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Rohstoffpreise Mai 2016 Frühlingserwachen auf den Rohstoffmärkten

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise zogen im Verlauf des April auf breiter Front an: Im Monatsdurchschnitt lagen sie um 6,6 % höher. In Euro gerechnet betrug der Anstieg infolge einer leichten Aufwertung des Euro zum Dollar nur 4,4 %. Auch die Rohölpreise belebten sich.

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Nach anfänglicher Durststrecke ziehen die Rohstoffpreise wieder an.
Nach anfänglicher Durststrecke ziehen die Rohstoffpreise wieder an.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Trotz einer vermeintlich schwächeren chinesischen Wirtschaft wird für 2016 ein Anstieg der weltweiten Rohölnachfrage um 1,2 mbd (Million Barrel per Day) auf 94,2 mbd erwartet. Der Rückgang der Ölproduktion außerhalb der Opec wird mit 0,75 mbd angenommen, während diejenige der Opec-Staaten um 0,3 mbd ansteigt. Somit dürfte sich die Überschussproduktion von 2 mbd im Jahr 2015 auf rund 0,4 mbd reduzieren. Dies gibt dem Rohölpreis weiter Auftrieb. Die Industriebank IKB erwartet daher eine Bewegung bis Ende des zweiten Quartals 2016 in einem Band von 10 Dollar um die Marke von 45 Dollar je Barrel Brent.

Dementsprechend dürfte mit einem Timelag auch der Grenzübergangspreis für Erdgas anziehen. Hier kommt die Phase der weiter sinkenden Erdgaspreise zu Ende.

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Erhebliche Bewegung gab es zuletzt auch auf den Stahl- und Schrottmärkten. Eine knappe Bevorratung bei vielen Schrottverbrauchern und anziehende Exporte (Türkei, Indien u. a. Länder) ließen die Schrottpreise stark steigen, zumal auch die Spotmarktnotierungen für Eisenerz weiter anzogen. Die Stahlhersteller versuchten, die höheren Vormaterialkosten voll weiterzugeben, was nicht immer gelang. Die europäische Stahlindustrie hofft auf stärkere Importrestriktionen für chinesische Produkte, was den Preisen ebenfalls Auftrieb geben sollte. Auch im Mai dürften die Preise nochmals anziehen. Das übliche Sommerloch auf den Schrottmärkten dürfte jedoch im Juni für eine kräftige Korrektur sorgen, wobei diese sich primär auf Neuschrotte beziehen wird. Dies wird dann entsprechende Dämpfungseffekte auch auf die Stahlpreise ausüben, zumal dann auch der Anstieg der Erzpreise erst einmal unterbrochen sein wird.

Da die Fed die Zinswende nur sehr zögerlich fortsetzen dürfte, sollte sich der Wechselkurs des Dollar zum Euro im Verlauf des zweiten Quartals 2016 weiter um die Marke von 1,10 Doller je Euro bewegen.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Rückblick:

Rohstoffpreise April 2016 – Weltrohstoffpreise ziehen wieder an

Rohstoffpreise März 2016 – Ist die Talfahrt der Rohstoffpreise beendet?

Rohstoffpreise Februar 2016 – Kommt jetzt die Frühjahrsbelebung auf den Rohstoffmärkten?

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