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K 2016

Günstiges Klima für die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region

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Schon jetzt steht der Komplex von Jurong Aromatics Company (JAC), eine der weltweit größten Aromaten-Produktionsstätten, unter Zwangsverwaltung, nachdem er im Dezember 2014 nach nur vier Monaten Betrieb geschlossen worden war. Der Komplex umfasst einen Kondensatabscheider und Werke mit jährlichen Produktionskapazitäten für 800 000 t PX, 200 000 t OX und 450 000 tBenzol auf Basis von UOP-Technologie. Darüber hinaus können jährlich 2,5 Million Tonnen Brennstoffe hergestellt werden, z. B. Düsentreibstoff und Kerosin. Der Zwangsverwalter strebt eine Schuldenrestrukturierung an, die eine Wiederaufnahme des Betriebs im Jahr 2016 möglich machen könnte.

Die JAC-Schließung und die träge Marktentwicklung hatten zur Folge, dass der Petrochemie-Index in Singapur in den ersten drei Quartalen 2015 nur um 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr stieg, gegenüber 13,3 % Wachstum 2014, erklärt BMI. Auch wenn die Probleme von JAC sich nicht auf andere petrochemische Betriebe in Singapur ausgewirkt haben, so zeigen sie doch die Anfälligkeit des Landes gegenüber wirtschaftlichen Problemen in China. Mittelfristig geht man jedoch von einer Erholung aus, da die Hersteller ihre Märkte diversifizieren und Indien und Indonesien voraussichtlich die Exportverluste in Richtung China ausgleichen.

Darüber hinaus setzt Singapur auf Spezialchemie als nächsten Wachstumssektor, wie aus einem Wirtschaftsbericht (Economic Survey of Singapore) des Ministeriums für Handel und Industrie in Singapur hervorgeht. Neue Produktionskapazitäten sind in Betrieb gegangen. So hat das in Belgien ansässige Chemieunternehmen Solvay für 50 Millionen Singapur-Dollar ein Werk für Spezialtenside eröffnet. Und der britische Spezialchemieproduzent Croda International hat für 38 Millionen Singapur-Dollar sein Werk auf Jurong Island erweitert, für eine Verdoppelung der Produktionskapazität und Verbreiterung der Produktpalette, um ein kundenspezifischeres Angebot zu ermöglichen.

Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs in China

Die Verlangsamung des Wirtschaftsschaftswachstums in China wird auch der Kunststoffindustrie einen Dämpfer geben, nachdem das Land kürzlich das Wachstumsziel auf 6,5 bis 7 % abgesenkt hat. Bei der Umsetzung von Reformen zur Förderung der wirtschaftlichen Erholung sieht sich das Land mit einer schwachen Exportnachfrage und dem Abzug einiger Produktionsstandorte konfrontiert.

Die Abschwächung hat einen zweischneidigen Effekt. Während er sich einerseits negativ auf die Exportnachfrage in der Region auswirkt, eröffnet er andererseits neue Chancen für ausländische Direktinvestitionen in Südostasien. McKinsey & Company weist darauf hin, dass ausländische Investoren trotz des enormen Einflusses von China in der Produktionssphäre als „Goliath der weltweiten Produktion“ dennoch auch Marktpotenziale in der ASEAN-Region erkunden.

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) erkennt in ihrem Bericht „2016 Economic Outlook for Southeast Asia, China and India“ (Wirtschaftsausblick 2016 Südostasien, China und Indien) an, dass die Situation in China die Wachstumsaussichten der Region beeinträchtigen kann, wenn es nicht gelingt, sich gegen potenzielle externe und interne Risiken zu wappnen, um die Wachstumsdynamik aufrecht zu erhalten.

Jenseits von China ist Indien ein weiterer Hotspot für Kunststoffe. Prognosen gehen von einer Verdoppelung des Kunststoffverbrauchs bis 2020 – auf 20 Millionen Tonnen – aus. Nach Schätzungen der Plastindia Foundation wird der Pro-Kopf-Verbrauch 2016 bei rund 16 kg liegen.

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