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Länderreport Vereinigtes Königreich

God Save the Chemical Industry

| Autor / Redakteur: Steffen Ehninger, GTAI / Wolfgang Ernhofer

Tabellen zu den Zahlen und Fakten der Chemieindustrie im Vereinigten Königreich gibt es in der Bildergalerie. (Bild: wikimedia commons)
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Tabellen zu den Zahlen und Fakten der Chemieindustrie im Vereinigten Königreich gibt es in der Bildergalerie. (Bild: wikimedia commons)

In Großbritannien und Nordirland stagniert die Chemikalien-Nachfrage. Während die Chemieindustrie im Vereinigten Königreich um Steigerung des Geschäftsumsatzes kämpft, steigt der Export beinahe ungebremst. Der für April 2013 angekündigte Mindestpreis für CO2-Emissionen stößt Vertretern der Chemiebranche sauer auf und einige warnen vor der Auswanderung großer Konzerne falls der Mindestpreis eingeführt werden sollte.

London – Die britischen Importe von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen dürften auch in den kommenden Jahren rascher wachsen als die Inlandsnachfrage. In den ersten neun Monaten 2011 legten vor allem die Einfuhren von Düngemitteln und anorganischen Chemikalien stark zu. Die chemische Industrie und die Kunststoffindustrie investierten in der Wirtschaftskrise wenig. Im Zeitraum 2011 bis 2013 dürfte sich dieser Investitionsrückstau auflösen, womit sich Chancen für deutsche Anlagenbauer bieten.

Marktentwicklung/-bedarf

Die Inlandsnachfrage nach chemischen Erzeugnissen (ohne Pharmazeutika) im Vereinigten Königreich stagnierte 2011 nach Schätzungen des Informationsdiensts Cambridge Econometrics. Im laufenden Jahr erscheint eine leichte Belebung des Absatzes möglich, doch bleibt das konjunkturelle Umfeld vorerst relativ unsicher. Aus heutiger Sicht dürfte die inländische Chemikalien-Nachfrage auch nach 2012 nur bescheiden wachsen. Die britischen Importe von chemischen Erzeugnissen hingegen sollen auch in den kommenden Jahren stärker steigen - jährlich etwa um 3 bis 5 Prozent, prognostiziert Cambridge Econometrics.

Bau- und Fahrzeugindustrie

Der Bedarf an Farben, Lacken und Kitten dürfte 2012 seitens der Automobilindustrie hoch sein, da für diesen Sektor ein Produktionszuwachs von 6 bis 8 Prozent zu erwarten ist. Einige der führenden Autobauer kündigten an, ihre Fertigung im Land auszuweiten.

Ebenfalls gut ist die Konjunktur bei sonstigen Transportausrüstungen (Flugzeugbau, Bootsbau, Luft- und Raumfahrttechnik etc.). Eine Verschnaufpause dürfte 2012 allerdings die britische Elektronik- und Computerindustrie einlegen, die sich in den zwei Jahren zuvor sehr dynamisch entwickelte. Dies könnte zu einem leichten Nachfragerückgang nach chemischen Klebelösungen und Kunststofferzeugnissen in diesem Segment führen. Etwas besser läuft es 2012 voraussichtlich in der elektrotechnischen Industrie.

Der Neubau von Wohnungen dürfte 2012 leicht zurückgehen und damit auch dessen Bedarf an Farben, Lacken und Kitten. Etwas besser sieht es bei Reparaturen und Instandhaltungen aus. Im Gewerbebau sind unter anderem Impulse durch zahlreiche Supermarktprojekte zu erwarten. In London und dem Südosten dürfte sich das Segment besser entwickeln als im Rest des Landes. Im Infrastrukturbau stehen mehrere Investitionsprojekte an, nicht zuletzt im Eisenbahnbau. Mit sehr hohen Zuwachsraten ist in den kommenden Jahren zudem bei den Bauaktivitäten im Energiesektor zu rechnen.

Pharma- und Kosmetikbranche

Die Einzelhandelsumsätze mit Pharmazeutika und Kosmetika stiegen 2011 dem Statistikamt ONS zufolge real um rund 2 Prozent. Cambridge Econometrics rechnet 2012 mit einem Nachfrageplus bei Pharmazeutika von 3 bis 3,5 Prozent, wobei die Pharmaeinfuhren noch etwas rascher zulegen könnten. Die britische Regierung stellte im Dezember 2011 Maßnahmen vor, durch die der britische Pharmamarkt für in- und ausländische Unternehmen wieder attraktiver werden soll.

Unabhängig davon soll das staatliche Gesundheitssystem NHS nach dem Willen der Regierung künftig innovationsfreundlicher werden. Pharmakonzerne hatten wiederholt kritisiert, dass im NHS neue, bereits zugelassene Präparate häufig erst mit mehreren Jahren Verspätung verschrieben werden. Das will die Regierung ändern.

Die Einzelhandelsumsätze von Kosmetika im Vereinigten Königreich kletterten Angaben der Marktforschungsfirma NPD zufolge 2011 trotz der verhaltenen Konjunktur um rund 9 Prozent. Hohe Zuwächse wurden in nahezu allen Untersegmenten verzeichnet, etwa bei hochpreisigen Hautpflegeprodukten, bei Make-Up sowie bei Parfums. Umsatz- und Gewinnzuwächse meldete Ende 2011 auch die Drogeriemarktkette Boots, die im Vereinigten Königreich eine starke Marktstellung innehat.

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