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Digital Engineering Gemeinsam in die digitale Zukunft des Anlagenbaus

| Redakteur: Marion Henig

Die Rahmenbedingungen des globalen Chemiemarktes und damit auch des Anlagenbaus werden sich durch das rasante Innovationswachstum in Ländern wie Indien und China extrem verändern. Das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) untersucht, wie deutsche Chemieanlagenbauer ihre Spitzenposition auf den internationalen Märkten behaupten können – mit Instrumenten wie Digital Engineering und Virtual Reality (VR).

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Der Chemieanlagenbau profitiert zunehmend von den Fortschritten im Digital Engineering. Neue Anlagen werden heute ausschließlich digital geplant. Diese Daten lassen sich in ihrem gesamten Lebenszyklus wertschöpfend einsetzen. (Bild: Dirk Mahler, Fraunhofer IFF)
Der Chemieanlagenbau profitiert zunehmend von den Fortschritten im Digital Engineering. Neue Anlagen werden heute ausschließlich digital geplant. Diese Daten lassen sich in ihrem gesamten Lebenszyklus wertschöpfend einsetzen. (Bild: Dirk Mahler, Fraunhofer IFF)

Heute zählen die deutschen Chemieunternehmen zur Weltspitze. Jedoch müssen sie sich bis zum Jahr 2020 mit ihren Anlagen auf spürbar veränderte neue Wettbewerbsbedingungen einstellen. Dabei sind neben Ausbeute und Anlagenverfügbarkeit auch Wettbewerbsvorteile wie Ressourcen- und Energieeffizienz sowie Umweltverträglichkeit und optimale Instandhaltungskonzepte der Anlagen aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Im Vordergrund dieser Entwicklung stehen nicht mehr nur höchstmögliche Verfügbarkeit, maximale Automatisierung und minimale Investitionskosten, sondern der optimierte Anlagenlebenszyklus insgesamt. Nur durch innovative Lösungen können deutsche Anlagenbauer ihre Spitzenposition auf den internationalen Märkten behaupten. Um diese Ziele sicherzustellen, müssen die Anlagen auf modernstem Niveau geplant und ständig optimiert werden. Hier spielt neben dem weltweit anerkannten Know-how des deutschen Anlagenbaus der Einsatz neuer Technologien, wie Digital Engineering und Virtual Reality (VR), eine wachsende Rolle.

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Wir müssen mehr tun

Trotz erkennbarer Vorteile bei der digitalen Planung und Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau ist ihre breite Nutzung noch immer einigen Hemmnissen unterworfen. Nicht zuletzt die große Heterogenität der angebotenen Software-Werkzeuge und die vernetzten Strukturen von Zulieferern, Subunternehmern und Betreibern wirken sich oft eher bremsend als fördernd aus. So stehen der Verwendung digitaler Planungstools viel zu häufig noch die strukturellen Probleme der Industrie entgegen. Und auch hinsichtlich des Nutzens und der Verwertbarkeit dieser Daten im Anlagenlebenszyklus gibt es immer noch Nachholbedarf beim Transfer des dafür notwendigen Wissens in die Unternehmen.

Für die langfristige Sicherung des Erfolgs der Branche müssen wir jedoch mehr tun, als nur auf die bestehende Qualität und den Entwicklungsstand unserer Forschung und der führenden Industrieunternehmen zu verweisen. Es gilt, auch die kleinen und mittleren Unternehmen mit auf den Weg in die digitale Zukunft des Anlagenbaus zu nehmen. Dafür müssen wir sie nicht nur im Umgang mit modernster Software und Technologien und deren effizienter Implementierung in die oft sehr komplexen und vernetzten Unternehmensstrukturen befähigen. Wir müssen auch den fachlichen Erfahrungsaustausch untereinander fördern. Denn im globalen Wettbewerb werden es gerade von den kleineren Unternehmen diejenigen am schwersten haben, die versuchen, ihn ganz allein zu bewältigen. Die umfassende Nutzung digitaler Entwicklungswerkzeuge und damit die Erweiterung der Wertschöpfung einer Anlage durch Effizienzsteigerungen und durchgängige Datennutzung im gesamten Lebenszyklus kann dagegen zu einem weiteren Alleinstellungsmerkmal mitteleuropäischer Unternehmen und so zu einem deutlichen Vorteil im internationalen Wettbewerb werden.

Vernetzung für den Wissenstransfer

Auch am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg spielen dieser Know-how-Transfer und die fachliche Unterstützung der Unternehmen beim durchgängigen Einsatz von Digital-Engineering-Technologien eine große Rolle. Besonders die effektive Vernetzung der Unternehmen hat man hier schon sehr früh als elementar für deren langfristigen Erfolg identifiziert. Bereits kurz nach seiner Gründung zu Beginn der 90er Jahre gehörte das Institut darum zu den Initiatoren des Zweckverbands zur Förderung des Maschinen- und Anlagenbaus Sachsen-Anhalt e.V. (FASA).

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