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Biobased Chemistry Gewinnung nachwachsender Rohstoffe aus Zuckerrüben

| Autor / Redakteur: Constanze Schmitz / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Akzo Nobel und einige Partner haben Deloitte den Auftrag zu einer Machbarkeitsstudie erteilt. Ziel der Studie ist es, eine unabhängige kritische Prüfung und wirtschaftliche Bewertung bezüglich der Durchführbarkeit verschiedener Szenarien für die kommerzielle Produktion von Rohstoffen aus Zuckerrüben zu liefern.

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Der Chemie-Cluster Delfzijl ist ein nachhaltig entwickeltes Industriegebiet für die Chemieindustrie und verwandte Unternehmen. Momentan haben 18 Firmen ihren Sitz hier.
Der Chemie-Cluster Delfzijl ist ein nachhaltig entwickeltes Industriegebiet für die Chemieindustrie und verwandte Unternehmen. Momentan haben 18 Firmen ihren Sitz hier.
(Bild: Suikerunie)

Amsterdam, Niederlande - Um die Möglichkeit der Herstellung von Chemikalien aus Rübenzucker im chemischen Cluster Delfzijl in den Niederlanden zu untersuchen, hat Akzo Nobel sich mit Suikerunie, Rabobank, Deloitte, Investitions- und Entwicklungsagentur für die nördlichen Niederlande (NOM), Groningen Seaports und der Provinz Groningen zusammengeschlossen.

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Das Projekt ist Teil der andauernden Bemühungen der Industrie, immer knapper werdende, nicht-erneuerbare Rohstoffe zu ersetzen. Die Partnerschaft könnte möglicherweise zur kosteneffizienten und nachhaltigen Synthese einer Reihe von Chemikalien führen.

Die Initiative folgt auf die Veröffentlichung eines Berichtes von Deloitte zu den Chancen einer chemischen Industrie, die auf Fermentation basiert – „Opportunities for the fermentation-based chemical industry”. Der Report hebt den Wettbewerbsvorteil hervor, den die Niederlande durch ihre geringeren Kosten in der Produktion von Zucker haben. Erwartet wird außerdem, dass die Zuckerrübenerzeugung durch die bevorstehende Liberalisierung des Marktes deutlich steigen wird.

Zusammenarbeit verschiedener Sektoren

Wir wissen, dass die Niederlande große Mengen Zuckerrüben produzieren können", erklärt Knut Schwalenberg, Geschäftsführer von Akzo Nobel Industrial Chemicals, der auch für die Aktivitäten des Unternehmens in Delfzijl verantwortlich ist, „wir werden jetzt untersuchen, wie diese genutzt werden können, um zusätzliche Produktion und Arbeitsplätze in der Delfzijl-Region zu schaffen." Marco Waas, Direktor F&E, Innovation und Technologie, Akzo Nobel Industrial Chemicals, fügte hinzu: „Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, Innovationen zu nutzen, die nachhaltiges Wachstum vorantreiben. Das Schöne an diesem Projekt ist, dass es perfekt in unseren eigenen ‘Planet Possible‘-Ansatz passt. Das Ziel dieses Ansatzes ist die Entwicklung neuer Technologien, die weniger von fossilen Brennstoffen abhängig sind und die Umweltbelastung entlang der Wertschöpfungskette reduzieren."

Albert Markusse, CEO von Suiker Unie, kommentierte die Partnerschaft: „Der wirklich interessante Aspekt dieser Initiative ist die Zusammenarbeit, die zwischen den verschiedenen Sektoren stattfinden wird - Landwirtschaft, Chemie und Logistik. Die Ergebnisse werden für uns alle interessant sein." Siem Jansen, Präsident der Investitions- und Entwicklungsagentur für die nördlichen Niederlande (NOM), hofft auf ein positives Ergebnis: „Zuckerrüben sind eine wichtige Kulturpflanze, nicht nur im nördlichen Teil der Niederlande, sondern auch über die Grenze hinweg in Niedersachsen. Neue hochwertige Produkte auf der Grundlage dieser Nutzpflanze werden Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette haben und können wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft bieten. "

Die Studie wird etwa drei Monate in Anspruch nehmen und die Partner erwarten, ein oder mehrere erfolgreiche Geschäftsmodelle für die kommerzielle Produktion in Delfzijl zu identifizieren.

* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin von PROCESS.

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