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K 2016

Günstiges Klima für die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region

| Redakteur: Tobias Hüser

Die Kunststoffindustrie in der ASEAN-Region zeigt sich unbeeindruckt von den weltweiten Entwicklungen, die sich auch auf die Wachstumsaussichten wichtiger Branchen auswirken. Angesichts der bevorstehenden Kunststoffindustrie-Leitmesse K 2016 vom 19. bis 26. Oktober in Düsseldorf haben wir einen etwas genaueren Blick auf diesen Markt geworfen.

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Auf der K 2013 präsentierten 3200 Aussteller aus 59 Ländern ihre Produkte und Lösungen aus den Bereichen Maschinen und Ausrüstung, Rohstoffe und Hilfsstoffe sowie Halbzeuge, technische Teile und verstärkte Kunststoff-Erzeugnisse.
Auf der K 2013 präsentierten 3200 Aussteller aus 59 Ländern ihre Produkte und Lösungen aus den Bereichen Maschinen und Ausrüstung, Rohstoffe und Hilfsstoffe sowie Halbzeuge, technische Teile und verstärkte Kunststoff-Erzeugnisse.
(Bild: Messe Duesseldorf / ctillmann)

Düsseldorf – Die neue „Normalität“, geprägt durch Wirtschaftswachstum und Trends wie Ölpreis, Schwankungen bei Angebot und Nachfrage sowie das Schwächeln der meisten asiatischen Währungen gegenüber dem US-Dollar, hat der südostasiatischen Kunststoffindustrie neue Chancen eröffnet. Dank dieser Faktoren können sich die Länder in der Region gerade wieder auf ihre Stärken besinnen, um weiter zu wachsen, sei es einzeln oder als „Kollektiv“ im Rahmen des Verbandes südostasiatischer Nationen ASEAN (Association of Southeast Asian Nations), zu dem Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand, Brunei, Vietnam, Laos, Myanmar und Kambodscha zählen.

Vor dem Hintergrund der profitablen Konsumentenbasis der ASEAN-Region mit ihren über 600 Millionen Einwohnern und einem Gesamt-BIP von 2,6 Billionen US-Dollar sowie der Präsenz am Weltmarkt kann die Region die richtigen Chancen nutzen, die sich aus der aufstrebenden Mittelschicht und der enormen Konsumentenbasis ergeben. Kunststoff und Kunststoffprodukte gehören umsatzmäßig zu den Top-Exportsektoren der ASEAN-Staaten, mit einem Exportumsatz von 39,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 (Internationale Handelsstatistik).

Die Produktionsraten des Sektors sind in den letzten Jahren im Durchschnitt kontinuierlich gestiegen, insbesondere bei den ASEAN-6: Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam erzielen laut McKinsey & Company mehr als 95 % des regionalen BIP. Länder wie Kambodscha und Myanmar verzeichnen angesichts der wirtschaftlichen Liberalisierung und Entwicklung zwar ein starkes Wachstum, aber ihr prozentualer Anteil an ausländischen Direktinvestitionen in der Produktion wird auch in den kommenden Jahren gering bleiben.

Länder im Fokus

Vietnam ist in Riesenmeilenstiefeln auf dem Weg zum Industrieland. Obwohl die Kunststoffindustrie des Landes noch relativ jung ist, gehört sie zu den am schnellsten wachsenden Branchen in Vietnam, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 16 bis 18 % zwischen 2010 und 2015 (laut dem vietnamesischen Kunststoffverband VPA). Vor dem Hintergrund einer Bevölkerung von 90 Millionen Menschen erwartet der VPA, dass die anhaltende Binnenmarktnachfrage das Wachstum stärken wird. Die Pro-Kopf-Kunststoffproduktionsleistung stieg im vergangenen Jahr rasant auf 41 kg/Jahr.

1990 lag diese noch bei unter 4 kg/Jahr. Der Verpackungssektor macht dabei 37,4 % aus, gefolgt von Konsumgütern (27 %), Bauwesen (18 %) und technischen Produkten (15 %). VPA beklagt jedoch, dass die Industrie nach wie vor „am unteren Ende und im niederwertigen Bereich angesiedelt ist.“ Den Großteil der Exporte machen Plastikbeutel für Japan aus. Die Branche ist zudem stark abhängig von Rohstoffimporten, zum Beispiel von Polypropylen(PP)- und Polyethylen(PE)-Harzen. Durchschnittlich 4 Millionen Tonnen Rohstoffimporte stehen einer inländischen Produktion von nur 1 Million Tonnen gegenüber.

In Indonesien bemüht sich die Regierung verstärkt, die Industrialisierung voranzutreiben mit dem Ziel, das Land mit seinen 250 Millionen Einwohner bis 2030 zur siebtgrößten Volkswirtschaft weltweit zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund macht die Kunststoffindustrie ebenfalls Fortschritte. Im Jahr 2014 lag der Pro-Kopf-Kunststoffverbrauch in Indonesien laut dem indonesischen Verband der Aromaten-, Olefin- und Kunststoffindustrie (INAplas) bei durchschnittlich 17 kg, gegenüber rund 35 kg/Person in Malaysia und 40 kg in Thailand.

Es wird jedoch erwartet, dass sich die indonesische Mittelschicht in den kommenden fünf Jahren auf 141 Millionen Menschen verdoppeln wird und parallel dazu auch der Kunststoffverbrauch durch den wachsenden Konsumentenmarkt und eine steigende Nachfrage nach verpackten Gütern steigt. 70 % des Kunststoffverbrauchs entfallen laut dem indonesischen Verpackungsverband auf den Lebensmittelverpackungssektor. Inaplas erwartet ein 6-%iges Wachstum bei der Binnennachfrage im Kunststoffsektor, gestützt auf eine Steigerung des BIP um 5,3 % im Jahr 2016 und die positive Entwicklung bei Lebensmitteln und Getränken sowie in der Agrarwirtschaft.

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