stahlspirale sowie einer SBR-Außenschicht ummantelt. Durch die glatte Oberfläche der Verschleißinnenseele bleibt der Strömungswiderstand sehr gering. Die Außenschicht ist zudem für Einsatztemperaturen von -35 °C bis 70 °C ausgelegt, um auch extremen Witterungseinflüssen Stand zu halten. Da die Kupplung aus einer hochfesten Aluminiumlegierung hergestellt wird, ist sie besonders leicht und kann ohne Spezialwerkzeug eingebaut werden. In Verbindung mit der Dichtung aus Polyurethan bilden beide Komponenten einen robusten Schutz gegen Leckagen aller Art.

Alternativ zur geteilten Flanschkupplung können Kunden zwischen drei verschiedenen Flanschsystemen wählen: geteilte Flanschkupplung, einvulkanisierter Flansch und Spezialringflansch. Auch maßgeschneiderte Lösungen werden bei Bedarf zusammengestellt.

Kosten nachhaltig senken

Trotz ihrer vielen Vorteile haben es Schläuche bei der Förderung abrasiver Güter nicht leicht – denn traditionell werden oft feste Rohrleitungen verbaut. „Stahl eignet sich aber nur auf den ersten Blick zur Förderung“, meint Johannes Klöpper, Produktmanager Verschleißschutz und Mineralstoffaufbereitung bei Rema Tip Top. „Ein neues Stahlrohr mag erst einmal kostengünstiger in der Anschaffung sein als ein Förderschlauch. Doch die höheren Standzeiten unserer Förderschläuche und der unkomplizierte Einbau ermöglichen dagegen langfristig kürzere Stillstandszeiten für die Instandhaltung und niedrigere Materialkosten.“ Die hohe Verschleißresistenz des verwendeten Materials sowie die weitgehende Vermeidung von 90-Grad-Bögen führen zu einer bis zu zehn Mal längeren Standzeit. Zudem beugt der vibrationsarme Transport der Schlämme im Schlauch Verwirbelungen vor und wirkt lärmdämpfend.

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Nach individueller Beratung werden der Einbau und die Inbetriebnahme des Förderschlauch­systems von einem erfahrenen Serviceteam vorgenommen. Möchte der Anwender die Montage selbst übernehmen, erhält er einen genauen Montageplan, der Schritt für Schritt die Einbindung des Schlauchs in das bestehende System darstellt.

Die Wartung der Anlage wird von einem durch den Hersteller eigens entwickelten System (CMMS – Computerized Maintenance Management System) unterstützt. Es berechnet, abhängig von der Materialbeschaffenheit, in welchen Zeitintervallen eine Wartung bzw. ein Austausch des Schlauchs vorgenommen werden sollte, um potenzielle Leckagen frühzeitig zu verhindern. In speziellen Trainings werden die Servicemannschaften umfassend geschult sowie auf die Montage und Wartung des Förderschlauchsystems vorbereitet.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Gemeinsam haben Produktmanager und Entwicklungsteam immer die gesamte Anlage im Blick. Übergeordnetes Ziel ist es dabei, den störungsfreien und effizienten Betrieb aller Anlagen dauerhaft zu gewährleisten. „Auch bei unseren Förderschlauchsystemen ist es uns deshalb wichtig, von der Dichtung über die Kupplung bis hin zum eigentlichen Schlauch alles aus einer Hand anzubieten“, betont Klöpper. Er kann zahlreiche Erfolge vorweisen: In Anlagen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien und Polen sowie in Südafrika und China wird das neue Förderschlauchsystem bereits eingesetzt.

* * Der Autor ist Pressesprecher bei Rema Tip Top, Poing. Kontakt: Tel. +49-8121-7070

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