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20 Jahre Process

Genfood, Chemparks, Shalegas: Auf Zeitreise durch zwei Jahrzehnte Prozessindustrie

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dr. Jörg Kempf

1998. - Mit dem PDE-5-Hemmer Sildenafil landet Pfizer den großen Pharma-Coup der 90er: Als Potenzmittel Viagra macht die Zufallsentdeckung mächtig Furore und beschert dem Hersteller bis 2013 satte Gewinne.
1998. - Mit dem PDE-5-Hemmer Sildenafil landet Pfizer den großen Pharma-Coup der 90er: Als Potenzmittel Viagra macht die Zufallsentdeckung mächtig Furore und beschert dem Hersteller bis 2013 satte Gewinne. (Bild: © Zerbor - Fotolia.com)

Gentechnik, Shale Gas, Megaplants, Globalisierung: Die vergangenen 20 Jahre haben gezeigt, dass auch in der Prozessindustrie nichts so beständig ist wie der Wandel – Zum Jubiläum wirft PROCESS einen Blick zurück auf Aufregerthemen und Großprojekte. Begleiten Sie uns auf einer Zeitreise durch zwei Jahrzehnte Prozessindustrie.

Erinnern Sie sich noch an 1994? Statt mit E-Mail-Adressen schlug sich Deutschland mit den im Vorjahr eingeführten fünfstelligen Postleitzahlen herum. Kohl war Kanzler und blieb es auch noch für eine Weile. Der Untergang des Sozialismus und der Fall des Eisernen Vorhangs hatten die großen Chemiekombinate der DDR verschwinden lassen. Zerschlagen, privatisiert und abgewickelt. Jetzt drohte der westdeutschen Industrie das gleiche Schicksal: Die Hoechst AG, noch 1990 ein milliardenschwerer Industrieriese mit 172 900 Mitarbeitern, litt in der ersten Hälfte der Neunziger unter Umsatzrückgängen und Strukturproblemen. Der erhoffte Heilsbringer, ein gentechnisches Humaninsulin, war in den Mühlen der Politik über Jahre hinweg zerrieben worden.

Der neue Vorstandsvorsitzende Jürgen Dormann suchte sein Heil in der Flucht nach vorne: Tochterfirmen wie Uhde, Schwarzkopf, Ceram Tec und SGL Carbon wurden ausgegliedert oder verkauft. 1996 wurde die komplette Spezialchemie der ehemaligen Farbwerke an Clariant abgegeben.

Danach ging es sehr schnell: Nach der Ausgliederung von Celanese wurden aus der verbleibenden Pharmasparte und Rhône-Poulenc die deutsch-französische Aventis, die schon 2004 mit Sanofi fusionierte.

Gehört Biotech die Zukunft?

Pharma und Lifescience drehten das große Rad, schien es, und die Chemie schaute zu: Schon 1994 kam mit der „Anti-Matsch-Tomate“ Flavr Savr das erste gentechnisch veränderte Produkt in den USA in die Supermärkte. Im selben Jahr sorgte Klonschaf Dolly für Aufregung. Pfizer schob Mitte der 90er mit Viagra ein Pharmazeutikum an, das wie kaum ein anderes im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand.

Die Biotechnologie wurde mit Heilserwartungen und Angstvorstellungen zugleich überhäuft: Die Diskussion schwankte zwischen Visionen einer zweiten „Grünen Revolution“, die den Hunger der Welt hinwegfegt, und apokalyptischen Verelendungsszenarien.

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