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Resilience Index 2016 Globale Lieferketten im Überblick – wo arbeiten Lieferanten zuverlässig?

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Faktoren wie niedrige Ölpreise, Naturkatastrophen und die Ausbreitung von Terrorismus wirken sich auf die Widerstandsfähigkeit globaler Supply Chains aus. Diese Bedrohungen spiegeln sich im FM Global Resilience Index 2016 wider, dem ersten datenbasierten Tool, das die Resilienz von Lieferketten in 130 Ländern in einem Ranking vergleicht.

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FM Global Hat die Resilienz von Lieferketten in 130 Ländern verglichen.
FM Global Hat die Resilienz von Lieferketten in 130 Ländern verglichen.
( © zhu difeng - Fotolia)

Frankfurt, Johnston/USA – Die Resilienz von Lieferketten ist für eine robuste Geschäftsleistung global agierender Unternehmen von entscheidender Bedeutung. „Der FM Global Resilience Index gibt Führungskräften eine erste Orientierung und kann ihnen dabei helfen, vernünftige Entscheidungen bezüglich der Standorte globaler Zulieferer oder eigener Produktionsstätten zu treffen“, sagt Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter von FM Global in Deutschland.

In der dritten Ausgabe des Resilience Index sind rückläufige Ölpreise der Grund für Norwegens Abfall auf den zweiten Platz. An die Stelle des Ölproduzenten tritt 2016 nunmehr die Schweiz, die im vergangenen Jahr noch auf Platz 2 lag. In den „Top Ten“ folgen in absteigender Folge Irland, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, die mittleren Staaten der USA, Kanada, Australien und Dänemark.

Frankreich (Platz 19) und das Vereinigte Königreich (Platz 20) halten ihre Platzierungen vom letzten Jahr. Deutschland belegt Platz 4 im Ranking, mit 94,6 von insgesamt 100 Punkten. Dies bedeutet eine Verbesserung um zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr – dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Platzierungen relativ zueinander zu betrachten sind. Deutschland verbessert sich dennoch mit dem Gesamt-Scoring um 3,5 Punkte (2015: 91,1 von 100 Punkten). Dies ist u.a. auf die gute Platzierung beim Faktor Lieferkette zurückzuführen: Hier erlangt Deutschland den 4. Rang hinter der Schweiz, Japan und den Niederlanden. Deutschland hat dies vor allem seiner guten Infrastruktur und der positiven Bewertung der Qualität seiner lokalen Zulieferer zu verdanken.

Absteiger und Schlusslichter im Resilience Index 2016

Das ölreiche Kuwait erlebt einen starken Abstieg (von Platz 50 im letzten auf Platz 59 in diesem Jahr), da das Bruttoinlandsprodukt von den geringeren Ölpreisen schwer getroffen wurde. Auf ähnliche Weise litt die wirtschaftliche Produktivität in Kolumbien, das von Platz 110 auf 119 abrutscht. Allerdings wirken die Rohölpreise in zwei Richtungen. Armenien (Platz 52, 2015: 83) und Malawi (Platz 84, 2015: 111) haben aufgrund einer höheren Resilienz gegenüber Ölpreisveränderungen die meisten Plätze im Index gut gemacht. Da ihr Ölverbrauch gesunken ist, sind die Länder den Dynamiken des Ölmarkts weniger ausgesetzt.

Das politische Risiko, das zu den neun Bewertungskriterien des Index zählt, kann ein großes Hemmnis für die geschäftliche Resilienz darstellen. In diesem Zusammenhang ist Terrorismus ein zentrales Element. Auch in diesem Jahr fanden bereits terroristische Handlungen in Ländern wie Pakistan (Platz 117), Belgien (Platz 17), der Elfenbeinküste (Platz 58), Nigeria (Platz 116) und der Türkei (Platz 79) statt. Die Auswirkungen politischer Ereignisse auf das Ranking zeigen sich beispielsweise bei der Ukraine: Zum zweiten Mal in Folge ist die Republik unter den Ländern mit dem stärksten Abfall (von Platz 107 auf Platz 125), was auf die extremen Spannungen innerhalb des Landes und mit Russland (Platz 75) zurückzuführen ist.

Das Schlusslicht des Index von 2016 bildet zum zweiten Mal in Folge Venezuela (Platz 130), in aufsteigender Reihenfolge gefolgt von der Dominikanischen Republik, der Kirgisischen Republik, Nicaragua, Mauretanien, der Ukraine, Ägypten, Algerien, Jamaica und Honduras. Venezuelas Platzierung am unteren Ende des Index ist den Elementarrisiken (Wind- und Erdbebengefahr), der Wahrnehmung eines Kontrollverlusts in Verbindung mit der Korruption und der schlechten Infrastruktur sowie der als schlecht wahrgenommenen Qualität lokaler Zulieferer geschuldet.

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