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Computersimulation

Forscher simulieren Katastrophen wie Chemieunfälle oder Hochwasser

| Redakteur: Matthias Back

Wenn viele Menschen ein Gebiet schlagartig verlassen müssen, sind überfüllte Straßen und Bahnen vorprogrammiert. Ein möglicher Grund für ein solches Szenario könnte etwa ein Chemieunfall an einem der zahlreichen Chemiestandorten in Deutschland sein. Wissenschaftler des Forschungszentrum Jülich erforschen nun am Beispiel des Dortmunder Hauptbahnhofs, wie sich die Abläufe für einen solchen Notfall optimieren lassen.

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Mit etwa 130.000 Fahrgästen pro Tag gehört der Dortmunder Hauptbahnhof zu den größten deutschen Bahnhöfen.
Mit etwa 130.000 Fahrgästen pro Tag gehört der Dortmunder Hauptbahnhof zu den größten deutschen Bahnhöfen.
(Bild: Forschungszentrum Jülich / Stefan Holl)

Jülich – Mithilfe von Computersimulationen wollen die Jülicher Forscher gemeinsam mit Partnern der Hochschule Bochum, des Ingenieurbüros bueffee und assoziierten Partnern aus dem Bereich des Bahnbetriebs erstmals tragfähige Daten für eine großräumige Evakuierung gewinnen, die Ingenieure und Behörden für die weitere Planung nutzen können. Das Projekt Kapakrit startete am 1. August 2018 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt etwa 1,1 Mio. Euro über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert.

In Ballungsräumen wie in Nordrhein-Westfalen ist die Lage besonders kritisch, das Verkehrssystem zu Spitzenzeiten schon jetzt an vielen Stellen überlastet. „Im Falle einer Katastrophe wären die Straßen und Autobahnen nach kurzer Zeit dicht und dadurch für die meisten Menschen unbenutzbar. Eine Vielzahl von ihnen wäre daher auf die Bahn als Transportmittel angewiesen, um sich bei einer Evakuierung weiträumig aus dem Gefahrengebiet zu entfernen“, erklärt Projektkoordinator Dr.-Ing. Stefan Holl vom Forschungszentrum Jülich.

Schienenverkehr als erste Evakuierungs-Möglichkeit

Die Innenminister der Länder hatten nach dem Reaktorunglück in Fukushima im Jahr 2011 eine Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Notfallpläne einberufen. Auch sie empfiehlt den Schienenverkehr, um eine Vielzahl von Menschen im Krisenfall über weite Entfernungen aus dem Gefahrengebiet zu bringen. Bislang fehlen allerdings gesicherte Erkenntnisse, inwiefern großstädtische Bahnhöfe als zentraler Umschlagplatz für ein solches Szenario überhaupt geeignet sind.

Im Projekt Kapakrit wollen Forscher und Verkehrsbetreiber diese Lücke nun schließen. Gemeinsam werden sie untersuchen, wie viele Menschen im Notfall maximal über einen großstädtischen Bahnhof evakuiert werden können. Die Zahlen sind eine wichtige Voraussetzung für eine tragfähige Planung. Die Arbeiten sollen zudem neue Anstöße geben, wie sich technische und organisatorische Abläufe verbessern lassen.

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