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K 2016

Günstiges Klima für die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region

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Neue Handelsabkommen geben der Kunststoffindustrie Auftrieb

Auf lokaler und regionaler Ebene stärken die wichtigsten Verbände der Kunststoffindustrie wie die ASEAN Federation of Plastics Industries (AFPI), die Malaysian Plastics Manufacturers Association (MPMA), die Thai Plastic industries Association (TPIA) und die Philippines Plastics Industry Association (PPIA), um nur einige zu nennen, kontinuierlich den Kunststoffsektor in ihren jeweiligen Vereinbarungen.

Im weltweiten Kontext wird erwartet, dass internationale Abkommen mit Handelsblöcken den Ausbau in der Branche in großem Maßstab vorantreiben. Allen voran fördert die seit 1. Januar bestehende, zehn Länder umfassende ASEAN Economic Community (AEC) die Kooperation unter den ASEAN-Mitgliedsstaaten. Das Abkommen zielt auf die stufenweise Liberalisierung der Märkte für Güter, Investitionen und Dienstleistungen und ermöglicht so kunststoffproduzierenden Ländern wie Thailand, Malaysia und Singapur die Absenkung der Zölle auf Kunststofffertigprodukte, Maschinen und Formen für andere Mitgliedsstaaten wie Vietnam. Gerade Vietnam sollte von diesen Maßnahmen profitieren, da das Land 80 % seines Kunststoffbedarfs aus Thailand und Malaysia bezieht, neben Nicht-AEC-Länder wie Südkorea, Taiwan, Saudi-Arabien und Japan.

Auch Indonesien deckt mehr als 40 % seines Kunststoffbedarfs aus Malaysia, Thailand, Singapur, Europa und den USA. Währenddessen kann Malaysia aufgrund seines Mangels an qualifizierten und ungelernten Arbeitskräften laut MPMA von der Entwicklung des Arbeitsmarktes in den AEC-Ländern profitieren. McKinsey & Company’s Bericht „Understanding ASEAN: the manufacturing opportunity“ (ASEAN verstehen: die Chance für die Produktion) sieht die AEC – in Kombination mit der Anwendung von Daten und mobilem Internet sowie disruptiven Technologien – als entscheidende Entwicklung, um ein substanzielles Wachstum im Produktionssektor anzuregen und so den Handel innerhalb der Region und weltweit zu fördern.

Weitere Handelsabkommen in der Region sind das US-geführte, 12 Nationen umfassende Trans Pacific Partnership Agreement (TPPA) und das in Kürze in Kraft tretende, von China unterstützte Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) mit den zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten sowie China, Japan, Südkorea, Indien, Australien und Neuseeland. Die TPPA-Mitgliedsländer sind wichtige Märkte für die USA, insbesondere für ihre Kunststoffindustrie. Laut US-Handelsministerium (Abteilung Internationaler Handel) entfallen durch das Abkommen Zölle von bis zu 25 %, sodass US-Kunststoffhersteller zollfreien Zugang zu den TPPA-Ländern erhalten.

Das TPPA-Handelsabkommen liberalisiert die Handelsbestimmungen zwischen den Mitgliedsstaaten, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken. Pricewaterhouse Coopers erklärt in zwei Studien, „National Interest Analysis by the Institute of Strategic and International Studies“ und „Study on Potential Economic Impact of TPPA on the Malaysian Economy and Selected Key Economic Sectors“, dass TPPA die malaysische Produktion von Mineralöl, Chemikalien, Kautschuk- und Kunststoffprodukten steigern und so die Erschließung ausländischer Märkte für die Kunststoffindustrie des Landes ermöglichen wird.

Auch Vietnam, das gemäß TPPA innerhalb von vier Jahren nahezu alle Zölle auf Kunststoffe abschaffen muss, freut sich auf den dadurch zu erwartenden Exportanstieg. Das Land will auch von Freihandelschancen beim Aufbau seiner Bauteile- und Rohstoffindustrie profitieren, um verschiedene Branchen zu bedienen, wie Automobil-, Geräte- und Elektronikhersteller. RCEP, das Gegenstück zu TPPA, zielt auf die Konsolidierung der bestehenden ASEAN-Freihandelsabkommen und Vereinbarungen mit den anderen sechs Partnerländern. Im Rahmen von RCEP wurde eine Absenkung der Zölle vereinbart: zunächst um 65 %, voraussichtlich ansteigend auf 80 % innerhalb von 10 Jahren.

Laut dem in Manila ansässigen Makati Business Club (MBC) wird RCEP die von der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) seit langer in Aussicht gestellter Schaffung einer Freihandelszone in der Region Asien-Pazifik (FTAAP) befördern. Andere Mitgliedsstaaten von TPPA, wie Australien, Japan, Malaysia, Neuseeland, Singapur, Vietnam und Brunei beteiligen sich ebenfalls an den RCEP-Verhandlungen.

Fazit

Die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region wird in den kommenden Jahren voraussichtlich wachsen und ausländischen Investoren beträchtliche Chancen eröffnen. Laut dem ASEAN Business Outlook Survey 2014 (Umfrage unter Unternehmen in der ASEAN-Region) der amerikanischen Handelskammer in Singapur und der US-Handelskammer planen 19 % der ASEAN-Unternehmen selbst eine Verlagerung von Investitionen aus China in ihre eigene Region. Die Befragten nannten Indonesien als attraktivstes Land für den Geschäftsausbau, gefolgt von Vietnam, Thailand und Myanmar. Die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte in Ländern wie Kambodscha, Indonesien, Laos, Myanmar und Vietnam könnte sich als Wettbewerbsvorteil erweisen.

Vor dem Hintergrund der großen Konsumentenbasis in den ASEAN-Ländern, der Verbreiterung der Kunststoff-Im- und Exportmärkte sowie der Stärkung des Auslandsgeschäfts ergeben sich in der Kunststoffindustrie der ASEAN-Region enorme Chancen für ausländische Investoren.

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