Nachgefragt: 3 Experten zur Kunststoffindustrie

Für Automatisierer ist es nicht einfach nur Plastik

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„Die wichtigste Entwicklung der letzten Jahre war und ist der 3D-Druck“, sagt Gerhard Baus, Prokurist Gleitlager, Igus.
„Die wichtigste Entwicklung der letzten Jahre war und ist der 3D-Druck“, sagt Gerhard Baus, Prokurist Gleitlager, Igus.
(Bild: Igus)

Gerhard Baus: Unter dem Thema Tribologie stellen wir Lösungen für die unterschiedlichsten Fertigungsverfahren vor: Prototypen und Kleinserien können beispielsweise aus Filament gedruckt oder aus Pulver gesintert werden. Für großvolumige Teile oder mittlere Stückzahlen stehen Halbzeuge, z.B. Stangen, Rohre oder Platten zur Verfügung, aus denen Teile spanend hergestellt werden können. Und schließlich die Polymer-Spritzguss Fertigung, die heute zu den wirtschaftlichsten Produktionsverfahren gehört. So lassen sich sehr große Stückzahlen identischer Bauteile in kürzester Zeit herstellen. Igus hat für alle Verfahren geeignete Werkstoffe und Dienstleistungen entwickelt und arbeitet daran, diese immer weiter zu verbessern. Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir unsere Werkstoffe jeweils in den drei genannten Versionen anbieten und die Projekte unserer Kunden so optimal durch den Lebenszyklus ihrer Maschinen und Anlagen zu begleiten. Berechenbare Lebensdauer für jede Anwendung – egal, wie das Teil hergestellt wird.

„Die Kunststoffproduktion entwickelt sich hin zu spezifischen Kleinserien“, sagt Marc Leidner, Head of Business Line Handling and Machining, ABB Robotics.
„Die Kunststoffproduktion entwickelt sich hin zu spezifischen Kleinserien“, sagt Marc Leidner, Head of Business Line Handling and Machining, ABB Robotics.
(Bild: ABB)

Marc Leidner: Mit Yumi zeigt ABB den weltweit ersten, wirklich kollaborativen Zweiarm-Roboter. Yumi erlaubt eine enge Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, ohne dass dabei der menschliche Werker oder die Umgebung gefährdet werden. Der Roboter wurde für die Kleinteilmontage entwickelt und kann viele unterschiedliche Teile handhaben, von einer Uhr bis zu einem Tablet-PC, und ist sehr präzise. ABB führt in 2016 zudem Connected Services für Roboter ein, mit deren Hilfe Störungen um bis zu 25 Prozent verringert und Reaktionszeiten und Problemlösungsprozesse um bis zu 60 Prozent verkürzt werden. Connected Services sind das Ergebnis fortlaufender Weiterentwicklung der Remote Services für Roboter, die ABB vor fast zehn Jahren eingeführt hat. Alle ABB-Roboter können sowohl kabellos als auch per LAN angebunden werden. Dadurch erweitern sich die Möglichkeiten des vorausschauenden, proaktiven und sofortigen Supports. Connected Services sind auf lange Sicht eines der Schlüsselprodukte der Digitalisierungsstrategie von ABB. Sie bestehen aus fünf Bausteinen, die in flexiblen Robot-Care-Servicevereinbarungen auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten werden können: Condition Monitoring & Diagnostics (Zustandsüberwachung und Diagnose), Backup-Management, Remote Access (Fernzugriff), Fleet Assessment (Beurteilung des Roboter-Bestands) und Asset Optimization (Systemoptimierung). Die MyRobot-Homepage mit ihrem neuen Alarm-Dashboard bildet die Schnittstelle zu Connected Services. Sowohl Kunden als auch das ABB-Serviceteam werden über eine intuitiv bedienbare Oberfläche immer und überall mit den wichtigsten Informationen versorgt.

„Überwachung, Dokumentation und Verfahrensverbesserung gewinnen an Bedeutung“, sagt Dr. Thomas Wisspeintner, Geschäftsführer, Micro-Epsilon.
„Überwachung, Dokumentation und Verfahrensverbesserung gewinnen an Bedeutung“, sagt Dr. Thomas Wisspeintner, Geschäftsführer, Micro-Epsilon.
(Bild: Micro-Epsilon)

Dr. Thomas Wisspeintner: Micro-Epsilon bietet ein großes Spektrum an Sensoren, Messsystemen und kundenspezifischen Lösungen über alle Branchen hinweg an. In der Kunststoffextrusion und im Spritzguss sind die Fehlererkennung und die Farbkontrolle bei Bauteilen wichtige Parameter im Produktionsprozess. Unsere vollautomatische Systemlösung Moldcontrol bietet hier eine 100%-Qualitätskontrolle direkt in der Linie. Bei Band- und Plattenmaterial wird unser neuer Thicknesssensor zur berührungslosen Dickenmessung eingesetzt. Dank seiner kompakten Bauweise kann das schlüsselfertig gelieferte Sensorsystem mühelos auch in beengte Bauräume integriert werden. Die Optik der fertigen Teile steht besonders in der Automobilbranche an erster Stelle. Unser Oberflächeninspektionssystem Reflectcontrol Automation erkennt bei glänzenden Oberflächen kleinste Defekte zuverlässig. Eingesetzt wird es zur schnellen Inspektion bei glänzenden und lackierten Anbauteilen. Der Sensor von Micro-Epsilon wird von einem Roboter geführt und kann daher auch Teile mit komplexen Geometrien inspizieren.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke elektrotechnik.

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