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Rohstoffpreise Juli 2014 Gefährdet jetzt der Irak-Konflikt den Aufschwung?

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Isis-Rebellen haben wichtige Ölfelder und Produktionsanlagen im Irak besetzt. Dadurch steigen die Rohölpreise und der Aufschwung der Weltwirtschaft gerät ins Stottern. Wie viel Gefahr für die Weltrohstoffpreise droht durch die Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten?

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Im Juli sieht die IKB Deutsche Industriebank besonders durch die Krise im Irak hohes Risiko für die Ölpreise.
Im Juli sieht die IKB Deutsche Industriebank besonders durch die Krise im Irak hohes Risiko für die Ölpreise.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank )

Die Weltrohstoffpreise haben sich im Juni auf Dollarbasis um 1,7 % erhöht. Infolge der Abwertung des Euro zum Dollar stiegen die Preise in Inlandswährung um 2,7 %. Hauptgrund war das Anziehen der Rohölpreise infolge des Vordringens der Isis-Rebellen im Irak. Hierbei gelangten auch wichtige Ölfelder in die Hände der Aufständischen. Während die Isis-Erfolge in Syrien die Rohölmärkte nur verhalten tangierten – die Fördermengen waren dort schon mit Beginn des Bürgerkrieges gesunken und die syrischen Rohölreserven sind vergleichsweise gering –, stellt eine größere Reduktion der Lieferungen aus dem Irak eine Gefahr für die Erholung der Weltwirtschaft dar.

Mit gut 3,3 Millionen Barrel pro Tag im Mai 2014 war der Irak der zweitgrößte OPEC Lieferant nach Saudi-Arabien. Zudem war die Förderung in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion leicht rückläufig. Angebotsseitig stabilisierte die höhere Produktion in Amerika den Markt, wobei auch hier geringere Fördervolumina gemeldet wurden. Dem stand zuletzt allerdings auch eine deutlich festere Nachfrage gegenüber. Beruhigend wirken die freien Förderkapazitäten Saudi-Arabiens auf den Markt.

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Da zuletzt zwischen den USA und dem Iran die Kontakte wieder verbessert wurden – als Reaktion auf das Isis-Vordringen –, könnte auch dies zur Entspannung der Versorgungssituation beitragen, da der Iran über rund 0,5 Millionen Barrel freie Förderkapazitäten verfügen dürfte.

Insgesamt sieht die IKB daher bei den Rohölpreisen in den nächsten zwei Monaten, ohne eine militärische Intervention ausländischer Mächte im Irak und in Syrien, weiter eine Bewegung um die Marke von 110 Dollar je Barrel Brent in einem Band von 10 Dollar. In Bezug auf den Wechselkurs des Dollar zum Euro erwartet die Industriebank in den nächsten drei Monaten infolge der EZB-Geldpolitik eine weitere leichte Abwertung. Der Wechselkurs dürfte sich um die Marke von 1,35 Dollar je Euro bewegen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Rohstoffpreisen, -Lagerbeständen und der Rohstoffproduktion weltweit können Sie den Grafiken in der Bildergalerie und deren Untertexten entnehmen.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachschauen.

Rückblick:

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