Füllstandmessung Füllstandsensoren für Schüttgüter – so wählen Sie das richtige Gerät

Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Rauchholz / Dr. Jörg Kempf

Achtung Ex-Gefahr! Ohne geeignete Schutzvorkehrungen dürfen Sensoren für die Füllstandmessung in vielen Schüttgutanwendungen nicht eingesetzt werden. Nur Geräte mit den erforderlichen Explosionsschutz-Zulassungen garantieren einen sicheren Betrieb. Doch was ist zu beachten? Der Beitrag gibt Tipps für die Gerätewahl.

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Ein Feuerball mit über 15 m im Durchmesser entsteht, wenn nur 1,5 kg Braunkohlestaub explodieren
Ein Feuerball mit über 15 m im Durchmesser entsteht, wenn nur 1,5 kg Braunkohlestaub explodieren
(Bild: Mollet)

Füllstandmessung in explosionsgefährdeten Bereichen stellt besondere Anforderungen. So müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die möglichen Explosionsrisiken ermittelt werden. Dazu gehört z.B. die Beurteilung, ob eine explosionsfähige Atmosphäre vorhanden ist. Diese entsteht erst, wenn Luftsauerstoff in ausreichender Menge, eine wirksame Zündquelle und Brennstoff am selben Ort vorkommen.

Als Brennstoff kommen brennbare Stäube, Gase und hybride Gemische in Frage. Brennbare Stäube sind alle Stäube, Fasern oder Schwebstoffe, die in Luft brennen oder glimmen und bei atmosphärischen Bedingungen explodieren können. Wegen ihrer großen spezifischen Oberfläche haben sie eine gesteigerte Reaktionsfähigkeit und geringe Wärmeleitfähigkeit. Dazu gehören Kohlenstaub, Aluminiumpulver, Puderzucker, Weizenmehl oder Staub aus Getreide.

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Überall wo Schüttgüter transportiert, umgefüllt und entleert werden, entstehen diese Stäube und verteilen sich häufig über das gesamte Firmengelände. Besonders explosiv sind hybride Gemische, in denen brennbare Stäube und Gase gleichzeitig vorhanden sind. Diese Gemische explodieren noch brisanter und entzünden schneller als die einzelnen Stoffe für sich alleine.

Je nach Häufigkeit des Vorkommens einer explosionsfähigen Atmosphäre werden die Betriebsteile in Gefahrenzonen eingeteilt:

  • Zone 20 und Zone 0 treten häufig im Inneren von Behältern oder Apparaturen, bei staubenden Gütern auch in Mühlen, Trocknern, Mischern und Förderleitungen auf.
  • Zone 21 und Zone 1 findet man im Wesentlichen in der näheren Umgebung von Befüll- und Entleerungsöffnungen oder Abfüllstellen, bei denen bereits im Normalbetrieb abgelagerter Staub gelegentlich aufgewirbelt wird, sowie in der näheren Umgebung von Zone 0- und Zone 20-Bereichen.
  • Zone 22 und Zone 2 sind Bereiche, in denen bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre normalerweise nicht oder aber beispielsweise bei Störungen nur kurzfristig auftritt. Dazu gehören Bereiche, welche die Zone 0 oder 1 umgeben, und Bereiche, in denen Staubablagerungen zu erwarten sind, die aber regelmäßig beseitigt werden.

(Tabelle: PROCESS)
In diesen explosionsgefährdeten Bereichen verwendete Geräte müssen zertifiziert sein und die geltenden Normen, Vorschriften und Richtlinien erfüllen. Für Planer und Betriebsleiter ist das eine Aufgabenstellung, die viel Wissen und vor allem Zeit zur richtigen Auswahl der Geräte erfordert. Mollet Füllstandtechnik bietet die passenden Füllstandmessgeräte mit den dafür erforderlichen Explosionsschutz-Zulassungen.

Gemäß der Zoneneinteilung ist die Auswahl zu treffen, welche Füllstandmessgeräte mit möglichen elektrischen oder mechanischen Zündquellen eingesetzt werden können.

  • In Zone 0 bzw. 20 dürfen nur Geräte mit der Gerätekategorie 1G bzw. 1D eingesetzt werden. Wobei „G“ für Gase und „D“ für Stäube steht.
  • Für Zone 1 bzw. 21 genügen Geräte mit der Kategorie 2G bzw. 2D.
  • In Zone 2 bzw. 22 sind Geräte mit der Kategorie 3G bzw. 3D ausreichend.

Eine Kernkompetenz von Mollet ist der Explosionsschutz nach Atex. Mehr auf der nächsten Seite.

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