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Chemie-Preise

Gesellschaft Deutscher Chemiker verleiht Horst-Pracejus-Preis und Carl-Duisberg-Gedächtnispreis

| Redakteur: Sonja Beyer

Chiralitätsforschung an Aminosäuren und analytische Arbeiten, die für die bioorganische Wirkstoffentwicklung wertvoll sind: Dies sind die Schwerpunkte der beiden Chemiker, die die Gesellschaft Deutscher Chemiker jüngst mit Preisen ausgezeichnet hat.

Mainz – Während einer Festveranstaltung im Rahmen der Chemiedozententagung am 14. und 15. März 2011 an der Universität Mainz hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) den Horst-Pracejus-Preis und den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis verliehen: Der deutsche Chemiker Professor Dr. Uwe J. Meierhenrich von der Universität Nizza Sophia-Antipolis erhält für seine Arbeiten in der Chiralitätsforschung den Horst-Pracejus-Preis. Mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis wird der österreichische Chemiker Mag. Dr. Christian Hartinger, Experte auf dem Gebiet der bioanorganischen Chemie und Bioanalytik, ausgezeichnet.

Meierhenrich gelang es u.a., chirale Aminosäuren, die sich wie Bild und Spiegelbild zueinander verhalten, unter simulierten interstellaren Bedingungen herzustellen. Dazu wurden Wasser- (H2O), Ammoniak- (NH3), Kohlenmonoxid- (CO), Kohlendioxid- (CO2) und Methanolmoleküle (CH3OH) aus der Gasphase heraus im Hochvakuum bei 12 Kelvin (-261,16 °C) auf eine Oberfläche kondensiert und dabei mit UV-Licht bestrahlt. Es bildeten sich 16 verschiedene Amino- und Diaminosäuren. Auf diese Ergebnisse aufbauend identifizierte Meierhenrich chirale Diaminosäuren im Murchison-Meteoriten und belegte, dass seine Experimente zur Simulation des interstellaren Eises unter realistischen Bedingungen stattfanden. Meierhenrichs Team setzt die Erkenntnisse zur Chiralität praktisch um, indem es Aromen und Parfümrohstoffe mit hochentwickelten Geräten enantioselektiv analysiert, also Bild und Spiegelbild der Moleküle unterscheiden kann.

Für seine analytischen Arbeiten zur Charakterisierung von Protein- und DNA-Metall-Konjugaten mit Hilfe massenspektroskopischer und elektrophoretischer Methoden und für seine Mitwirkung an der Entwicklung von KP1019 erhält Christian Hartinger den Carl-Duisberg-Gedächtnispreis. KP1019 ist ein rutheniumbasierter Antitumorwirkstoff, der sich gegenwärtig als aussichtsreicher Kandidat in klinischen Studien der Phase II befindet. Hartingers Arbeiten sind für das stark interdisziplinär orientierte Forschungsgebiet der bioanorganischen Wirkstoffentwicklung von großer Bedeutung, denn sie spannen einen Bogen von der Herstellung und Charakterisierung der Wirkstoffe bis hin zur Quantifizierung ihrer Wirkung und der detaillierten Aufklärung ihrer Wirkmechanismen mit fortgeschrittenen Analysenmethoden.

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