Suchen

Öl- und Gasgeschäft Fusion von Wintershall und Dea rückt näher

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

BASF und Letter One wollen ihre Öl- und Gasgeschäfte fusionieren. Eine entsprechende Absichtserklärung für Verhandlungen haben beide Seiten nun unterzeichnet. Falls es zu einer Einigung kommen sollte, würde das Joint Venture den Namen Wintershall Dea tragen. Mit einem Zusammenschluss wäre frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu rechnen.

Firmen zum Thema

Erdgas-Plattform von Wintershall in der Nordsee.
Erdgas-Plattform von Wintershall in der Nordsee.
(Bild: Wintershall)

Ludwigshafen – Wintershall Dea wäre eines der größten unabhängigen europäischen Explorations- und Produktionsunternehmen. Durch den Zusammenschluss erhoffen sich beide Unternehmen ein profitables Wachstum und Synergieeffekte durch die zusammengeführten Geschäftsbereiche. Die Öl- und Gasaktivitäten von BASF sind in der Wintershall-Gruppe zusammengefasst, bestehend aus der Wintershall Holding und ihren Tochtergesellschaften, einschließlich des Gastransportgeschäfts. Das Öl- und Gasgeschäft von Letter One umfasst die Dea Deutsche Erdöl AG und ihre Tochtergesellschaften.

In den kommenden Monaten werden beide Seiten eine bestätigende Due Diligence vorbereiten und durchführen sowie endgültige Transaktionsvereinbarungen verhandeln. Wintershall Dea soll entstehen, indem Letter One sämtliche Anteile an Dea Deutsche Erdöl AG in die Wintershall einbringt und im Gegenzug neue Anteile erhält. Auf Basis der Bewertung ihrer Explorations- und Produktionsgeschäfte soll BASF zunächst 67 % und Letter One 33 % der Anteile an dem Joint Venture halten. Das Gastransportgeschäft der Wintershall ist in diesem Anteilsverhältnis nicht berücksichtigt. Das Joint Venture würde zum Zeitpunkt des Closings eine Pflichtwandelschuldverschreibung an BASF ausgeben, die dem Wert des Gastransportgeschäfts von Wintershall entspricht. Spätestens 36 Monate nach der Vereinbarung würde diese Schuldverschreibung umgewandelt in Anteile an Wintershall Dea, dadurch würde der BASF-Anteil steigen. BASF würde den Vorstandsvorsitzenden von Wintershall DEA benennen, Letter One dessen Stellvertreter. Das Unternehmen soll seinen Hauptsitz in Kassel und Hamburg haben.

Öl-Reserven würden zehn Jahre reichen

Im Jahr 2016 hatte das kombinierte Geschäft einen Pro-forma-Umsatz in Höhe von 4,3 Milliarden Euro, ein Ebitda von 2,2 Milliarden Euro und einen Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter von 326 Millionen Euro. Insgesamt beliefen sich die Produktionsvolumina von Wintershall und Dea im Jahr 2016 auf 215 Millionen Barrel Öläquivalent (BOE). Dies entspricht einer täglichen Fördermenge von 590.000 BOE. Auf der Grundlage der nachgewiesenen Reserven (1P) von 2,1 Milliarden BOE zum Jahresende 2016 würde die rechnerische Reservenreichweite des kombinierten Geschäfts rund zehn Jahre betragen.

Dea ist auf dem Gebiet der Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas tätig und hat ihren Hauptsitz in Hamburg. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Upstream-Geschäfts. Im März 2015 wurde das Unternehmen – ehemals Teil von RWE – von Letter One übernommen. Mit rund 1.150 Mitarbeitern ist DEA an Produktionsstandorten und Konzessionen in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Ägypten, Algerien und Mexiko beteiligt. Wintershall, mit Hauptsitz in Kassel, konzentriert sich auf die Exploration und Produktion in öl- und gasreichen Regionen in Europa, Russland, Südamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. Gemeinsam mit Gazprom ist Wintershall auch im Transport von Erdgas in Europa aktiv. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2.000 Mitarbeiter und ist Deutschlands größter, international tätiger Erdöl- und Erdgasproduzent.

(ID:45050720)