Wirtschaftsrecht Geschäfte mit Frankreich gegen finanzielle Risiken absichern

Autor / Redakteur: Patrick Ehret / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

2013 gab es in Frankreich 63.452 Insolvenzanträge von Unternehmen. Seit Jahren bewegt sich die Zahl der Insolvenzen von französischen Unternehmen auf sehr hohem Niveau – Tendenz weiter steigend. Bei Geschäften mit Frankreich sollten sich deutsche Unternehmen daher unbedingt ausreichend absichern.

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Aufgrund der vielen Insolvenzen von französischen Unternehmen tragen deutsche Exporteure bei Geschäften mit Frankreich ein großes Risiko.
Aufgrund der vielen Insolvenzen von französischen Unternehmen tragen deutsche Exporteure bei Geschäften mit Frankreich ein großes Risiko.
(Bild: Rawpixel - Fotolia.com)

Frankreich ist seit Jahren der weltweit größte Handelspartner der Bundesrepublik. 2012 hat unser westlicher Nachbar Waren im Wert von 104,5 Mrd. Euro aus Deutschland importiert – besonders gefragt sind deutsche Autos und Maschinen. Das Frankreichgeschäft macht 10 % des gesamten Exports aus. Um zu verhindern, dass sie bei Geschäften mit französischen Käufern am Ende auf ihren Forderungen für gelieferte Waren sitzen bleiben, sollten deutsche Unternehmen daher unbedingt Vorkehrungen treffen.

Besonderheiten des französischen Rechts beachten

Dabei spielt die sogenannte insolvenzfeste Bestellung von Sicherheiten eine maßgebliche Rolle. So können deutsche Unternehmen im Frankreichgeschäft etwa eine Sicherungsabtretung oder -treuhand sowie besitzlose Pfandrechte mit fiktivem Zurückbehaltungsrecht vereinbaren. Fakt ist: Damit ihr Sicherheitenmanagement effizient ist, müssen deutsche Unternehmen aber zwingend die zahlreichen Besonderheiten beachten, die das französischen Recht hat. Grund ist, dass sich die französischen Sicherheiten oftmals von denen des deutschen Rechts unterscheiden. Zudem haben sie je nach Insolvenzverfahren und Verfahrensstadium unterschiedliche Wirkungen.

Ein weiterer Punkt, den deutsche Unternehmen in französischen Insolvenzverfahren beachten müssen, sind Fristen, die im deutschen Recht nicht existieren. So müssen ausländische Gläubiger ihre Forderungen zwingend innerhalb von vier Monaten nach der Veröffentlichung im französischen Amtsblatt Bodacc beim Insolvenzverwalter anmelden.

Hinzu kommt, dass sich deutsche Unternehmen bei einer Insolvenz ihres Geschäftspartners mit der rudimentären Informationspolitik der Verwalter und mangelnden Möglichkeiten zur Einflussnahme auf das Verfahren konfrontiert sehen. Ferner ist es grundsätzlich so, dass in Frankreich – im Gegensatz zum deutschen Recht – die Gläubigerbefriedigung nicht als prioritär angesehen wird. Der Erhalt des französischen Unternehmens und der Arbeitsplätze steht im Mittelpunkt.

Contrôleur-Status mit vielen Vorteilen

Eine Möglichkeit, die noch wenig bekannt ist, obwohl sie viele Vorteile hat, ist der sogenannte Contrôleur-Status. Diesen Status kann jeder Gläubiger in einem französischen Insolvenzverfahren in Anspruch nehmen. Besitzt ein Gläubiger den Contrôleur-Status, muss ihm der Insolvenzverwalter Informationen zum Stand des Verfahrens und zum Schuldner zur Verfügung zu stellen.

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