Scheibentrockner Gezieltes Trocknen erhöht die Effizienz und Flexibilität in der Lebensmittelproduktion

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Vor rund drei Jahren stellte Allgaier Process Technology einen neuen Scheibentrockner vor, der sich seitdem in der Chemieindustrie bewährt hat. Nun -– schließlich wäre in dieser Woche die Anuga Food Tec – wurde eine neue Variante für die Lebensmittelindustrie vorgestellt.

Firmen zum Thema

Der Trockner wurde durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft mit dem International FoodTec Award 2021 in Gold ausgezeichnet.
Der Trockner wurde durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft mit dem International FoodTec Award 2021 in Gold ausgezeichnet.
(Bild: Allgaier Process Technology)

Dampfbeheizte Scheibentrockner arbeiten nach dem Prinzip der Kontakttrocknung. Durch die große Wärmeübertragungsfläche auf engem Raum und die robuste Betriebsweise hat sich das Verfahren in den vergangenen Jahren zur Trocknung von feststoffbeladenen Flüssigkeiten in der Feinchemie, Pigment-, Keramik- und Düngemittelindustrie bis hinein in die Abwassertechnik bewährt.

Rein äußerlich ähnelt die neue C-Dry Food-Reihe der erfolgreichen Chemie-Variante des Trockners. Beibehalten wurde die spezielle Bauform und geringe Wandstärken der Scheibenbündel, die einen guten Wärmeübergang ermöglichen. Dadurch arbeitet das Trocknungsverfahren sehr effizient und besitzt einen niedrigen Heißdampfverbrauch. Der C-Dry-Food-Trockner eignet sich für Protein-Lösungen, Milch-/ Molkeprodukte oder hochwertige Nahrungs-/Futterergänzungsmittel.

Bildergalerie

Optimal für schnelle Produktwechsel

Die Unterschiede zur bisherigen Baureihe finden sich im Detail. Während die Optik weitestgehend beibehalten wurden, besticht die Food-Reihe durch die hygienegerechte Ausführung aller produktberührenden Teile. Speziell das Design des Prozessraums und der darin integrierten Bauteile wurde unter strikter Einhaltung der aktuellsten Ehedg Guidelines überarbeitet. Um nur einige Beispiele zu nennen: Werkstoffe und Dichtungen entsprechen der FDA und EU-Richtlinien, Rautiefen und Oberflächen wurden angepasst und für die Zirkulation wurden lebensmitteltaugliche Pumpen eingesetzt.

Zudem wurde die CIP-Reinigung integriert und besonderer Wert auf schnelle Produktwechsel gelegt. Stillstandszeiten können so auf ein Minimum reduziert werden. „Damit erhalten die Anwender bei der Herstellung individueller Produkte eine hohe Flexibilität“, ergänzte Dr. Mathias Trojosky, Leiter Forschung & Entwicklung bei Allgaier Process Technology anlässlich der virtuellen Pressekonferenz zur Markteinführung.

Auf die Karamellnote kommt es an

Zudem ermöglicht der Trockner die gezielte Hitzebehandlung diverser Lebensmittelprodukte, wodurch der Kunde individuelle Produktspezialitäten mit einzigartigen sensorischen Eigenschaften herstellen kann. Um nur ein Beispiel zu nennen: „Bei Trocknung von Milch kommt es zu einer gesteuerten Karamellisierung und Erhöhung des Freifettanteils“, so Trojosky. „Dies verleiht getrocknetem Milchpulver eine markante Geschmacksnote. Anhand der Prozessparameter lässt sich die Intensität dieser Karamellnote beeinflussen.“ Hierfür wurden viele Versuche gefahren, um den Einfluss von Verweilzeit und Temperaturen zu untersuchen. „Unternehmen aus der Schokoladenindustrie schätzen diese Bemühungen, weil sie darüber ihr eigenes Produkt individualisieren können“ Mit Scheibentrocknern hat man – im Gegensatz zu Sprühtrocknern – gerade hinsichtlich kleinerer Mengen eine größere Flexibilität.

„Man kann die Verweildauer auf den Scheiben und damit die Temperaturen sehr genau einstellen, dies entwickeln wir gemeinsam mit den Kunden. Ist mehr Durchsatz nötig oder kommt es auf eine genaue Restfeuchte an?“, beschreibt Dr. Christian Watzelt, Geschäftsführer Vertrieb bei Allgaier Process Technology den Weg zum optimalen Produkt. „Für uns geht es darum, dass unsere Kunden ihre Produkte reproduzierbar, effektiv in höchster Qualität herstellen.“ Weitere Vorteile sieht Watzelt in der Wirtschaftlichkeit. „Die kompakte Bauform ist optimal für die Lebensmittelindustrie. Durch das Scheibendesign erhalten wir eine sehr große Trocknungsoberfläche auf einer vergleichsweise kleinen Aufstellfläche.“

„Außerdem benötigt das Kontakttrocknungsverfahren im Verhältnis zu Adsorptionstrocknern keine Peripheriegeräte, wie Zu- oder Abluftfilter“, ergänzt Trojosky. Dank optimaler Positionierung der Reinigungsdüsen ergeben sich kurze Reinigungszeiten. Der Bedarf an Waschwasser und Reinigungszusätzen sinkt, ebenso wie die Abwassermengen.

(ID:47305193)