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Prozessindustrie 4.0/IIoT GE stellt neuen Index zur digitalen Transformation vor

Autor / Redakteur: Gerd Kielburger / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Verstehen und Handeln bzw. Umsetzen sind bekanntlich zwei Paar Schuhe. Diese Erfahrungen zeigt sich aktuell in einem Fortschrittsbericht, den der US-amerikanische Automatisierungs- und Softwarekonzern GE zusammengestellt hat. Basierend auf der Studie hat das US-Unternehmen den GE Digital Industrial Evolution Index geschaffen, um den tatsächlichen Fortschritt der digitalen Transformation zu überwachen – von den Erwartungen an das industrielle Internet der Dinge (Industrial Internet of Things kurz IIoT) bis hin zur Realität in den Unternehmen. Deutlich wird dabei eine Diskrepanz zwischen Optimismus und Bereitschaft für die digitale Transformation. GE Digital ist Sponsor der diesjährigen Namur-Hauptsitzung Anfang November in Bad Neuenahr.

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Eine wachsende Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Unternehmensleitung und den Realitäten in den Unternehmen. Das ist ein Ergebnis, das GE in einem neuen Index zur digitalen Transformation vorstellt.
Eine wachsende Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Unternehmensleitung und den Realitäten in den Unternehmen. Das ist ein Ergebnis, das GE in einem neuen Index zur digitalen Transformation vorstellt.
(Bild: ©momius - stock.adobe.com)

San Francisco – Die Treiber der digitalen Transformation hadern mit der Umsetzungsgeschwindigkeit in den Anwenderindustrien. Der US-Konzern GE hat bei seiner Konferenz Minds + Machines in San Franzisco eine neue Studie vorgestellt, die die wachsende Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Unternehmensleitung und den Realitäten in den Unternehmen im Bezug auf die digitale Transformation beleuchtet. Die Umfrage, die zwischen dem 20. September 2017 und 3. Oktober 2017 auf Basis einer Umfrage unter 250 Entscheidern (IT- und Führungskräften in den Betrieben) in den USA in fünf Branchen (Fertigung, Ver- und Entsorgung, Energie, Logistik und Luftfahrt), sowie auf Basis von Interviews mit CEOs, CIOs, CDOs und COOs dieser Branchen durchgeführt wurde, zeige, dass Unternehmen das IIoT oder Industrie 4.0 als signifikante Gelegenheit für neues Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sehen würden – aber weitgehend nicht die notwendigen Veränderungen im Unternehmen umsetzen, um von diesen Gelegenheiten zu profitieren.

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IIoT verändert ganze Branchen

Wie die Studie ebenfalls verdeutlicht, ist der Optimismus dafür unter den führenden Unternehmen der Branche frappierend: 80 Prozent glauben, dass das IIoT ihre Unternehmen und Branchen verändern wird oder könnte. Eine noch größere Anzahl glaubt, dass die digitale industrielle Transformation für ihre Wettbewerbsfähigkeit wichtig ist. Gleichzeitig sagen weniger als 8 Prozent der befragten Führungskräfte, dass die digitale Transformation in ihren Unternehmen verankert ist und 10 Prozent haben noch keine Pläne für die digitale Transformation. Der erstmalig erschienene Index bewertet den Fortschritt mit 63 von 100 möglichen Punkten und zeigt, dass, obwohl die Erwartungen an das industrielle Internet sehr groß sind (mit 78,3 von 100 Punkten), die Bereitschaft der Unternehmen zur Umsetzung deutlich hinterher hängt (mit lediglich 55,2 von 100 Punkten).

Inwieweit diese Zahlen auf deutsche oder europäische Industriebranchen transferierbar sind, ist unklar. GE Digital tritt in wenigen Tagen auf der diesjährigen 80. Namur-Hauptsitzung als Sponsor der Großveranstaltung auf und will die Endanwender in der Chemie- und Pharmaindustrie vor allem für die eigene Predix-Plattform begeistern. Die Digitalisierung sei jedenfalls nicht der nächste Schritt der Automatisierung, formulierte Anfang dieses Jahres noch Prof. Dr.-Ing. Stephan Reimelt (der zu diesem Zeitpunkt noch President von GE in Deutschland und Österreich) im exklusiven PROCESS-Interview.

Apple und GE kooperieren bei Predix-Industrieanwendungen

Erst vor wenigen Tagen hatte der US-Konzern mit Apple die Einführung von Predix-Industrieanwendungen für iPhone und iPad angekündigt. Die beiden Unternehmen haben das neue Predix Software Development Kit (SDK) für iOS vorgestellt, welches Entwicklern Werkzeuge bereit stellt, um eigene leistungsfähige Industrieanwendungen für das IIoT zu erstellen. Laut Herstellerangaben soll dieses Kit bereits seit dem 26. Oktober dieses Jahres zum Download bereitstehen.

Entwicklern soll damit die Möglichkeit eröffnet werden, leistungsfähige native Anwendungen zu erstellen, die alle Vorteile der industriellen Analytik von Predix nutzen und dabei auf die Leistung und Benutzerfreundlichkeit von iOS zurückgreifen. Wie es in einer Presseerklärung dazu heißt, sollen diese Apps Industrieunternehmen mehr Einblick und Transparenz über die Leistung ihrer Ausrüstung und Betriebsabläufe direkt vom iPhone oder iPad aus geben. Wie es weiter heißt, wird GE iPhone und iPad zum internen Standard bei mobilen Endgeräten machen und auch den Mac als Option für seine mehr als 330.000 Mitarbeiter weltweit voranbringen. Apple soll bei Kunden und Entwicklern GE's Predix als die bevorzugte industrielle IoT-Analyse-Plattform hervorheben.

Um die digitale Transformation in den Anwenderindustrien zu beschleunigen hat GE Digital ebenfalls durchgängige Asset-Strategie-Erweiterungen seiner Edge-to-Cloud-Technologien angekündigt. Diese Portfolio-Erweiterungen komplementieren nach eigenen GE-Angaben die Schlüssel-Softwareanwendungen für Produktivität in der Industrie und bilden eine Synergie mit der GE-Plattform Predix. Damit Industrieunternehmen ihre Assets bestmöglich nutzen und ihre Unternehmensperformance steigern können, hat man zahlreiche neue Lösungen vorgestellt:

  • Predix-Edge-Technologien beschleunigen die Rechenleistung an der Edge.
  • Die Predix-Plattform mit Microsoft Azure ist verfügbar.
  • Eine neue Operations Performance Management Software überblickt die Produktivität von Assets bis zum Betrieb.
  • Verbesserte Field-Service-Management-Lösung für eine bessere Kundenerfahrung.
  • Neue Plattform-Werkzeuge, die die Anwendungsentwicklung in der Industrie vereinfachen.
  • Verbesserte Lösungen für das Field Service Management (FSM).

Damit sollen Terminoptimierungen für die Wartungszyklen einhergehen. Als Teil des FSM-Portfolios ermöglichen diese neuen Features den Nutzern ihre Downtime zu minimieren, Kosten und Risiken zu optimieren und die Produktivität ihres Service-Teams zu verbessern.

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