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Organischer Dünger Forschungsprojekt holt wertvolle Nährstoffe aus Gärrückständen zurück

Redakteur: MA Alexander Stark

Statt die Gärrückstände von Biogasanlagen ohne weitere Behandlung auf Äckern auszubringen, sollen die wertvollen Inhaltsstoffe aus der Biomasse zurückgewonnen werden. So ließe sich der natürliche Dünger auch für den Gemüseanbau verwenden. Das zumindest planen Forscher der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

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Abtrennung von Schwermetallen mit Chitosan als Flockungsmittel: Chitosanflocken mit gebundenem Kupfer (blau), Eisen (rot)
Abtrennung von Schwermetallen mit Chitosan als Flockungsmittel: Chitosanflocken mit gebundenem Kupfer (blau), Eisen (rot)
(Bild: IPF Dresden / M. Mende)

Triesdorf – Bisherige Anwendungsbereiche von Gärrückständen aus der Biogaserzeugung fokussieren sich überwiegend auf Feststoffe, die als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Das dabei entstehende Filtrat wird energieaufwendig und ohne das Entfernen von Schwermetallverbindungen zu Flüssigdüngern aufkonzentriert oder aufbereitet, um es in öffentliche Abwassersysteme leiten zu können. Der Forschungsansatz im Projekt "Nährstoffrückgewinnung aus flüssigen Gärrückständen" am Biomasse-Institut der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) verfolgt das Ziel, die in biogenen Reststoffen enthaltenen Wachstumsstoffe und Spurenelemente auch für die Gemüsebauproduktion im Gewächshaus nutzbar zu machen.

Der Wassertechnologe Prof. Dr. Frank Kolb aus der Fakultät Umweltingenieurwesen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) will in dem Teilprojekt "Pflanzenverfügbare Nährstoffpotentiale" einen speziellen Tropfer bzw. ein Tropfsystem entwickeln, das kompatibel zu den existierenden Systemen ist. Das Projekt ist Teil des Verbundforschungsvorhabens "Nährstoffrückgewinnung aus flüssigen Gärrückständen", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Zeitraum April 2019 bis Ende Juli 2021 gefördert wird.

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Bestandteil der Tropfleitung soll eine "aktive Textilpatrone" sein, die in der Lage ist, die Schwermetall- und Organikkonzentration in einem flüssigen Substitutionsdünger aus Gärrückständen so weit abzusenken, dass dieser problemlos in der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden kann. Der Aufbau der Tropferpatrone wird so erfolgen, dass eine feste Korrelation zwischen den organischen und Schwermetallverbindungen besteht. Dadurch kann die Einsatzdauer der Tropfleitung kontrolliert werden und deren maximale Beladung wird mittels Farbumschlag durch die adsorbierten Schwermetallionen an Chitosan angezeigt. Das ermöglicht eine erweiterte Nutzung des flüssigen Gärrückstandes in Form eines organischen Düngemittels mit hohen Stickstoff- und Phosphoranteilen.

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