Füll- und Verschließmaschinen Gefriergetrocknete Produkte treiben Anforderungen an Füll- und Verschließmaschinen

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Neue Darreichungsformen geben die Entwicklung bei Füll- und Verschließmaschinen vor. Eindeutig im Trend liegen vorgefüllte Fertigspritzen und gefriergetrocknete Produkte. Lesen Sie, wie Zulieferer die neuen Anforderungen erfüllen.

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Nur mit einer klaren, übersichtlichen Maschinenkonzeption lässt sich eine Abfüllanlage innerhalb vollautomatischer Produktionslinien betreiben. Bild: Bausch+Ströbel
Nur mit einer klaren, übersichtlichen Maschinenkonzeption lässt sich eine Abfüllanlage innerhalb vollautomatischer Produktionslinien betreiben. Bild: Bausch+Ströbel
( Archiv: Vogel Business Media )

Eigentlich sind Einmalspritzen nichts neues räumt Werner Wieland von Bausch+Ströbel ein: „Wir beschäftigen uns bereits seit über 25 Jahren mit dem Thema.“ Seit etwa fünf Jahren wächst dieses Segment jedoch im zweistelligen Bereich. Dies gibt der Branche einen neuen Schub – vor allem höhere Leistung ist gefordert.

„Lange Zeit arbeiteten die Anlagen für Einmalspritzen mit Produktionsgrößen von etwa 5000 Stück pro Stunde, vor Jahren gab es dann einen Sprung auf 24 000 Stück“, weist Wieland auf die Technologiesprünge hin.

„Heute füllen und verschließen unsere Hochleistungsanlagen bis zu 60 000 Einwegspritzen pro Stunde.“ Die SPS-gesteuerte Spritzenfüll- und -verschließmaschine SFM beispielsweise wurde für den industriell orientierten Hochleistungsbereich zur nestweisen Verarbeitung von Einmalspritzen, entsprechend dem System Hypak SCF entwickelt.

Dabei werden Spritzenkörper in Nestern steril und füllfertig vorbereitet angeliefert. Alle weiteren Arbeits- und Transportschritte erledigt die Maschine vollautomatisch bei einer Leistung bis 60 000 Stück pro Stunde.

Übersichtliche Konzeption gefordert

„Alle Module für die Einzelarbeitsschritte müssen sowohl zeitlich als auch räumlich optimal aufeinander abgestimmt sein“, erklärt Wieland die Herausforderungen. „Jede einzelne Baugruppe muss auf engstem Raum untergebracht werden, trotzdem ist die problemlose Zugänglichkeit und Reinigungsmöglichkeit der Maschine zu gewährleisten.“

Nur mit einer klaren, übersichtlichen Maschinenkonzeption lässt sich eine Abfüllanlage innerhalb vollautomatischer Produktionslinien betreiben. „Dazu kommt, dass die Anforderungen an die Maschinen generell höher werden, etwa im Hinblick auf vollautomatisierte CIP-/SIP-Systeme, Inprozesskontrolleinrichtungen (IPC), Isolatortechnik usw.“, nennt Wieland weitere Aufgaben.

Seit zwei bis drei Jahren sind zudem verstärkt vakuumunterstützte Einsetzsysteme für Kolbenstopfen gefragt. Die Vorteile des Verschließverfahrens: Luft und damit Produkt schädigender Sauerstoff zwischen Injektionsflüssigkeit und Stopfen wird fast vollständig entfernt.

Auch die Zunahme gefriergetrockneter Produkte fordert die Branche. „Übertragen auf die Abfülltechnik bedeutet dies, dass hier Füllmaschinen eingesetzt werden müssen, die einen besonders schonenden Transport ermöglichen“, erklärt Wieland.

Produkte dürfen nicht an der Glaswand oberhalb des Füllspiegels haften, da das in der nachfolgenden Gefriertrocknung Spuren hinterlässt, die der Pharmazeut nicht akzeptiert. Bei der Lyoproduktion handelt es sich in der Regel um hochaktive Wirkstoffe, bei denen nach der Gefriertrocknung erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, um das Bedienpersonal nicht zu gefährden.

„Da der in Pulverform überführte Wirkstoff von Luftströmungen getragen werden kann, muss zur Neutralisierung der gesamte Arbeitsbereich der nachfolgenden Bördelmaschine abbrausbar sein, um das Produkt zu binden“, nennt Wieland die Vorgaben.

Gleichzeitig kommt es auch hier auf Geschwindigkeit an, wie Wieland abschließend festhält: „Um den Gefriertrockner schnellstmöglich zu entleeren und für neue Chargen bereitzustellen, sind deshalb in dem nachfolgenden Bördelbereich Leistungen bis zu 600 Vials pro Minute gefragt.“müh

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