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Engineering Summit 2018

Großanlagenbau erwartet steigende Aufträge und höhere Umsätze

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Benchmarking-Studie zeigt zukünftige Potenziale der Digitalisierung auf

Wohin die Reise ins Jahr 2025 gehen wird, untersucht eine Benchmarking-Studie der AGAB und der PWC-Praxisgruppe Capital Projects & Infrastructure (CP&I), die den Stand der Digitalisierung im deutschen Industrieanlagenbau mit internationalen Wettbewerbern vergleicht. Erste Ergebnisse wurden in Wiesbaden vorgestellt. Demnach liegen die Stärken deutscher Anbieter vor allem in der Weiterentwicklung digitaler Technologien wie etwa der künstlichen Intelligenz sowie im Angebot von Lösungen zur Cybersicherheit.

Bemerkenswert ist ferner, dass neue Vertragsmodelle wie das Performance Based Contracting aus Sicht der Auftraggeber 2025 die dominierenden Vertragsarten sein werden. Dasselbe gilt für Geschäftsmodelle aus der Konsumgüterindustrie wie das sogenannte Pay-per-Use und das Freemium, bei dem erst Erweiterungen eines Basisprodukts kostenpflichtig werden. Christian Elsholz, Director Capital Projects & Infrastructure bei PWC Germany, erläutert die Konsequenzen dieser Entwicklung: „Der klassische Festpreisvertrag wird an Bedeutung verlieren. Der Großanlagenbau muss darauf mit maximaler Flexibilität im Angebot und in der Abwicklung der verschiedenen Vertragsmodelle reagieren.“

Viele der Vortragenden in Wiesbaden hoben hervor, wie wichtig es angesichts der hohen Veränderungsgeschwindigkeit im Anlagenbau ist, die Mitarbeiter zu befähigen, den Wandel erfolgreich zu gestalten. „Viele Mitarbeiter reagieren mit einer gewissen Skepsis auf die absehbaren Veränderungen. Wir müssen diese Vorbehalte ernst nehmen und den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, den Changeprozess mitgestalten zu können. Aus passiv Betroffenen müssen aktiv Beteiligte werden, die Veränderung als Chance begreifen. Die Aufgabe der Führungskräfte besteht darin, Transparenz herzustellen, glaubwürdig zu agieren und eine Vorbildrolle zu übernehmen“, sagte Rainer Kiechl, Geschäftsführer von Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe.

Vielfältige Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit steigern

Die Mitglieder der AGAB blicken mit Zuversicht ins nächste Jahr, allerdings werden die Volatilität der Absatzmärkte und der hohe Wettbewerbsdruck bestehen bleiben und politisch bedingte Unsicherheiten werden voraussichtlich sogar zunehmen. AGAB-Geschäftsführer Waldmann konstatierte daher, dass die Industrie weiterhin intensiv an der eigenen Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wird: „Neben der Digitalisierung stehen der weitere Ausbau des Servicegeschäfts, die Modularisierung, die Stärkung der Technologieführerschaft und der Einsatz agiler Methoden im Fokus der Branche. Auch die Zusammenarbeit mit Partner im Rahmen von Netzwerken wird in den kommenden Jahren wichtiger werden, vor allem wenn es darum geht, Megaanlagen, Ausbauprojekte und Serviceaufträge synchron abzuwickeln.“

Mit über 300 Teilnehmern aus der Wertschöpfungskette des Anlagenbaus verzeichnete der 6. Engineering Summit erneut einen sehr guten Zuspruch aus Deutschland und dem benachbarten Ausland. Der 7. Engineering Summit wird im Sommer 2020 stattfinden. Das genaue Datum und der Veranstaltungsort wird der VDMA im Frühjahr 2019 bekannt geben.

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