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K 2016

Günstiges Klima für die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region

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Während Indonesien eine Stärkung der Binnennachfrage nach Kunststoffen anstrebt, bleibt Malaysia in der ASEAN-Region unter den Top-Exportländern für Kunststoffprodukte. Malaysia verfügt über mehr als 1.500 Kunststoffproduktionsunternehmen, zu deren Hauptexportzielen Europa, China, Singapur, Japan und Thailand gehören. Rund 45 % des gesamten Kunststoffverbrauchs entfallen dabei auf den Verpackungssektor, gefolgt von Elektronik (26 %), Automobil- (10 %) und Bauindustrie (8 %). Aufgrund einer Anhebung des Mindestlohns in Malaysia auf 214 US-Dollar im Monat sind die Kunststoffproduktionskosten im Laufe des Jahres 2015 um rund 10 % gestiegen. Neben einem Anstieg um 40 % bei den Lohnkosten erhöhen steigende Strompreise (17 %) die Gesamtproduktionskosten – beides wirkt sich auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie aus.

Ähnlich wie in Vietnam hat auch die thailändische Kunststoffproduktion in den vergangenen Jahren ein rapides Wachstum erfahren, mit derzeit über 5.000 produzierenden Unternehmen. Im Gegensatz zu vielen seiner ASEAN-Nachbarn sind jedoch mehr als 60 % der Unternehmen relativ klein, mit maximal 30 Mitarbeitern. 48 % des thailändischen Kunststoffverbrauchs gehen auf den Verpackungssektor zurück, gefolgt von Elektronik (15 %), Bau- (14 %) und Automobilindustrie (8 %). Trotz eines Gesamtkostenindex (z. B. Energie, Personal, Sachanlagen), der 20 bis 25 % über dem von Indonesien, Vietnam und den Philippinen liegt, hat sich Thailand optimal positioniert, um Produktionsunternehmen im Automobilsektor anzuziehen.

Hauptgrund ist dabei das hochwertige und gut ausgebaute „Ökosystem“ für die Automobilindustrie, mit direkten und indirekten Zulieferern von Fahrzeugkomponenten. Von 2009 bis 2013 gingen 42 % der ausländischen Direktinvestitionen auf die Automobilindustrie zurück. Und der größte Anteil der Direktinvestitionen in die thailändische Kunststoff- und Kautschukindustrie entfiel auf Neuerrichtungen (Greenfield-Investitionen) von Reifenherstellern. Das Land hat ein florierendes Umfeld mit Produktions- und Montageunternehmen aufgebaut, zu denen unter anderem BMW, Ford, Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, und Toyota gehören. Darüber hinaus hat Thailand in den letzten sieben Jahren 60 Millionen US-Dollar in die Entwicklung von Biokunststoffen investiert, die zu 80 % vom Staat getragen wurden.

Auf den Philippinen, einem weiteren exportorientierten südostasiatischen Land, ist die Exportleistung zurückgegangen (minus 5,8 % im Vorjahr). Ursache ist die gesunkene Nachfrage bei seinen wichtigsten Absatzländern USA, China und Japan. Den größten Anteil an den Exporten hat die Halbleiter- und Elektronikindustrie, angeführt von einer Reihe großer ausländischer Investoren wie Amkor, Canon, Samsung, Sunpower und Texas Instruments. Gegenwärtig wird mit verschiedenen Maßnahmen versucht, den Export anzukurbeln, beispielsweise mit dem Allgemeinen Präferenzschema (APS) der Europäischen Union (EU), das den Philippinen Exportchancen in den EU-Markt eröffnet. Das APS ermöglicht Exporteuren aus Entwicklungsländern den zollfreien bzw. zollreduzierten Export in die EU.

Wird sich die Petrochemie in Singapur auszahlen?

Im dritten Jahr in Folge wurde Singapur laut der Economist Intelligence Unit (EIU) zur teuersten Stadt der Welt für Auslandsbürger (Expatriates) gewählt. Und dennoch ist das Land ein weltweites Zentrum der Chemikalienproduktion. Die hohen Kosten macht das Land durch verschiedene Faktoren wett: starke Anbindung über Schifffahrtswege, entwickelte Infrastruktur, Verfügbarkeit von Arbeitskräften und einfache Geschäftsabwicklung.

Jurong Island beherbergt mit rund 95 Unternehmen mehr als die Hälfte der größten petrochemischen Unternehmen der Welt und zieht laut dem Economic Development Board Investitionen von über 35 Milliarden Singapur-Dollar an. Derzeit sind Unternehmen wie BASF, Exxon Mobil Chemical, Lanxess, Mitsui Chemicals, Shell und Sumitomo Chemicals dort vertreten. Jurong Island bietet Unternehmen eine Art „Plug-and-Play“-Infrastruktur, die eine schnelle Inbetriebnahme ermöglicht und das Wachstum sowohl in den vorgelagerten als auch den nachgelagerten Branchen stärkt.

Shell hat mit seiner neuen Ethyleneinheit, die zur Beseitigung von Engpässen im letzten Quartal fertiggestellt wurde, die Ethylenproduktion um 20 % auf 960 000 t/a erhöht. Dies macht auch den Weg frei für neue nachgelagerte Projekte im Jahr 2016: eine Anlage für hochreines Ethylenoxid (HPEO) mit einer Anfangskapazität von 140 000 t/a und zwei Großanlagen für die Ethoxylierung mit einer Gesamtkapazität von 140 000 t/a. Weitere Expansionsprojekte sind das Joint Venture von SK Global Chemical und Sabic zur Errichtung eines Werkes für lineares Polyethylen niederer Dichte mit Metallozen (mLLDPE) mit einer Kapazität von 230 000 t/a, das den Verpackungssektor bedienen wird, und das neue Werk von ExxonMobil Chemical zur Produktion von Premium-Halobutylkautschuk und hydriertem Kohlenwasserstoffharz. BMI Research erwartet jedoch, dass 2016 für Singapur ein schwieriges Jahr werden könnte: Hintergrund ist der Abschwung in China und ein regionales Überangebot, das das Exportwachstum untergräbt und die Margen schmälert.

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